Alexander Wurz feilte zwei Tage am Simulator an der Verbesserung der Strecke © getty

Der neue Kurs erinnert an Traditionsstrecken und bietet viel Abwechslung. Alexander Wurz stellt ihn bei SPORT1 vor.

Von Tobias Wiltschek

Austin/München - Das Senna-S aus Sao Paulo, Highspeed-Kurven aus Silverstone und enge Schikanen aus Hockenheim.

Die neue Rennstrecke in Austin erinnert in vielen Passagen an einen Mix aus verschiedenen Traditionskursen und verspricht für die Protagonisten viel Aufregung ( 530272 DIASHOW: Die Strecken 2012 ).

"Was für die Piloten cool sein wird, ist die erste Hälfte der Strecke. Dort geht es wie in einer Achterbahn dahin - alles im hohen Geschwindigkeitsbereich", sagt der ehemalige Formel-1-Fahrer Alexander Wurz bei SPORT1.

Wurz hilft Tilke

Der Österreicher fuhr die vom Architekten Herrmann Tilke entworfene Strecke in einem Simulator ab und half ihm dabei, den Kurs noch einmal zu verfeinern.

"Die Strecke wurde entworfen, als es noch kein DRS gab", erklärte Wurz. Daher habe er sich mit Tilke darauf geeinigt, die Strecke noch einmal auf die neuen Gegebenheiten hin zu simulieren, um einzelne Passagen zu verbessern.

Sebastian Vettel dürfte sich freuen, dass die Formel 1 in der entscheidenden Phase seines Duells mit Fernando Alonso noch einmal Neuland betritt.

Vettel siegt bei zwei Premieren

Denn die neuen Kurse liegen dem amtierenden Weltmeister.

Seit der Heppenheimer 2009 zu Red Bull wechselte, feierten drei Strecken ihre Formel-1-Premiere. Vettel war 2009 in Abu Dhabi und 2011 in Indien erfolgreich. Nur in Südkorea 2010 ging er beim Sieg seines Kontrahenten Alonso leer aus.

Für den 25-Jährigen spricht darüber hinaus die bärenstarke Form seines Teams.

"Vettel im Vorteil"

"Da der Red Bull keine offensichtliche Schwäche im Vergleich zu Ferrari hat, sehe ich im Zweikampf der beiden eher Vettel im Vorteil", meinte Wurz bei SPORT1.

Dennoch kann sich auch Alonso, der in der WM-Wertung vor den letzten beiden Rennen zehn Punkte Rückstand auf Vettel hat, berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg in Texas machen.

Der Spanier kommt mit einem neuen Aerodynamik-Update nach Austin, um endlich Ferraris eklatanten Nachteil gegenüber Red Bull im Qualifying wettzumachen.

Abstimmung am Simulator

Das Team aus Maranello fühlt sich gerüstet für den Trip in die USA. Dank intensiver Arbeit am Simulator haben die Roten bereits ein komplett auf die dortige Strecke abgestimmtes Setup im Gepäck.

"Wenn wir am Freitag in Austin ankommen, dann werden wir nicht zum ersten Mal über das Setup des Autos nachdenken", erklärte Chefdesigner Nikolas Tombazis. "Wir haben eine Karte der Strecke und Informationen erhalten und diese Daten dann für die Simulation genutzt."

In Texas müsse man dann lediglich an der Feinabstimmung arbeiten, hofft der Grieche.

Hügelige Strecke

Doch auch diese Aufgabe dürfte die Mechaniker ein paar Arbeitsstunden kosten. Denn der hügelige Circuit of the Amerikas bietet auf fünfeinhalb Kilometern nicht nur Nervenkitzel, sondern hält auch die eine oder andere Herausforderung bereit.

"Aufgrund der schnellen, aber auch langsamen Kurvenpassagen ist ein Kompromiss beim Setup gefragt", erklärt Wurz.

Dies sollte, so hofft der 38-Jährige, der Spannung im Rennen dienen.

Dazu kommt das Rätselraten um die Reifen.

Extra-Reifen für Piloten

Die Pneus werden auf dem Kurs in der Nähe von Austin so sehr beansprucht, dass Pirelli die Teams sicherheitshalber mit den beiden härtesten Reifenmischungen versorgt.

Damit sich die Fahrer besser auf den Asphalt einstellen können, erhält jeder Pilot am Trainingsfreitag einen Extra-Satz der harten Mixtur.

Gut möglich, dass sie dann auch gleich die Regenvarianten der Gummis testen können.

Für Texas ist eine Schlechtwetterfront vorhergesagt.

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