Lewis Hamilton erwies sich auch in Monaco als Trainingsweltmeister © getty

Bei unüblichen Bedingungen in Monaco fährt Hamilton die Trainingsbestzeit vor Rosberg. Vettel muss sich wieder geschlagen geben.

Monte Carlo - Auch in den verregneten Häuserschluchten Monte Carlos haben die Mercedes-Silberpfeile ihren Anspruch auf den nächsten Doppelsieg untermauert, Weltmeister Sebastian Vettel weckte vor seinem 100. Rennen für Red Bull Racing dagegen kaum Hoffnung auf eine Überraschung.

Im freien Training zum Großem Preis von Monaco (Qualifying, Sa. ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER, Highlights ab 20 Uhr im TV auf SPORT1) waren die Piloten wegen eines heftigen Hagelschauers an der Cote d'Azur zwar lange zum Nichtstun verdammt.

Auf trockener Strecke gelang WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (England/1:18,271 Minuten) jedoch erneut die beste Zeit.

Gemeinsames Heimspiel

Vorjahressieger Nico Rosberg (Wiesbaden/1:18,303) verlor als Zweiter das erste Mercedes-Duell des Rennwochenendes nur um 32 Tausendstelsekunden - bei ihrem gemeinsamen Heimspiel dürften die Silberpfeil-Piloten den Sieg erneut unter sich ausmachen.

"Das ist ein schönes Problem, was wir da haben", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schmunzelnd.

Vettel (1:19,017) musste sich als Fünfter erneut seinem viertplatzierten Teamkollegen Daniel Ricciardo (1:18,506) geschlagen geben, mehr als eine halbe Sekunde betrug der Rückstand

auf den Australier.

Auch die Hoffnung auf deutlich bessere Chancen gegen die Silberpfeile im engen Straßengewirr von Monaco erfüllte sich zum Auftakt nicht.

"Die klare Nummer eins"

"Mercedes ist im Moment noch die klare Nummer eins", sagte Vettel bei "Sky": "Letzten Endes wissen wir, was wir können, aber auch, was wir nicht können. Zaubern können wir leider nicht. Wenn das so wäre, wären wir schon längst wieder vorne. Wir müssen versuchen, die kleinen Schritte richtig zu machen."

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Abschreiben wollte Vettel das Wochenende allerdings noch nicht. "Was wir heute lernen konnten, war ein bisschen begrenzt", sagte der 26-Jährige: "Die erste Startreihe ist hier sehr wichtig - und wenn es irgendeine Chance gibt, dann müssen wir die ergreifen."

Vettel liegt als Vierter des WM-Klassements mit 45 Zählern derzeit deutlich hinter Hamilton (100) und Rosberg (97), der WM-Kampf ist derzeit kein Thema. Zumindest auf ein Erfolgserlebnis in Monaco hatte Red Bull aber zuletzt spekuliert.

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Hoffnung auf Regen

Vettel selbst hoffte im Vorfeld öffentlich auf Regen, denn der Plan des Titelverteidigers war simpel: In Verbindung mit dem geringen Vollgasanteil auf der verwinkelten Strecke könnte nasser Asphalt den Silberpfeilen endgültig ihren enormen Geschwindigkeitsvorteil nehmen.

Als der Hagelschauer vor dem Nachmittagstraining tatsächlich für Pfützen auf der Strecke sorgte, tat sich an den Boxen jedoch nichts. Das gesamte Feld wartete auf ein Abtrocknen des Asphalts, auch Vettel wollte nichts riskieren.

"Der Rest des Wochenendes soll trocken bleiben", sagte der Champion: "Da bringt es nicht viel, jetzt mit Regenreifen oder Intermediates rauszufahren."

Strecke trocknet erst spät

Nach 45 Minuten gingen die ersten Fahrer schließlich auf die Strecke, die erst in den letzten Minuten der Session abtrocknete.

Die schnellsten Zeiten stammten daher anders als sonst üblich aus dem Vormittagssession, als sich Hamilton und Rosberg gegenseitig immer wieder unterboten. Vettel war einer der wenigen Fahrer, die sich in der zweiten Session verbessern konnten.

Am Ende stand erneut Hamilton bereits zum 13. Mal in der 21. Zeittrainings-Session der Saison ganz vorne.

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Achtungserfolg von Alonso

Vizeweltmeister Fernando Alonso (Spanien/1:18,482) wurde im Ferrari Gesamtdritter. Force-India-Pilot Nico Hülkenberg (1:19,712) musste sich am Donnerstagvormittag mit dem 10. Rang begnügen, für Adrian Sutil (1:20,736) setzte es mit Platz 18 die nächste Enttäuschung.

Das enge Stallduell zwischen Hamilton und Rosberg geht nun in die nächste Runde - in einem Interview mit der offiziellen Webseite "formula1.com" hatte Hamilton bereits eine weitere Spitze gegen den Deutschen losgelassen.

Ob dieser vielleicht zu weich für den Titel sei, wurde Hamilton gefragt. "Lassen sie mich nur eines sagen: Ich komme aus keiner besonders tollen Gegend bei London und habe auf einer Couch im Appartement meines Vaters gewohnt", sagte der Brite: "Nico ist in Monaco mit Jets, Hotels und Yachten aufgewachsen - der Hunger ist ein anderer."

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