Mercedes wartet bereits seit vier Grand Prix auf einen WM-Punkt © getty

Mercedes hadert beim Abu Dhabi-GP erneut mit fehlendem Glück. Schumacher hat Pech mit dem Reifen, Rosberg mit Karthikeyan.

Von Jakob Gajdzik

München - Am Ende stand wieder die Null.

Trotz sieben Ausfällen beim Abu-Dhabi-GP (Bericht) gelang es Michael Schumacher im Mercedes erneut nicht, was Zählbares für den Stuttgarter Rennstall zu holen.

Der Rekord-Weltmeister beendete sein drittletztes Rennen im Silberpfeil auf Platz elf und schrammte knapp an den Punkten vorbei - bereits zum fünften Mal in Folge. (DATENCENTER: Renn-Ergebnis)

Trümmerteile sorgten bei Schumacher für einen platten Reifen und einen zusätzlichen Boxenstopp - und beraubten ihn so der Chance auf WM-Zähler. (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung)

Plattfuß kostet "wertvolle Positionen"

"Leider muss man sagen, dass wir heute wieder einmal Pech hatten", sagte der siebenmalige Champion: "Denn durch den Plattfuß musste ich sehr spät noch einmal an die Box fahren und habe dadurch wertvolle Positionen verloren."

Die letzten Punkte für den 43-Jährigen resultieren noch aus Europa. In Monza fuhr Schumacher auf den sechsten Platz.

"Natürlich habe ich bis zum Rennende noch gehofft, an die Punkteränge heran fahren zu können, und ich bin auch gut näher gekommen. Aber ganz gereicht hat es dann leider nicht", zeigte sich Schumi enttäuscht.

Abu Dhabi war - Sebastian Vettel mit seiner grandiosen Aufholjagd ausgenommen - allgemein kein gutes Pflaster für die deutschen Fahrer. Außer dem WM-Leader holte keiner seiner Landsleute Punkte.

Rosberg sorgt für Schrecksekunde

Schumachers Teamkollege Nico Rosberg sorgte dabei für die Schrecksekunde des Rennens, als er in der neunten Runde beinahe ungebremst in HRT-Pilot Narain Karthikeyan raste und nach spektakulärem Flug mit seinem Silberpfeil von der Strecke in einen Reifenstapel krachte. ( 634532 DIASHOW: Bilder des Rennens )

"Alles super", gab der Mercedes-Fahrer nach seinem Unfall aber schnell Entwarnung: "Das fühlte sich im Auto nicht so heftig an wie es von außen vielleicht ausgesehen hat."

"Narain Karthikeyan sagte mir, dass seine Lenkung brach und er deshalb bremsen musste. Das hatte ich in dieser schnellen Kurve nicht erwartet. Ich hatte keine Zeit, um darauf zu reagieren und bin sehr dankbar, dass es uns beiden gut geht", beschrieb Rosberg die Situation.

"Ich sah blauen Himmel"

Dennoch gestand der 27-Jährige: "Es war ein Schreckmoment. Ich sah blauen Himmel und hoffte, dass ich nicht irgendwo kopfüber lande. Es ist aber recht gut gegangen."

Dass Rosberg überhaupt in diese Situation geriet, war nach einem vielversprechenden siebten Startplatz einer Kollision in der ersten Runde geschuldet.

Eine Berührung mit Romain Grosjean beschädigte seinen Frontflügel und zwang ihn zu einem frühen Boxenstopp.

"Das Auto lag gut, ich hätte im Rennen gut dabei sein können. Es ist schade", sagte Rosberg nach seinem Ausfall, der den vierten punktlosen Grand Prix für die Silberpfeile in Folge bedeutete.

Hülkenberg mit kurzem Tag

Für Nico Hülkenberg war es ebenfalls ein gebrauchter Tag. Der Force-India-Pilot musste seine Punkte-Hoffnungen im Wüstenstaat bereits nach wenigen Metern begraben.

Nach einem Zusammenstoß mit Teamkollege Paul di Resta und Williams-Fahrer Bruno Senna war für "Hülk" in der ersten Kurve Schluss.

"Ich wurde mehr oder weniger zerquetscht und dann war ein Kontakt nicht mehr zu verhindern. Die haben beide in mich reingelenkt und ich konnte nirgendwo mehr hin", beschrieb der kommende Sauber-Fahrer seine Hilflosigkeit beim Crash.

Bei "RTL" wollte Hülkenberg aber nicht mit dem Finger auf die Beteiligten zeigen: "Vielleicht war es einfach ein Rennunfall."

Glock weiter ohne Punkt

Zum 18. Mal in dieser Saison stand auch bei Timo Glock die Null.

Doch der Marussia-Pilot fuhr mit dem 14. Platz - nach Australien und Monaco - sein zweitbestes Saisonergebnis ein. Nur in Singapur (Platz zwölf) war er noch besser.

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