Sebastian Vettel hat in vier Jahren mit Red Bull drei WM-Titel gewonnen © getty

Nach seinem dramatisch errungenen WM-Titel verneigt sich die Welt-Presse vor Vettel. Auch Alonso wird gefeiert.

Sao Paulo/München - Jüngster Dreifach-Weltmeister aller Zeiten!

Was für ein Titel, den der erst 25-jährige Sebastian Vettel nun für sich beanspruchen darf.

Nach einem verrückten und an Spannung kaum zu überbietenden Rennen beim Großen Preis von Brasilien (Nachbericht) sichert sich der Red-Bull-Pilot die WM-Krone und wird von den Medien weltweit als "Wunderkind", "SuperVettel", "König" oder "Red-Bull-Hero" (Österreich) gefeiert.

Spanien und Italien feiert Alonso

Doch auch der nur knapp geschlagene Fernando Alonso erhält in den Medien großen Zuspruch - vor allem in Spanien und Italien.

"Super-Alonso heldenhaft", titelt beispielsweise die "Gazetta dello Sport" (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zusammen:

ENGLAND

The Sun: "Wow Paulo! Seb ist wieder der König! Vettels Triumph krönt eine bemerkenswerte Aufholjagd, nachdem er zur Hälfte der Saison schon 42 Punkte Rückstand hatte. Seine Kritiker sagen unfairerweise, dass sein Erfolg nur am superschnellen Red-Bull-Auto liegt. Natürlich ist das Auto wichtig, aber Vettel hat es auch geschafft, das Beste aus ihm rauszuholen."

Mirror: "Sebastian Vettel ist außergewöhnlich. Er übertrifft einige der größten Namen, die der Sport je gesehen hat." (ANALYSE: Vettels Triple-Trümpfe)

The Independent: "Die Meinungen über Vettel gehen auseinander. Michael Schumachers Arroganz auf und neben der Strecke war legendär. Der schulbübische Vettel ist ein ganz anderer Charakter, auch wenn es bei ihm große Unterschiede gibt zwischen Seb, dem Gewinner und Seb, dem Verlierer. Von allen Fahrern ist er wahrscheinlich der Intelligenteste, und er trägt das Herz auf der Zunge. Vettel hat klar gezeigt, dass er ein Meister ist. Dass er schon wieder Champion ist, kann nicht nur Glück sein."

Telegraph: "Vettel fuhr eine atemberaubende Achterbahnfahrt auf dem Weg zum jüngsten Triple-Champion der Formel-1-Geschichte. Irgendwo inmitten all des Chaos, des Dramas und der Tränen, fand ein außerordentliches Rennen statt in Interlagos am Sonntag. Es wäre sinnlos, auch nur zu versuchen, es Schlag für Schlag zu beschreiben."

Guardian: "Vettel gewinnt den Titel nach einer brasilianischen Berg- und Tal-Fahrt." ( 643404 DIASHOW: Bilder des Rennens )

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SPANIEN

Marca: "Alonso schrammt an der Heldentat vorbei. Vettel übersteht einen Schock zu Beginn und einen schweren Fehler von Red Bull in der Box um der jüngste Pilot der Geschichte mit drei Titeln zu werden."

AS: "Das Wunder war nicht möglich, Vettel ist der Meister. Der bessere Pilot hat verloren. Wir sind stolz auf Alonso. Er streichelte den Titel und wurde Zweiter. Schumacher verabschiedet sich vom großen Zirkus, der 'Kaiser' sagt adios."

Sport: "Alonso war dem Wunder nahe. Die Prognose hat sich bewahrheitet: Vettel schafft seinen dritten WM-Titel. Es war ein Infarkt-Rennen. Schumi geht mit einem Lächeln und einem würdigen siebten Platz."

El Mundo Deportivo: "Sebastian Vettel, das enfant terrible der Formel 1, holt die WM gegen einen großen Fernando Alonso."

ITALIEN

Corriere dello Sport: "Keine Gnade für Ferrari, das den Sieg doch verdient hätte. Vettel im Formel-1-Olymp der Piloten, die drei WM-Titel in Serie gewonnen haben - zusammen mit Lauda, Piquet, Stewart, Brabham und Senna. Vettel ist ein toller Pilot, doch es sollte schwieriger sein, Zugang zur Geschichte zu haben. Vettel hat von Anfang an alles gehabt. Er ist sehr jung in die Formel 1 gekommen, er hat ein perfektes Auto und einen Teamkollegen wie Webber, der zwar robust und intelligent, insgesamt jedoch bescheiden ist.

Repubblica: "Ein Rennen bis zum letzten Atem. Vettel ist das Wunderkind, das Schumi und Fangio nachahmt. Mit 25 Jahren zählt er zu den größten des Formel-1-Olymps. Der junge Löwe der Formel 1 will die Rekorde des Ex-Königs Schumachers einen nach dem anderen abbauen. Sebastian ist jung und wenn er die richtigen Entscheidungen trifft, kann er wirklich davon träumen, zu den Größten aller Zeiten zu zählen."

Gazetta dello Sport: "Super-Alonso heldenhaft, Vettel weltmeisterlich. Der zweite Platz des Spaniers reichte nicht. Er war perfekt, aber der Deutsche rettet sich. Seb holt nach dem Crash mit Senna im Regen auf. Was für eine Reaktion! Ehre dem Weltmeister. Er hat den Titel verdient. Schumacher hat auch in seinem letzten Rennen Mut bewiesen. Er ist ein großer Vorbild für die Jungen."

