Der Deutsche Nico Rosberg gewann in seiner Karriere bisher vier Grand Prix. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Qualifying in Monte Carlo © getty

Nico Rosberg verbremst sich in Monaco auf die Pole. Die Rennkommissare überprüfen den Vorfall, sehen aber keinen Grund für eine Strafe.

Monaco - Vorjahressieger Nico Rosberg hat in seiner Wahlheimat Monaco das Mercedes-Duell um die Pole-Position gewonnen (Highlights ab 20 Uhr im TV auf SPORT1), musste allerdings einige Zeit um die Wertung des Qualifyings zittern.

Sebastian Vettel geht vom vierten Platz in sein 100. Rennen mit Red Bull Racing - der Titelverteidiger musste sich wieder einmal seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo geschlagen geben.

In der Qualifikation zum Großen Preis im Fürstentum (Sonntag, ab 13.45 Uhr LIVE im TICKER) gelang Rosberg in 1:15,989 Minuten die beste Runde vor Teamkollege Lewis Hamilton (1:16,048).

Umstrittener Verbremser

Der 28-Jährige legte damit trotz eines umstrittenen Verbremsers in der letzten Runde den Grundstein für seinen zweiten Erfolg im prestigeträchtigsten Rennen des Jahres (Highlights So., ab 22.55 Uhr im TV auf SPORT1). Und für seine Rückkehr an die Spitze des WM-Klassements, die momentan noch Hamilton inne hat.

Um die Szene in der letzten schnellen Runde hatte es viel Aufregung gegeben. Die Rennkommissare sahen aber nach einer eingehenden Untersuchung von einer Strafe ab.

Es lag der Verdacht nahe, dass es sich bei dem Verbremser um eine Finte Rosbergs' gehandelt haben könnte, da die Konkurrenten wegen des nur knapp abseits der Strecke stehenden Mercedes-Boliden in der letzten schnellen Runde langsamer fahren mussten.

Wolff verteidigt Hamilton

"Ich dachte, es war vorbei nach dem Fehler. Aber jetzt bin ich sehr happy. Gigantisch, der erste Platz vor der Haustür, besser könnte es nicht sein", sagte Rosberg unmittelbar nach dem Rennen.

Hamilton präsentierte sich anschließend dagegen schmallippig. "Ich werde versuchen, Druck zu machen", meinte der 29-Jährige.

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Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bekräftigte im Interview mit "Sky", dass der Verbremser Rosbergs' keine Absicht gewesen sei.

"Er hat sich verbremst. Es war 120.000 eindeutige Prozent ein Fahrfehler. Das kann hier passieren", sagte der Österreicher zu der Aktion, die am Rennwochenden weiter für Zündstoff sorgen dürfte.

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Hülkenberg enttäuscht

Vettel (1:16,547) konnte die Silberpfeile indes auch auf dem verwinkelten Straßenkurs nicht ernsthaft gefährden, zudem war er im sechsten Qualifying der Saison bereits zum fünften Mal langsamer als der Australier Ricciardo (1:16,384) (DATENCENTER: Qualifying Monaco-GP).

Das Ferrari-Duo Fernando Alonso (Spanien/1:16,686) und Kimi Räikkönen (Finnland/1: 17,389) bildet auf den Plätzen fünf und sechs die dritte Kraft.

Nico Hülkenberg (1:17,846) schaffte es im Force India nur auf den enttäuschenden elften Startplatz ? Q2 war für ihn damit Endstation.

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Sutil hadert mit Auto

Für Adrian Sutil (1:18,745) brachte auch Monaco keine Besserung.

Der Gräfelfinger, der sich zuvor noch ein positives Ergebnis auf der "Fahrerstrecke" zugetraut hatte, schied im schwachen Sauber-Boliden bereits zum vierten Mal in dieser Saison im ersten Qualifikationsabschnitt aus und startet nur von Rang 18.

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Der von Vettel noch vor einigen Tagen erhoffte Regen war ausgeblieben, bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von knapp 20 Grad waren die Piloten auf Zeitenjagd gegangen.

Die Hoffnung auf einen geringeren Abstand zwischen den dominanten Silberpfeilen und der Konkurrenz erfüllte sich auf trockener Strecke dabei nur ansatzweise, auch in den engen Straßen von Monaco hatten die Silberpfeile noch einen Geschwindigkeitsvorteil.

Silberpfeile wieder schneller

Nur im ersten Abschnitt hielt die Konkurrenz gut mit, anschließend drehten Rosberg und Hamilton auf.

Der Deutsche schien dabei von vornherein etwas besser klarzukommen, als sein Teamkollege und bestätigte den Eindruck bis zuletzt. Sogar in Monaco, auf dem Kurs mit dem geringsten Vollgasanteil im ganzen Formel-1-Kalender, sind die Silberpfeile also im Vorteil.

Für das Rennen am Sonntag, aber auch für die restliche Saison (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer) , droht Langeweile - das Thema von Mercedes ist das allerdings nicht.

Eintönigkeit zu verhindern sei "nicht unsere Aufgabe, sondern die unserer Konkurrenten", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Samstag: "Wir werden sie dabei nicht unterstützen." Gefordert sind weiterhin Red Bull und Ferrari. In Monte Carlo blieben sie Antworten auf die Frage nach dem Wie noch schuldig.

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