Auf dem Nürburgring werden seit 1951 Formel-1-Rennen ausgetragen © getty

Der NAG-Sprecher kündigt das Aus für die Königsklasse in der Eifel an. Die Gespräche mit Ecclestone seien abgebrochen worden.

Koblenz - Auf dem Nürburgring wird es "keine Formel 1 mehr geben".

Diese Behauptung stellte Karl-Heinz Steinkühler, Sprecher der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH (NAG), im Gespräch mit der "Allgemeinen Zeitung" auf.

Die Gespräche mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone seien abgebrochen worden.

Auch alle anderen Veranstaltungen für das Jahr 2013 seien gefährdet, darunter das 24-Stunden-Rennen sowie Rock am Ring. Das berichtet übereinstimmend auch die Rhein-Zeitung.

Insolvenz in Eigenverwaltung

Die privaten Pächter des Rings, Jörg Lindner und Kai Richter, wollen anscheinend zum 1. Dezember für die NAG Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden.

Die Kassen der NAG sind nach Aussage von Steinkühler zwar gefüllt, das diene allerdings dazu, mögliche Schadenersatzforderungen von Veranstaltern zu bedienen, die auf die Gesellschaft zukommen könnten.

Hockenheim könnte übernehmen

Wie es am Nürburgring weitergeht, ist damit völlig offen. Angesichts der Probleme der Traditionsstrecke hatte man am Hockenheimring bereits vor Wochen Bereitschaft signalisiert, das Rennen 2013 durchzuführen.

Eigentlich wäre man turnusgemäß erst 2014 wieder an der Reihe.

Ausschlaggebend für das Ende der Verhandlungen zwischen der NAG und der insolventen Nürburgring GmbH war die Absicht der Insolvenzverwalter, die NAG nun doch nicht mit einem Managementvertrag bis 2014 auszustatten.

Kein Rückhalt für Weiterbeschäftigung

Demnach hätten deren Gesellschafter Lindner und Richter sowie weitere leitende Angestellte für die Übergangszeit die Geschäfte am Ring im Auftrag weitergeführt. Davon sahen die Sanierer nun offenbar ab mit der Begründung, dass es für einen solchen Vertrag keinen Rückhalt gebe.

Das Land Rheinland-Pfalz und die Pächter streiten über Pachtzahlungen. Nach der Insolvenz der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH hatten die Ring-Sanierer die Verhandlungen übernommen.

"Tür nicht verschlossen"

Deren Sprecher Pietro Nuvoloni gibt die Hoffnung nicht auf. Der Rhein-Zeitung sagte er: "Wenn die Pächter an den Verhandlungstisch zurückkehren wollen, ist unsere Tür nicht verschlossen."

Sollten beide Parteien nicht mehr zusammenkommen, droht ein langwieriger Rechtsstreit mit unkalkulierbaren Folgen für den Eifelkurs. Die anliegenden Verfahren - eine Klage auf Räumung und auf die ausstehende Pacht - dürften wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

Die NAG hat angekündigt, entsprechende Schriftstücke einzureichen, um dagegen vorzugehen.

Weitere Konsequenz eines möglichen Scheiterns: Die privaten Pächter werden den Ring vorerst nicht räumen.

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