Auf dem Nürburgring werden seit 1951 Formel-1-Rennen ausgetragen © imago

F-1-Promoter Bernie Ecclestone macht sich für die Rettung des insolventen Eifelkurses stark. Schumi glaubt an dessen Überleben.

Austin - Am Mittwoch wurde der Nürburgring für klinisch tot erklärt, zwei Tage später folgte die Wiederbelebung.

Die Traditionsstrecke in der Eifel darf immer noch auf die Ausrichtung des Großen Preises von Deutschland 2013 hoffen. Die abgebrochenen Gespräche mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wurden nach Informationen des "Sport-Informationsdientes" inzwischen wieder aufgenommen, und auch Rekord-Champion Michael Schumacher sagt: "Der Nürburgring wird weiterleben!" (News)

Ecclestone hat den deutschen Fans auf jeden Fall schon mal die Angst genommen, dass die Königsklasse im kommenden Jahr einen Bogen um Deutschland macht.

"Seien Sie sicher, dass 2013 in Deutschland gefahren wird", sagte er: "Irgendwo. Wir wollen und werden das Rennen in Deutschland mit Sicherheit nicht verlieren." Auch die Hoffnung auf den insolventen Nürburgring gab er nicht auf: "Wir versuchen alles, um den Ring zu retten."

Zeit eilt

Auch Weltmeister Sebastian Vettel drückt fest die Daumen. "Leider habe ich nicht genug Geld, um ihn zu kaufen", sagte er schmunzelnd: "Der Nürburgring und alles drumherum ist ein echtes Erlebnis. Dieses Erlebnis sollte man erhalten. Es ist schwierig für uns, den Nürburgring zu unterstützen. Wir können immer nur versuchen zu erklären, wie besonders er ist."

Doch die Zeit eilt: Eine Entscheidung über die Zukunft des insolventen Nürburgrings in der Königsklasse muss zügig fallen, damit der Hockenheimring als Ersatz-Ausrichter - ohnehin schon arg verspätet - endgültig in die konkrete Planung einsteigen kann.

Allerdings lässt "Big Bernie" den Worten auch Taten folgen.

"Sehr positive Tendenz"

Nachdem der Brite von Austin aus, wo am Sonntag der vorletzte WM-Lauf stattfindet, wieder die Drähte in die Eifel glühen ließ, herrschte dort wieder Optimismus vor.

Berichtet wird aus gut informiertem Kreis der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH (NAG) von "einer sehr positiven Tendenz". Die Insolvenzverwalter sollen angeblich ebenfalls Gesprächsbereitschaft signalisiert haben. Eine Einigung soll schon zu Beginn der nächsten Woche möglich sein.

Bleibt abzuwarten, ob dies wirklich der entscheidende Schritt in die richtige Richtung war. Vor allem die letzten Wochen gab es in der Eifel nämlich einen Zick-Zack-Kurs zwischen Hoffen, Bangen und Aufgabe.

Ende Oktober hatte NAG-Geschäftsführer Jörg Lindner noch vom "finalen Prozess" der Verhandlungen gesprochen und gehofft, schon beim Rennen in Abu Dhabi am ersten November-Wochenende Vollzug melden zu können.

Abbruch der Gespräche

Mitte dieser Woche erklärte NAG-Sprecher Karl-Heinz Steinkühler der "Allgemeinen Zeitung" aus Mainz dann nach dem zwischenzeitlichen Abbruch der Gespräche, es werde auf dem Nürburgring "keine Formel 1 mehr geben". (Bericht)

Auch alle anderen Veranstaltungen für das Jahr 2013 seien gefährdet, darunter das 24-Stunden-Rennen sowie die Konzertveranstaltung "Rock am Ring".

Hockenheim fordert Entscheidung

In Hockenheim hat man sich zwar grundsätzlich bereit erklärt, entgegen des jährlichen Wechsels nach dem Rennen 2012 auch für 2013 einzuspringen. Doch nach dem mäßigen Zuschauerzuspruch in diesem Jahr ist eine eventuelle Zusage auch an strikte Bedingungen geknüpft.

Außerdem drängt Hockenheim schon seit längerem auf eine Entscheidung.

Nicht nur die Planungen für das Rennen in acht Monaten müssen endlich konkret werden, auch auf das lukrative Weihnachts-Geschäft beim Kartenverkauf wollen und können die Badener im Fall der Fälle nicht verzichten.

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