MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Sebastian Vettel hat bislang erst einmal in Spanien gewonnen © getty

Für den Spanien-GP kündigt Red Bull ein großes Update-Paket an. Nicht nur neuer Sprit soll Vettel endlich schneller machen.

Von Tobias Wiltschek

München - Drei Wochen Pause gönnte sich die Formel 1 vor dem Europa-Auftakt in Barcelona (Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) am kommenden Wochenende.

Bei Red Bull und Motorenpartner Renault war jedoch von Erholung keine Rede. Fieberhaft arbeiteten die Mechaniker an Weiterentwicklungen für den Spanien-Grand-Prix.

Denn der Rückstand auf WM-Spitzenreiter Mercedes ist in den ersten vier Rennen der Saison schon auf 97 Punkte angewachsen. In der Fahrerwertung liegt Sebastian Vettel bereits stattliche 46 Zähler hinter dem Führenden Nico Rosberg (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Horner glaubt an Aufholjagd

Aufgegeben haben sich die "Bullen" allerdings noch lange nicht. "Wir werden alles geben", kündigt Teamchef Christian Horner bei "Sky Sports" an: "Ich glaube, wir können es mit ihnen aufnehmen, wir dürfen sie nur nicht allzu weit davonziehen lassen."

Auch Horner weiß natürlich, dass die angestrebte Wende im Titelkampf bald gelingen muss.

Schon in Barcelona rechnet sich das Team um Weltmeister Sebastian Vettel gute Chancen aus, die Silberpfeile einbremsen zu können.

SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen

"Die langen, schnellen Kurven bedeuten, dass es zu einem Auto mit hocheffizienter Aerodynamik passen wird", spricht sich der Heppenheimer Mut zu.

Keine Motoren-Strecke

Im Gegensatz zu den Strecken in Bahrain und Schanghai, wo die beiden vergangenen beiden Rennen ausgetragen wurden, kommt es auf dem Circuit de Catalunya nicht so sehr auf die Motorenleistung an.

Die Vorteile der Mercedes-Power könnte Red Bull also mit seiner ausgeklügelten Aerodynamik ausgleichen.

Auf die Schwäche des Konkurrenten allein will das Team aus Milton Keynes aber nicht vertrauen. Deshalb wartet der Brause-Rennstall beim fünften Grand Prix des Jahres mit zahlreichen Neuerungen auf.

Neues Benzin

"Wir versuchen alles. Wir stellen alles auf null und starten neu", verspricht Vettel, der mit einem Chassis-Wechsel zur Aufholjagd auf Mercedes bläst: "Natürlich sind wir hier, um zu gewinnen, dafür müssen aber viele Sachen zusammenkommen."

Große Hoffnungen setzen die Verantwortlichen auf ein neues Benzin, das für einen spür- und messbaren Leistungsschub sorgen soll.

"Das bringt uns zwei, vielleicht drei Zehntel", setzt Motorsportberater Helmut Marko auf einen ähnlichen Effekt wie bei Ferrari vor drei Wochen in China. Dort war Fernando Alonso mit neuem Sprit auf Platz drei gerast.

Auch aus der Renault-Fabrik im französischen Viry-Chatillon kommen positive Signale. Die anfällige Motoren-Software - bislang das große Ärgernis beim Weltmeister-Team - ist noch einmal gründlich überarbeitet worden.

"Die soll die Fahrbarkeit und damit die allgemeine Leistung weiter verbessern", erklärt Renault-Einsatzleiter Remi Taffin vor dem Großen Preis von Spanien.

Fingerzeig für gesamte Saison

Sollten die "Bullen" in Barcelona tatsächlich den Anschluss an Mercedes herstellen können, wäre das für Taffin auch ein Fingerzeig für die gesamte Saison: "Dieser Grand Prix könnte zeigen, dass das Rennen an der Motorenfront deutlich enger ist, da der Kurs dank seiner durchschnittlichen Charakteristik viel repräsentativer ist."

Soll heißen: Der Circuit de Catalunya ist mit seinem Mix aus einer langen Geraden sowie einigen langsamen und schnellen Kurven auch im Hinblick auf die meisten kommenden Rennen ein idealer Gradmesser.

Hier gibt es Tickets für die Formel 1

Mercedes beobachtet Rivalen

Umso genauer beobachtet man natürlich auch bei Mercedes die Entwicklungsarbeit der Konkurrenz. "Jedes Team hat in der Pause seit dem letzten Rennen hart gearbeitet, um mit neuen Teilen zusätzliche Performance herauszuholen", sagt WM-Spitzenreiter Rosberg.

Motorsportchef Toto Wolff ergänzt: "Wir haben bereits gesehen, dass unsere Rivalen unermüdlich daran arbeiten, den Rückstand auf uns aufzuholen."

In Barcelona hat er vor allem Lokalmatador Fernando Alonso auf der Rechnung. "Ferrari kann auf den Alonso-Faktor zählen, denn er ist eine Bestie, die zu unglaublichen Leistungen fähig ist", sagte der Österreicher den "Salzburger Nachrichten".

[kaltura id="0_2qtf8ukc" class="full_size" title="Hamiltons Barcelona Check im Video"]

Lowe will Führung ausbauen

Doch auch bei den Silberpfeilen ging die Entwicklungsarbeit unvermindert weiter.

"Es gab bei uns keinen Anlass, sich zurückzulehnen", betont Technikchef Paddy Lowe und fügt entschlossen an: "Unser Ziel ist es nicht nur, die Entwicklungsarbeit unserer Rivalen mitzugehen, sondern sie zu übertreffen."

Um das herauszufinden, gibt es wohl keine geeignetere Strecke als den rund viereinhalb Kilometer langen Kurs vor den Toren Barcelonas.

Weiterlesen