Sebastian Vettel feierte 2011 seinen bislang einzigen Sieg in Belgien © getty

Der Red-Bull-Pilot lässt sich von einer Schrecksekunde im Training zum Belgien-GP nicht beirren. Die Silberpfeile bleiben stumpf.

Spa - Ein Reifenschaden beendete seinen ersten Arbeitstag nach der Sommerpause vorzeitig, doch Sebastian Vettel hinterließ zum Neustart in die Mission Titelverteidigung im belgischen Spa dennoch einen starken Eindruck.

Der Formel-1-Weltmeister steuerte seinen Red-Bull-Boliden am Freitag (Highlights ab 20.15 Uhr im TV auf SPORT1) in der Bestzeit von 1:49,331 Minuten um den Traditionskurs in den Ardennen, einzig sein Teamkollege Mark Webber (1:49,390) konnte vor dem Qualifying am Samstag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Der Australier war 59 Tausendstel langsamer, Vettels Konkurrenten im Kampf um die WM gingen die schnellen Zeiten nicht mit (DATENCENTER: Ergebnisse des Training).

"Insgesamt war das ein positiver Tag, wir waren mit beiden Autos gut unterwegs. Der Rest muss sich zeigen", sagte Vettel.

Zerfetzter Hinterreifen

Denn Zweifel hinterließ der Reifenschaden, der Vettel die letzten Minuten der Session kostete. Mit zerfetztem rechten Hinterreifen an seinem Red Bull kehrte der 26-Jährige um kurz nach 15 Uhr in die Box zurück.

Ein Bild, das ein wenig an die verheerenden Reifenschäden beim Großen Preis von England erinnerte, in deren Folge Hersteller Pirelli neue Pneus geliefert hatte.

"Wichtig ist jetzt, dass wir verstehen, welche Art von Problemen wir hatten, die dann zum Plattfuß geführt haben", sagte Vettel, "das ist leider noch nicht klar. Ich habe nichts anders gemacht als sonst."

Pirelli will Strecke untersuchen

Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery war um Beruhigung bemüht: "Es ist ganz anders als in Silverstone. Es sieht aus, als hätte etwas auf der Oberfläche zu einem Schnitt geführt", sagte der Brite und legte Fotos des zerstörten Reifens vor.

"Wir müssen uns die Strecke an den betroffenen Stellen jetzt genauer anschauen."(DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Plattfuß bei Alonso

Neben Vettel hatte aber auch der spanische WM-Verfolger Fernando Alonso einen Reifenschaden erlitten.

Zwei Löcher sollen in der Lauffläche aufgetreten sein. Bei Vettel hatte hingegen ein Teil des Autos am Reifen gescheuert.

Hinter dem dominanten Red-Bull-Duo belegte Lotus-Pilot Romain Grosjean (Frankreich/1:50,194) mit bereits deutlichem Rückstand den dritten Platz. Der finnische WM-Zweite Kimi Räikkönen (Lotus/1:50, 318) wurde Sechster vor dem Gesamtdritten Alonso (Spanien/1:50,510) im Ferrari.

Mercedes ohne Spitzenzeiten

Keine Spitzenzeiten lieferte am Freitag Mercedes. Nico Rosberg (Wiesbaden/1:50,601) wurde lediglich Neunter. Sein Teamkollege Lewis Hamilton, (England/1:50,751), der als WM-Vierter noch Titelchancen hat, musste sich gar mit dem zwölften Platz begnügen und offenbarte mit vielen Verbremsern und Ausritten einige Probleme mit seinem Boliden.

Der Gräfelfinger Adrian Sutil (1:50,629) wurde im Force India Elfter, Sauber-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich/1:50, 972) belegte den 13. Platz.

Während der Nachmittagssession schien die Sonne durchgehend, ob die Erkenntnisse für das vermutlich verregnete Wochenende von großem Wert waren, bleibt allerdings abzuwarten.

"Am Wochenende soll es ja leider nicht so schön werden", sagte Vettel.

Vorgeschmack auf das Wochenende

Noch am Vormittag war das Wetter in den Ardennen mit anhaltend leichtem Regen seinem Ruf gerecht geworden und hatte eher einen Vorgeschmack auf die Verhältnisse während Qualifying und Rennen gegeben.

Der Nieselregen verwandelte den Traditionskurs in eine rutschige Piste. "Eigentlich kann man aber gar nichts lernen, weil es halb trocken und halb nass ist", sagte "Sky"-Experte Marc Surer.

Die Schwierigkeit lag in den Mischverhältnissen. Während einige Stellen der 7,004 km langen Berg- und Talstrecke bereits getrocknet waren, fiel woanders weiter leichter Regen. Die richtige Reifenwahl war damit eine Herausforderung, auch Vettel machte Bekanntschaft mit den Tücken von Spa.

Red Bull unbeschädigt

Auf Slicks unterwegs, rutschte er unter anderem in der Haarnadelkurve La Source von der Strecke, sein Red Bull blieb jedoch unbeschädigt.

Für das Zeittraining am Samstag kündigt der Wetterradar Regen, eventuell sogar Gewitter an, auch beim Rennen am Sonntag soll es nass werden. Vettel geht als Spitzenreiter mit 172 WM-Punkten in das elfte Saisonrennen, seine Verfolger Räikkönen (134), Alonso (133) und Hamilton (124) hoffen am Sonntag auf Ausrutscher des Weltmeisters.

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