Lewis Hamilton (r.) und Nico Rosberg (l.) würdigten sich nach dem Qualifying keines Blickes. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Qualifying in Monaco © imago

Nico Rosbergs Pole in Monaco sorgt für Gesprächsstoff. Teamkollege Hamilton kocht - und nimmt sich eine Legende zum Vorbild.

Von Carsten Arndt

Monaco/München - Ob Absicht oder nicht, es wird sich wohl nicht endgültig klären lassen.

Fakt aber ist, dass Nico Rosberg durch seine Pole Position im Qualifying von Monaco (Bericht) die nächste Runde im viel zitierten "Krieg der Sterne" eingeläutet hat.

Wenn Lewis Hamilton am Sonntag (ab 13.45 Uhr LIVE im TICKER, Highlights ab 22.55 Uhr im TV auf SPORT1) auf die Jagd nach seinem Teamkollegen gehen wird, wird er dies mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch tun.

Hamilton gefrustet

Nachdem die Beziehung der beiden Freunde in den letzten Wochen merklich abgekühlt war, erreichte der Konflikt der WM-Führenden im Fürstentun seinen vorläufigen Höhepunkt.

Hamilton vermied nach dem Qualifying jeglichen Blickkontakt mit dem Deutschen, selbst zu einem kurzen Handschlag konnte er sich nicht durchringen. Sein Gesicht sprach Bände.

Es sei "ironisch", dass Rosberg mit einem Fehler die Pole fixiert habe, sagte der WM-Leader auf der anschließenden Pressekonferenz.

Hamilton wie Senna

Auf die Frage der "BBC" ob man sich vor dem morgigen Rennen noch einmal aussprechen werde, sagte er: "Ich weiss nicht, ob sich Senna und Prost hinsetzten, um zu diskutieren. Ich weiß nur - ich mag die Art und Weise, wie Senna mit solchen Situationen umging. Also werde ich mich daran halten."

Wenn man bedenkt, in welcher kompromisslosen Art und Weise Senna sich damals mit seinem Teamkollegen duellierte, darf sich Rosberg auf einiges gefasst machen.

Vorfall wird untersucht

Zuvor hatte sich der 28-Jährige Sekunden vor Ende des Zeittrainings verbremst, damit eine Gelbphase ausgelöst und die übrigen Piloten an einer letzten schnellen Runde gehindert.

In der Folge wurde der Vorfall von den Stewards untersucht, doch Rosberg durfte die Anhörung mit den Rennkommissaren am Abend erleichtert verlassen.

Um 18.21 Uhr bestätigte die FIA: Es gäbe keine Grundlage für eine Strafe.

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Erinnerungen an Schumacher

2006 war das noch anders ausgelegt worden. Damals war Michael Schumacher kurz vor dem Ende des Qualifyings mit seinem Ferrari stehen geblieben. Ausgerechnet in der Rascasse, der engsten Kurve der Strecke.

Die Konkurrenz hatte keine Chance mehr den Rekordweltmeister von Platz eins zu verdrängen.

Pikant: Nico Rosberg, damals neu ein Neuling im Formel-1-Zirkus, befand Schumacher anschließend an der Spitze der Fahrervereinigung als nicht mehr tragbar.

Rosberg bestreitet Absicht

Nun steht er - trotz Freispruch - selbst im Verdacht den Ausgang des Rennens mit unfairen Mitteln beeinflusst zu haben.

Im Fahrerlager soll die Mehrzahl der Verantwortlichen dem Vernehmen nach von einem absichtlichen Manöver ausgehen.

Rosberg selbst wollte davon nichts wissen.

"Ich habe halt minimal später gebremst und blockiert. Von daher gibt es nix zu diskutieren. Es ist einfach eine schwierige Kurve da oben. Es tut mir leid für Lewis", erklärte er.

Besänftigen konnte er seinen Teamkollegen damit nicht. "Darauf habe ich keine Antwort", entgegnete der Brite mit starrer Miene.

Hervorragende Ausgangsposition

Rosberg ist dagegen erst einmal fein raus. Startplatz eins war beim Grand Prix in Monte Carlo zuletzt fast schon eine Garantie für den Sieg. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

In den vergangenen zehn Jahren gewann nur ein Fahrer der nicht von der Pole Position gestartet war.

Lukas Podolski gratuliert

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Red Bull enttäuscht

Von der Pole wagt man bei Red Bull derzeit dagegen nicht einmal zu träumen. (DATENCENTER: Qualifiying Monaco-GP).

Nach den starken Eindrücken vom Training hatte man schon gehofft, in die Mercedes-Phalanx eindringen zu können, doch am Ende reichte es doch wieder nur zu den Rängen drei für Daniel Ricciardo und vier für Sebastian Vettel.

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Probleme bei Vettel

Auch der Weltmeister konnte dem Samstag in Monaco trotz strahlendem Sonnenschein nicht viel Positives abgewinnen.

"Heute war für uns ein enttäuschender Tag", sagte der gefrustete Weltmeister. Dass er sich am Ende erneut hinter seinem Teamkollegen einreihen musste, hatte auch damit zu tun, dass seine "Suzie" wieder einmal Probleme machte.

"Irgendwo mitten während des ersten Qualifying haben wir Problem mit dem ERS-Antrieb bekommen, der dann gestreikt hat", erklärte Vettel: "Er kam ein bisschen zurück, aber wir hatten bis zum Schluss keine volle Leistung."

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Vettel setzt auf Mercedes

Für das morgige Rennen schaut er vor allem auf die Silberpfeile.

"Ich hoffe, dass keine Bustour wie im vergangenen Jahr stattfindet, sondern dass die zwei da vorne angasen",sagte er.

Glaubt man Lewis Hamiltons Worten, dürfte zuindest dieser keine Lust auf Busfahren haben.

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