Sebastian Vettel kann nach dem Spanien-GP etwas aufatmen. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Rennens © getty

Sebastian Vettel überzeugt in Barcelona und will noch in dieser Saison um Siege kämpfen. SPORT1 zeigt, wie ihm das gelingen kann.

Von Carsten Arndt

München - Bei all den Lobeshymnen und Schulterklopfern kann man schon mal den Überblick verlieren.

"Ich weiß gar nicht mehr, wen ich alles überholt habe", sagte Weltmeister Sebastian Vettel nach seinem Husarenritt beim Spanien-Grand-Prix.

Von Startplatz 15 war der viermalige Champion auf Rang vier gerast, konnte sich endlich mal wieder auf der Strecke austoben und das lange vermisste Gefühl des Überholens auskosten. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis)

"Es war weltmeisterlich, wie Sebastian fuhr", schwärmte Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz anschließend in der "Sport Bild".

Wieder um Siege fahren

Die Titelverteidigung, das ist nach Barcelona deutlicher als je zuvor, muss Vettel aber wohl abhaken.

Mercedes kontrollierte auch in Barcelona das Rennen nach Belieben, 49 Sekunden nach dem Zweitplatzierten Nico Rosberg überquerte mit Vettels Teamkollege Daniel Ricciardo der erste "Verfolger" die Ziellinie.

Für Vettel geht es daher in den nächsten Wochen vor allem darum, seinen Aufwärtstrend zu bestätigen und möglichst in diesem Jahr noch um den einen oder anderen Sieg zu fahren. (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen)

"Unser erstes Ziel ist es, dass wir wettbewerbsfähig werden, siegfähig", bestätigt Mateschitz.

SPORT1 nennt Vettels Hoffnungsschimmer

Kehrtwende bei Vettel

Am Wochenende überzeugte Vettel seit langem mal wieder mit dem, was er am besten kann: schnell Auto fahren.

Nach dem schwachen Saisonauftakt hatte sich bei Vettel viel Frust angesammelt.

Statt nach Lösungen für die Probleme zu suchen, lamentierte er Woche für Woche über die neuen Regeln, und wiederholte, was er von Hybrid-Motoren, Benzin-Limit und der neuen "leisen" Formel 1 hält.

In Barcelona wirkte er nun wie ausgewechselt. Das ganze Wochenende über konzentrierte er sich endlich auf das Wesentliche (Einwurf: Vettel hat seine Lektion gelernt).

Die Folge: Der Weltmeister fuhr sein mit Abstand bestes Rennen der Saison, zeigte einige spektakuläre Überholmanöver, stellte die schnellste Rennrunde auf und präsentierte sich als würdiger Champion.

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Vettel scheint endlich die neuen Regeln zu akzeptieren und mit seiner "Suzie" besser zu harmonieren.

Red Bull`s Finanzkraft

Mit einem Etat von geschätzten 320 Millionen Euro hat das Red-Bull-Team die finanziell größten Möglichkeiten im Formel-1-Zirkus.

Nicht zuletzt deshalb hat Red Bull - im Vergleich zum Saisonstart - den wohl größten Sprung im Feld gemacht.

"Wir haben wieder ein gutes Auto. Angefangen haben wir mit zwei Sekunden Rückstand, jetzt sind wir bei einer. Es ist alles schon viel besser geworden. Wir versuchen, diese Entwicklung fortzusetzen - mit allen unseren Möglichkeiten", kündigte Mateschitz an.

Heißt im Klartext: Auch finanziell ist man offenbar bereit, noch einmal nachzulegen.

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Renault macht Fortschritte

In den vergangenen Jahren konnte Red Bull meist durch ein starkes Gesamtpaket überzeugen.

Zwar hatte man nicht unbedingt den stärksten Motor im Feld. Gerade in Bezug auf die PS-Leistung war der Ferrari- oder Mercedes-Antrieb zumeist stärker. Doch letzten Endes stimmte bei den "Bullen" immer die Mischung aus Chassis und Motorenleistung.

In diesem Jahr allerdings hängt der Renault-Motor bislang so weit hinterher, dass auch Chefdesigner Adrian Newey diesen Rückstand nicht mehr ausgleichen konnte. Doch schon bald könnte das Gesamtpaket einen großen Schritt nach vorne machen.

"Wir haben an diesem Wochenende mit dem Energie-, dem Benzinmanagement und der Fahrbarkeit unseres Antriebs Fortschritte gemacht ", sagte Renault-Einsatzleiter Remi Taiffan und fügte hinzu: "Ich würde sagen, dass wir jetzt 90 Prozent des Aufholprozesses abgeschlossen haben. Es kommen noch letzte Verfeinerungen."

Turbo-Benzin

"Die Benzinentwicklung ist dieses Jahr entscheidend, weil die Regeln so neu sind", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner am Wochenende.

Um auch in dieser Hinsicht zu Mercedes aufzuschließen, waren Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo in Barcelona erstmals mit neuem Benzin von Schmierstoffpartner Total unterwegs. Dies soll pro Runde zwei bis drei Zehntel bringen.

Zwar blieb der erhoffte ganz große Effekt noch aus, doch erste Fortschritte waren bereits erkennbar.

"Im Benzin steckt eine Menge Leistung. Total hat dieses Wochenende ein neues Benzin gebracht, das ein bisschen geholfen hat. Wir brauchen mehr solche Schritte", sagte Horner

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"Krieg der Sterne"

Lewis Hamilton oder Nico Rosberg, der Weltmeister wird mit großer Sicherheit aus dem Lager der Silberpfeile kommen. Doch diese Konstellation birgt natürlich erheblichen Zündstoff. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Ich würde Lewis jetzt hassen, wenn ich Nico wäre", scherzte Vettel vor diesem Wochenende. Doch im Kampf um den Titel in der Königsklasse bahnt sich tatsächlich ein knallharter Kampf an.

"Für Monaco gibt es eine Kampfansage: Jedes Rennen, volle Attacke", tönte Rosberg. Die mittlerweile offen gelebte Rivalität spaltet bereits das Team.

"Sie glauben gar nicht, was sich in der Box bei uns in den letzten Runden abgespielt hat. Die Crews von Lewis und Nico sind sich beinahe an die Gurgel gegangen", berichtete Daimler-Boss Dieter Zetsche der "Bild".

Die Gefahr, dass es bald auch auf der Strecke kracht, wächst von Woche zu Woche ? eine Chance für Vettel.

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