Fernando Alonso (r.) wird in Schanghai Dritter hinter Sieger Lewis Hamilton (l.). ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spanien-GP © getty

Spaniens Gazetten sind enttäuscht von Fernando Alonsos Auftritt beim Heim-Grand-Prix. Mercedes bastelt derweil am Legendenstatus.

München/Barcelona - Fernando Alonso hatte sich so viel vorgenommen für seinen Heim-Grand-Prix.

Doch am Ende stand in Barcelona ein enttäuschender sechster Platz zu Buche, noch hinter Williams-Pilot Valtteri Bottas. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis)

Nachdem die Presse nach dem letzten Rennen in Schanghai noch die Auferstehung des Spaniers feierte (BERICHT: Pressestimmen Schanghai-GP), tragen die heimischen Gazetten nun Trauerflor.

Mercedes wird gefeiert

Mercedes und Lewis Hamilton werden dagegen in den höchsten Tönen gelobt, die italienische Zeitung "Tuttosport" spricht bereits von den "Killerpfeilen". (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Sebastian Vettel wird von den internationalen Publikationen nach seinem Husarenritt zum letzten Hoffnungsträger im Kampf gegen die Langeweile erkoren. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen)

SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Spanien-GP zusammen.

SPANIEN

Marca: "Eine beleidigende Überlegenheit von Mercedes. Alonso nur Sechster, Hamilton hält bereits die Zügel der WM in der Hand. Auch Vettel lieferte von Startplatz 15 ein großes Rennen."

AS: "Doppelschlag der Silberpfeile, Alonso nur Sechster - Mercedes erniedrigt Ferrari. Der aktuelle Abstand zwischen der Mannschaft mit dem Stern und dem Rest ist brutal. Vettel zeigt mit einem Riesenrennen, dass er möglicherweise der Erste sein wird, der etwas Widerstand gegen die Silberpfeile leistet."

SPORT: "Niemand kann es mit Hamilton aufnehmen. Das fünfte WM-Rennen unterstrich die Überlegenheit von Mercedes. Vettel zeigte sich von Startplatz 15 kämpferisch, doch beide Mercedes waren von Beginn an unerreichbar. Alonso endete auf dem sechsten Platz."

El Mundo Deportivo: "Hamilton und Rosberg gehen mit ihren Mercedes-Boliden spazieren. Für Alonso bleibt nur ein trauriger sechster Platz vor 91.000 Zuschauern. Vettel reißt Ferrari den Kopf ab, obwohl er nur als 15. gestartet war. Die WM ist nur noch ein Fall für zwei, auch wenn theoretisch noch alles möglich ist."

ENGLAND

The Times: "Unbarmherziger Hamilton steht an der Spitze der Welt. Der Engländer setzte einen persönlichen Meilenstein, als er erstmals in seiner Karriere vier Siege in Folge feierte. Es war ein Start-Ziel-Sieg, doch dank Mercedes-Kollege Nico Rosberg wurde es für Hamilton in den letzten Runden noch einmal ungemütlich."

The Telegraph: "Kein Fahrer hat jemals vier Rennen in Folge in einer Saison gewonnen und den WM-Titel am Ende des Jahres verpasst. Lewis Hamilton hat dieses erste Etappenziel mit einem außergewöhnlichen hochspannenden Sieg in Spanien abgehakt. Doch der kleine Vorsprung auf Teamkollege Nico Rosberg hat gezeigt, dass Hamilton bis zum Ende hart kämpfen muss, um seinen Vorsprung zu halten. Sebastian Vettel machte große Fortschritte. Um seine Fähigkeiten als Rennfahrer gibt es seit fünf Jahren Diskussionen. In Spanien pflügte Vettel auf einen respektablen vierten Platz und zeigte erneut, dass die Zweifel unbegründet sind."

Daily Mail: "Hamilton hält Rosberg in Schach. Der Engländer wehrt die späten Attacken seines Teamkollegen ab und übernimmt die Führung im WM-Klassement. Der drittplatzierte Daniel Ricciardo lag fast 50 Sekunden hinter Hamilton, ein Hinweis darauf, welche Arbeit noch vor Red Bull liegt. Dennoch zeigte Sebastian Vettel eine starke Leistung, als er von Rang 15 auf den vierten Platz vorfuhr."

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ITALIEN

Tuttosport: "Die Mercedes-Boliden sind zu Killer-Pfeilen geworden. Die Meisterschaft ist für Mercedes reserviert, alle anderen hinken hinterher. Die Deutschen zeigen eine geradezu peinliche Überlegenheit. Beim Start jedes Rennens stellt sich nur noch die Frage, welcher der beiden Mercedes-Piloten gewinnt."

Gazzetta dello Sport: "Das perfekte Rennen für Hamilton, eine großartige Leistung unter schwierigen Bedingungen. Hamilton hat keinerlei Fehler begangen und aus dem Mercedes-Vorteil das Maximum herausgeholt. Auch Vettel leistet ein tolles Rennen, obwohl er nur auf Platz vier landet. In Spanien hat sich der Weltmeister wiedergefunden. Alonso erlebt den wohl schlechtesten Tag seiner Karriere bei Ferrari. Ausgerechnet vor seinem Publikum muss das spanische Idol kapitulieren - für Ferrari ist die WM nach fünf Rennen zu Ende."

Corriere dello Sport: "In Spanien holt Mercedes auf beeindruckende Weise alles, was es zu gewinnen gibt. Die Dominanz der Silberpfeile ist fast ohnegleichen in der Geschichte der Formel 1, die Überlegenheit erinnert an McLaren im Jahr 1988. Vettel zeigte trotz Schwierigkeiten Außergewöhnliches. Seine Aufholjagd auf den vierten Platz war beeindruckend, ein meisterhaftes Rennen trotz des zittrigen Saisonbeginns bei Red Bull."

Corriera della Sera: "Hamilton und Ricciardo lachen, ansonsten hat eine tiefe Depression ganz Montmelo verschlungen. Sogar Vettel ist trotz seiner Aufholjagd deprimiert, und Alonso hofft nicht mehr auf Wunder. Ferrari wird Tag und Nacht für den Neubeginn arbeiten, doch man sollte keine Revolution erwarten."

Repubblica: "Hamilton und Rosberg auf einem anderen Planeten, Ferrari muss kapitulieren. Der F14T ist eine totale Pleite, die Saison 2014 droht für Ferrari zur schlimmsten der vergangenen 20 Jahre zu werden."

ÖSTERREICH

Krone: "Mercedes zerstörte die Konkurrenz beim Europa-Auftakt in Spanien mit einem weiteren überlegenen Doppelsieg. Die Mercedes fuhren einmal mehr wie von einem anderen Stern. Dabei galt der Circuit de Barcelona-Catalunya noch als ein Kurs, auf dem die PS-Überlegenheit von Mercedes nicht ganz so stark zum Tragen kommt. Sonderlob gab es für Sebastian Vettel, der ein beherztes Rennen fuhr - sein vielleicht bestes in dieser Saison."

SCHWEIZ

Blick: "Drei Wochen machte die Formel 1 Pause. Geändert hat sich wenig. Wie in Malaysia, Bahrain und Shanghai ist Lewis Hamilton auch in Spanien nicht zu stoppen. Gefährden kann ihn nur Rosberg. Der Deutsche fährt zwar einige starke Rundenzeiten, beißt im Duell mit dem Teamkollegen aber wieder in den sauren Apfel. Sebastian Vettel rast nach toller Aufholjagd auf Rang vier."

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