Fernando Alonso bleibt in Spa auch nach 2013 ohne Grand-Prix-Sieg © getty

Der Ferrari-Star analysiert seine grandiose Leistung beim Belgien-GP nüchtern. Vettel hat viel Spaß. Die Stimmen.

Spa - Fernando Alonso hat schon viel erlebt in der Formel 1.

Beim Großen Preis von Belgien (Bericht) absolvierte der Spanier bereits sein 208. Rennen in der Königsklasse.

Dass er dieses als "ziemlich langweilig" bezeichnet, überraschte dann aber doch. Schließlich fuhr der Ferrari-Star bei seiner famosen Aufholjagd von Startplatz neun bis auf Rang zwei vor (DATENCENTER: Rennergebnis).

Nur Sebastian Vettel war für Alonso nicht mehr einzuholen. Der Red-Bull-Pilot freute sich über ein "fantastisches Rennen", mit dem er seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf 46 Punkte ausbaute.

Die beiden Mercedes-Piloten beurteilten das Rennen auf unterschiedliche Art und Weise (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

SPORT1 fasst die Stimmen zum Großen Preis von Belgien zusammen:

Sebastian Vettel (Red Bull, Platz 1): "Es war ein fantastisches Rennen, vom Start bis ins Ziel. Wir hatten eine gute Strategie. Und der Windschatten von Lewis in der Eau Rouge war natürlich eine große Hilfe. Als ich an ihm vorbei war, hatten wir ein unglaubliches Tempo. So konnten wir das Rennen kontrollieren. Das hat mir viel Spaß gemacht. Sorgen hatten wir nur, dass gegen Rennende vielleicht Regen einsetzen könnte. Dieser Kelch ging aber an uns vorüber."

Fernando Alonso (Ferrari, Platz 2): "Ich war weit weg von Sebastian (Vettel, Anm. d. Red.) und von hinten drohte auch keine große Gefahr. Es war ziemlich langweilig. Wir mussten nach dem gestrigen Tag Positionen gutmachen. Das war am Samstag nicht in Ordnung, aber ab dem Start lief es einfach rund. An Wochenenden wie diesem, muss man das Maximum an Punkten herausholen. Das haben wir getan."

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 3): "Es war ein anstrengendes Rennen. Das Team hat während des gesamten Wochenendes toll gearbeitet, ich bin wirklich glücklich über das Resultat. Im gleichen Atemzug mit einer Legende wie Niki Lauda genannt zu werden (wie Hamilton 54 F1-Podiumsplatzierungen, Anm. d. Red.), ist ein Privileg."

Nico Rosberg (Mercedes, Platz 4): "Für mich ist das ganze Wochenende nicht perfekt gelaufen. Schon im Qualifying habe ich Pech gehabt und war dadurch nicht dort, wo ich sein sollte. Das hat auch mein Rennen entscheidend beeinflusst. Wir haben zwar erwartet, ein bisschen langsamer zu sein als Red Bull. Aber wir haben nicht erwartet, dass Ferrari schneller war als wir. Das war etwas überraschend."

Mark Webber (Red Bull, Platz 5): "Es war sehr schwierig, an Nico vorbeizukommen. Er hatte auf Regen gesetzt und daher einen größeren Heckflügel, aber unsere Höchstgeschwindigkeit reichte nicht aus, um ihn im ersten Sektor zu überholen. Wir mussten etwas riskieren, deshalb habe ich den harten Reifen im Mittelstint gewählt. Wenn du zurückliegst, musst du etwas anderes versuchen."

Adrian Sutil (Force India, Platz 9): "Maldonado hat mir in die La Source hinein plötzlich extrem die Tür zugemacht. Da wollte ich ihm zeigen, dass das nicht richtig war, und musste dafür eine Hand vom Steuer nehmen. Wie ich anschießend Gutierrez in der Eau Rouge überholt habe, ist schwer zu erklären. Wenn man im Auto drinsitzt, dann macht man das irgendwie automatisch. Man hat das Gefühl, dass es geht und dann hält man drauf. Im Fernsehen sieht es dann immer spektakulär aus, aber es war kontrolliert."

Nico Hülkenberg (Sauber, Platz 13): "Beim Start kam ich relativ weit nach vorne. Es war eng, aber ich bin durchgekommen. Ich hatte eine gute erste Runde, aber danach hat die Pace von Anfang an gefehlt. Das Auto war ziemlich schwer zu fahren. Die Reifen haben schnell abgebaut, wir mussten früher reinkommen, als wir eigentlich wollten. Insgesamt muss man einfach sagen: Es fehlte heute die Performance."

Kimi Räikkönen (Lotus, Ausfall): "Ich hatte schon früh im Rennen Probleme. Ich weiß nicht, was genau passiert ist, aber ich denke, es war Bremsversagen. Es machte aus diesem Grund wirklich keinen Sinn, weiterzufahren. Wir hatten beide gute Starts, aber es gab in der ersten Kurve nicht ausreichend Platz, wo ich über den Randstein fuhr und etwas Zeit verlor. Danach machte ich so viel Druck, wie ich nur konnte und es lief ganz gut, bis ich aufgeben musste. Wir haben eine Menge Rennen beendet und waren sehr zuverlässig. Eines Tages muss einem das Glück ausgehen, und das war heute dieser Tag."

Ross Brawn (Teamchef Mercedes): "Ich bin mir nicht sicher, warum wir in den ersten Runden so zu kämpfen hatten. Wir waren sehr leichte Opfer und eine halbe Sekunde zu langsam. Die Balance hätte vielleicht ein bisschen besser sein können, doch am Ende war das Auto nicht schlecht in Form. Und wir hatten keine Probleme mit den Reifen. Beide Fahrer konnten im letzten Stint nochmals richtig Druck machen, um ihre Position zu halten."

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