Weltmeister Sebastian Vettel fährt in Belgien seinen vierten Sieg 2013 ein © getty

Der Red-Bull-Star zeigt in Spa eine eindrucksvolle Vorstellung. Pole-Setter Hamilton kann nicht folgen. Alonso holt gewaltig auf.

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Vom Belgien-Grand-Prix berichtet Andreas Reiners

Spa - Sebastian Vettel ist nicht nur mit neuer Frisur, sondern auch neuem Schwung aus der Formel-1-Sommerpause gekommen.

Der 26-Jährige feierte beim Großen Preis von Belgien seinen fünften Saisonsieg und baute seine Führung in der WM-Wertung weiter aus. Der Red-Bull-Pilot verwies beim elften Saisonrennen in Spa seine Konkurrenten Fernando Alonso aus Spanien im Ferrari sowie die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton, der von der Pole-Position gestartet war, und Nico Rosberg auf die Plätze. (DATENCENTER: Rennergebnis)

Vettels Teamkollege Mark Webber aus Australien wurde Fünfter.

Für den seit der Sommerpause hellblonden Vettel war es nach 2011 der zweite Sieg auf dem Ardennenkurs und der 31. Grand-Prix-Erfolg seiner Karriere.

Vettel baut Führung weiter aus

In der WM-Wertung hat der dreimalige Weltmeister acht Rennen vor Saisonende 46 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Alonso. Hamilton ist nun Dritter. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Einen Rückschlag im Titelkampf musste Kimi Räikkönen hinnehmen. Der Finne schied nach 26 Runden mit einem technischen Defekt seines Lotus aus und rutschte in der Gesamtwertung von Platz zwei auf Rang vier ab.

Den beiden anderen deutschen Piloten blieb in Spa nur das graue Mittelfeld. Adrian Sutil fuhr im Force India als Neunter zumindest noch zwei Punkte ein, Nico Hülkenberg ging als 13. leer aus.

Bleibt es trocken?

Die bangen Blicke richteten sich am Sonntag wie immer in Spa gen Himmel: Regnet es oder regnet es nicht? Die Chancen standen zwar bei 60 Prozent, doch es blieb zunächst trocken.

Pole-Mann Hamilton erwischte dann auch einen guten Start, doch lange konnte der Brite seine Führung nicht verteidigen. Auf der langen Geraden nach der Eau Rouge setzte Vettel bereits in Runde eins zum Angriff an und schnappte sich den Mercedes-Piloten spielend. Hinter den beiden verbesserte sich Rosberg auf Platz drei.

Doch den verlor der 27-Jährige nur wenig später an Alonso, der von Startplatz neun durch das Feld pflügte und ein ganz starkes Rennen fuhr.

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Die beiden Mercedes-Fahrer waren schließlich die ersten Spitzenpiloten, die sich frische Reifen holten. Vor allem Rosberg hatte arge Probleme: Webber saß ihm im Nacken, Alonso musste er ziehen lassen.

Vettel wechselte als Letzter der Spitzengruppe seine Pneus, konnte seine Führung aber beständig ausbauen. Hinter dem Titelverteidiger tobten aber die Positionskämpfe. Alonso nutzte schließlich einen Fahrfehler Hamiltons aus und verbesserte sich noch vor Halbzeit des Rennens auf Position zwei. Dahinter reihten sich die beiden Mercedes ein, auf Platz fünf lag Vettels Teamkollege Webber. Räikkönen hing auf Platz acht fest.

Einsam an der Spitze

Immer in Kontakt mit den Wetterfröschen fuhr Vettel an der Spitze einsam seine Runden. In Runde 26 kam das Ende für Räikkönen, der seinen Lotus wegen eines technischen Defekts in der Box abstellen musste.

Nach den zweiten Stopps in Runde 31 blieb Vettel souveräne neun Sekunden vor Alonso. Dritter war weiter Hamilton vor Rosberg und Webber. Da der Wettergott mitspielte und es trocken blieb, änderte sich bis ins Ziel nicht mehr viel.

Das Rennen war zwar vergleichsweise unspektakulär, dafür ist in der "Silly Season" der Formel 1 hinter den Kulissen traditionell ordentlich was los. In Spa machte jetzt die Runde, dass Räikkönen angeblich bei Ferrari unterschrieben haben soll. Das Dementi aus dem Lager des Finnen kam aber prompt: "So ein Blödsinn", sagte sein Manager Steve Robertson im Interview mit dem finnischen TV-Sender MTV3. "Wir stehen genau da, wo wir vor vier Wochen schon waren: Wir haben noch keinen Vertrag unterschrieben."

Auch Räikkönen hatte zuletzt beteuert, dass seine Zukunft noch nicht entschieden sei.

Allerdings verriet der Champion von 2007 in Spa auch, dass es mit der Zahlungsmoral seines Lotus-Teams nicht weit her sei. Lotus hat offenbar noch nicht den ganzen Betrag, der ihm zusteht, überwiesen. Außerdem wolle er ein siegfähiges Auto. Fortsetzung folgt nach Spa. Ganz sicher.

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