Durch seinen vierten Sieg in Folge hat Lewis Hamilton (r.) Teamkollege Nico Rosberg an der Spitze der Gesamtwertung abgelöst. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Rennens © getty

Nach Platz zwei in Spanien will Rosberg in seiner Wahlheimat gegen Hamilton kontern. Vettel gewinnt "Suzie" lieb.

Von Holger Luhmann

Barcelona/München - Als Dominator Lewis Hamilton nach seinem vierten Sieg in Folge das Bad in der Menge genoss, verdrückte sich Nico Rosberg in die Katakomben der Tribüne.

Vor fünf Wochen hatten sich die beiden nach ihrem leidenschaftlichen Duell auf der Rennstrecke in Bahrain noch freundschaftlich geknufft, doch nach solch Spielereien stand Rosberg in Barcelona nicht der Sinn.

Auch beim Großen Preis von Spanien musste Rosberg seinen verflixten Mercedes-Teamkollegen vor sich dulden. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis) Auch in der Gesamtwertung hat ihm Hamilton erst einmal den Rang abgefahren, die Führung ist weg - und Rosberg war entsprechend bedient.

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"Es ist weiter knapp"

Der 28-Jährige machte aus seinem Innenleben keinen Hehl, zog aber auch neuen Mut aus der knappen Niederlage auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.

"Das frisst jetzt ein bisschen an mir. Die Zielflagge kam etwas zu früh. Noch eine Runde und ich hätte vielleicht zum Überholmanöver ansetzen können", sagte Rosberg. Ganze 0,636 Sekunden fehlten im Ziel.

Zugleich schöpft er eben aus diesem knappen Rückstand neue Hoffnung.

"Der zweite Platz ist in Ordnung. Es ist weiter knapp, auch in der Gesamtwertung", erklärte Rosberg weiter: "Und es sind ja noch einige Rennen."

Vorjahressieg gibt Hoffnung

Gerade auf den nächsten WM-Lauf freut sich Rosberg ganz besonders.

Denn in zwei Wochen geht es quasi auf die Terrasse seines Wohnzimmers nach Monaco. Dort, wo er und Hamilton praktisch Tür an Tür wohnen, hat er vor einem Jahr gewonnen. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

"Ich freue mich auf Monaco", sagte Rosberg.

Beim Grand Prix in seiner Wahlheimat will er die Initialzündung geben, um zu kontern: "Es fehlt ja nur ein Quäntchen. Es wäre schön, wenn mir in Monaco die Wende gelingen würde."

Vettel mit schnellster Runde

Dass das Titelrennen in diesem Jahr zu einem Zweikampf zwischen Hamilton und Rosberg wird, scheint unstrittig. Zu überlegen war die Machtdemonstration von Mercedes auch in Barcelona.

Daran ändert auch die starke Aufholjagd von Sebastian Vettel von Startplatz 15 auf Rang vier nichts.

Einen Tag nach seinem Getriebeschaden im Qualifying pflügte der Titelverteidiger in der Schlussphase des Rennens förmlich durch das Feld, düpierte unter anderem Kimi Räikkönen und raste sogar zur schnellsten Rennrunde. SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen

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"Komme mit Auto besser zurecht"

Dass Vettel erneut hinter Teamkollege Daniel Ricciardo landete, tat seiner deutlich verbesserten Stimmung keinen Abbruch.

"Es war ein guter Tag, was das Fahrgefühl angeht. Ich komme mit dem Auto immer besser zurecht", erklärte Vettel.

Zum ersten Mal in dieser Saison schienen Vettel und seine "Suzie" miteinander zu harmonieren.

Titel so gut wie weg

Den Titel haben Vettel und Red Bull dennoch fast abgehakt. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Wir können nur hoffen, dass es an der Spitze den Krieg der Sterne gibt und die beiden sich gegenseitig in die Kiste fahren", sagte Motorsportberater Helmut Marko vor dem Rennen in Barcelona bei "Bild.de".

"Wir sehen Mercedes gar nicht mehr", erklärte der 71-Jährige resigniert: "Wir machen ja kleine Schritte vorwärts, aber die macht Mercedes auch. Wir brauchen einen Quantensprung, sonst ist das Jahr gelaufen."

"Nico und Lewis keine Nasenbohrer"

Vettel sieht zwar "Potenzial" in seinem Auto. An eine Aufholjagd im Titelkampf mag er aber auch nicht mehr so recht glauben.

Die Begründung lieferte er gleich mit: "Nico und Lewis sind ja keine Nasenbohrer."

Auch eine Art von Respektbekundung.

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