Corriere della Sera: "Regen, Unfälle und Pannen - aber Vettel hält stand. Der Golden Boy der Formel 1 holt seinen dritten Titel."

Tuttosport: "Alonso verliert die WM wegen drei Punkten. Jetzt gebt ihm endlich ein ordentliches Auto!"

BRASILIEN

O Globo: "Interlagos war Bühne der Zepterübergabe zwischen zwei Deutschen. Michael Schumacher gab seinen Abschied bei dem Rennen, in dem Sebastian Vettel mit seinem sechsten Platz zum jüngsten Dreifach-Weltmeister wurde."

Folha de Sao Paulo: "Der jüngste Tri. Das ist nur der Anfang der Ära der Duelle zwischen Vettel und Alonso."

Correio Braziliense: "Schnell auf der Piste und im Leben. Vettel ist der jüngste dreimalige Weltmeister und präsentiert sich als aussichtsreichster Kandidat, um in die Fußstapfen eines Michael Schumachers zu treten."

Lance: "Vettel überlebt das Chaos und ist dreimaliger Formel-1-Weltmeister. Eine Saison, die in die Historie eingeht."

ÖSTERREICH

Kurier: "Sebastian Vettel raste nicht in den Olymp, er rollte. Der dritte WM-Titel war für Vettel ein Meilenstein - und sein Meisterstück. Selten zuvor lagen so viele Hindernisse auf dem asphaltierten Weg zur Krönung. All das verleiht der Leistung von Sebastian Vettel noch mehr Strahlkraft. Wie ein Komet stieg er auf, nach nur fünf vollen Saisonen kreist er ab sofort als erfolgreichster aktiver Fahrer in seiner eigenen Umlaufbahn. Vettel ist der Chefpilot.

Vettels Triumphzug kann die Formel 1 gerade gut gebrauchen. Nach dem Rückzug von Michael Schumacher, dem noch immer bekanntesten und wirksamsten Star rund um den Globus, ist die Branche auf der Suche nach einem Anführer, an dem sie sich aufrichten und reiben kann. Schumacher war sein Maßstab. Am Sonntag ist er selbst zu einem geworden."

Die Krone: "Wie in Abu Dhabi musste Vettel das Feld von hinten aufrollen, noch dazu mit einem sichtlich demolierten Auto. Doch auch diese Prüfung bestand der Hesse mit Bravour, selbst Funkprobleme im Finish konnten ihn nicht stoppen, ebenso wie ein total verpatzter letzter Boxenstopp."

Österreich: "Sebastian Vettel und der Motorsport - eine Geschichte der Superlative! Kein Fahrer zuvor hat in so kurzer Zeit so viele Rekorde aufgestellt. Kein Pilot verkörpert die neue Formel-1-Generation so gut wie Vettel. Der Red-Bull-Hero ist nicht nur schnell und erfolgreich, sondern auch sympathisch und intelligent."

SCHWEIZ

Blick: "Er geht durch die Regen-Hölle und kommt heil ins Ziel. Sebastian Vettel braucht 101 Rennen für drei Titel - und das Glück der großen Champions. Mehr Action bietet fast kein Kino-Thriller aus Hollywood. Es war ein würdiges WM-Finale. Mit einem würdigen Weltmeister namens Sebastian Vettel."

Neue Zürcher Zeitung: "Das Formel-1-Finale von Brasilien nur als 'Drama' zu bezeichnen, wäre eine Verniedlichung. Rang zwei hätte Alonso zum Titel gereicht - wenn nicht Vettels Kampfkraft und Risikobereitschaft gewesen wären."

FRANKREICH

L'Equipe: "Vettel gehört zu den Giganten dieses Sports: der jüngste Pilot in der Formel-1-Geschichte, der überhaupt Punkte in einem Rennen geholt hat (2007), der jüngste 'Poleman' (2008), der jüngste Weltmeister. Auch das Wetter war in Brasilien auf seiner Seite - er hat das Talent, aber auch das Glück der Großen."

Le Parisien: "Vettel hat seinen Platz in den Geschichtsbücher sicher. Was er in Brasilien geschafft hat, war ein Kunststück, das bewundernswert ist. Vettel könnte die Rekorde seines berühmten Vorgängers Michael Schumacher übertreffen - mit einem achten WM-Titel 2017. Er wird dann erst 30 Jahre alt sein."

Le Figaro: "Vettel - Riese unter den Riesen! Sonntag hat sich der Red-Bull-Pilot auf der Höhe seiner illustren Vorgänger gezeigt."

NIEDERLANDE

De Telegraaf: "Phänomen Vettel. Im regnerischen Brasilien hat Sebastian Vettel der Geschichte der Königsklasse des Autosports ein schönes Kapitel hinzugefügt. Wie so viele Sportler, die jahrelang ihre Disziplin dominieren, ist Vettel im letzten Jahr beim breiten Publikum nicht populärer geworden. Unter anderem ärgern sich immer mehr Menschen über seinen arroganten Finger, den er auch gestern wiederholt in die Luft streckte. Die Rennqualitäten Vettels sind aber über jeden Zweifel erhaben."

De Volkskrant: "In Tränen zum neuen Meilenstein."

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