Sebastian Vettel fährt seit 2009 für Red Bull in der Formel 1 © getty

Der WM-Spitzenreiter ist beim Saisonfinale vor der Quali zufrieden, aber vor Kapriolen gewarnt. Ferrari sucht Balance.

Von Felix Götz

Sao Paulo - München ? Eine rutschige Strecke, Hitze, Bodenwellen und ein hoher Reifenverschleiß:

Im Training zum Großen Preis von Brasilien haben die Piloten einen ersten Vorgeschmack auf die Tücken des Rennens auf dem Autodromo Jose Carlos Pace bekommen.

"Alle hatten zu kämpfen", sagte WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel, der zwar McLaren-Pilot Lewis Hamilton die Bestzeit überlassen musste, in beiden Sessions aber seinen Titel-Konkurrenten Fernando Alonso im Ferrari um mehr als 2,5 Zehntelsekunden hinter sich ließ (DATENCENTER: Das Trainings-Ergebnis).

"Es ist recht ordentlich gelaufen. Wir haben viele Informationen gesammelt. Jetzt müssen wir analysieren", zeigte sich Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei "Sky Sports F1" zufrieden.

"Freitags schaut man nur auf sich"

Das Ergebnis an sich mit dem zweiten Platz war den "Bullen" egal, auch Alonsos fünfter Rang interessierte offenbar keinen.

"Freitags schaut man nur auf sich selbst", erklärte Vettel: "Wichtig war, dass wir das Auto etwas verbessern konnten." ( 642941 DIASHOW: Bilder des Trainings )

Allerdings geht der Heppenheimer fest davon aus, dass sein RB8 noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hat.

"Wir können uns noch deutlich steigern. Aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen", mahnte Vettel.

Bedingungen ändern sich

Die Zeiten könnten auch deshalb einigermaßen wertlos gewesen sein, weil sich die Bedingungen wohl gravierend ändern werden.

Die Regenwahrscheinlichkeit für das Wochenende liegt in Interlagos bei 80 Prozent.

Während am Freitag die Sonne den Asphalt auf bis zu 50 Grad Celsius aufheizte, wird es also im Qualifying (Sa., ab 16.45 Uhr im LIVE-TICKER) bei leichtem und vor allem am Sonntag beim Rennen bei stärkerem Regen etwas kühler.

"Ich glaube, hier kann noch sehr viel passieren", ist WM-Leader Vettel, der 13 Zähler vor Alonso liegt und mit Rang vier definitiv Weltmeister wäre, gewarnt (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Es wird nicht einfach"

Vorsicht sollte der 25-Jährige auch walten lassen, weil Ferrari einen besseren Eindruck als noch am vergangenen Wochenende hinterließ.

"Sie sind auf jeden Fall viel besser aufgestellt, als sie es in Austin waren", sagte der frühere Formel-1-Pilot und heutige Experte Marc Surer bei "Sky".

Dennoch kam Alonso nicht ganz an Red Bull und McLaren ran.

"Wir haben noch nicht die optimale Balance gefunden. Wir haben noch ein wenig Arbeit vor uns. Es wird nicht einfach", erklärte der 32-Jährige (SERVICE: So wird Vettel Weltmeister).

Training macht Hoffnung

Hoffnung auf einen schönen Abschluss seiner ruhmreichen Karriere darf sich Michael Schumacher machen.

Der Rekord-Champion steuerte seinen Mercedes im ersten Training auf Rang elf, in der zweiten Session sprang dann ein starker sechster Platz heraus.

"Es lief recht gut. Wir müssen jetzt zusehen, dass wir unsere im Training gesammelten Erfahrungen nutzen, um ein gutes Qualifying, oder noch besser ein gutes Rennen abzuliefern", forderte der 43-Jährige.

Fans würdigen Schumi

Gewonnen hatte Schumi ohnehin schon vor der ersten Session. Auf den Tribünen waren viele Fans zu sehen, die ihn mit netten Plakaten würdigten.

"Ich schätze, dass man beim Qualifying und am Sonntag noch mehr davon sehen wird. Ich weiß, dass es einige Brasilianer gibt, die meine Leistungen in all den Jahren schätzen", freute sich Schumacher und kam zu dem Schluss:

"Es ist ein guter Ort, um meine zweite Karriere zu beenden."

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