Sieger Kimi Räikkönen verzichtete nach dem Rennen auf ein Bad in der Menge © getty

Nach seinem Triumph beim GP von Abu Dhabi gibt sich Räikkönen gewohnt lässig. Vettel freut sich über ein "fantastisches" Rennen.

Abu Dhabi - Mehr als 38 Monate hat er darauf warten müssen.

In Abu Dhabi (Nachbericht) feierte Kimi Räikkönen seinen ersten Sieg in der Formel 1 seit August 2009 ( 634532 DIASHOW: Bilder des Rennens ).

Wer aber nun erwartete, dass er den jubelnden Team-Mitarbeitern von Lotus freudetrunken um den Hals fallen würde, sah sich getäuscht.

"Ich freue mich für das Team und für mich selbst. Es gibt aber keinen Grund, um in der Gegend herumzuhüpfen", erklärte der Finne und machte damit seinem Ruf als cooler "Iceman" wieder alle Ehre.

Feiern werde man den Sieg dennoch, versprach Räikkönen (DATENCENTER: Renn-Ergebnis).

"Team hat fantastisch gekämpft"

Glücklich war nach dem drittletzten Rennen der Saison auch WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel.

"Der Speed war da, das Team hat fantastisch gekämpft", freute sich der Red-Bull-Pilot nach seiner Aufholjagd, die er mit Platz drei krönte.

Wegen Benzinmangels nach dem Qualifying hatte er das Rennen als Letzter von der Boxengasse in Angriff nehmen müssen (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung).

SPORT1 fasst die Stimmen zum GP von Abu Dhabi zusammen.

Kimi Räikkönen (Lotus): Platz 1

"Ich freue mich für das Team und für mich selbst. Es gibt aber keinen Grund, um in der Gegend herumzuhüpfen. Heute haben die Jungs gesehen, dass sich die Arbeit lohnt. Ich hoffe, dass sich heute das Blatt gewendet hat und wir noch viele gute Rennen und Siege erleben werden. Ich hatte gehofft, schon früher ein Rennen zu gewinnen. Wir haben noch zwei Rennen zu fahren und werden versuchen, das zu wiederholen. Heute Abend werden wir feiern, aber wenn wir morgen nach einer langen Nacht zurückfliegen, erinnern wir uns hoffentlich noch daran, warum wir uns so gut fühlen."

Fernando Alonso (Ferrari): Platz 2

"Ich bin sehr glücklich. Wir waren an diesem Wochenende nicht besonders konkurrenzfähig, standen letztlich nur in der dritten Startreihe. Im Rennen liefen es besser. Wir hatten auch eine gute Strategie, die es uns ermöglichte, am Ende sogar um den Sieg zu kämpfen. In den letzten Rennrunden war Kimi etwas langsamer. Ich habe dann noch einmal angegriffen, aber letztlich war Platz zwei wirklich das Maximum. Wir werden bis zum Ende kämpfen."

Sebastian Vettel (Red Bull): Platz 3

"Die Strafe haben wir hingenommen und das Rennen heute bei den Hörnern gepackt und von Anfang bis Ende alles gegeben. Einmal das Feld von hinten aufzurollen, reicht normalerweise, aber wir haben es heute zwei Mal gemacht. Die ersten Runden waren nicht ganz einfach. Ich wollte so schnell wie möglich an den Autos vor mir vorbei, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren. Dabei habe ich mir den Frontflügel beschädigt, was nicht ideal war.

Während der Safetycar-Phase, als wir schon in einer ziemlich guten Position waren, habe ich mir den Frontflügel komplett zerstört. Es war eine unglückliche Situation. Ich war überrascht, weil der Toro Rosso vor mir ziemlich hart in die Bremsen gegangen ist. Ich bin dann nach rechts ausgewichen und haben in dem Moment das DRS-Schild getroffen. Dann mussten wir das Feld noch einmal von hinten aufrollen. Da hieß es dann: Alles oder nichts. Es war ein gutes Rennen für uns, das unheimlich viel Spaß gemacht hat. Der Speed war da, das Team hat fantastisch gekämpft, und wir haben heute nur ganz, ganz wenige Punkte verloren."

Michael Schumacher (Mercedes): Platz 11

"Leider muss man sagen, dass wir heute wieder einmal Pech hatten. Denn durch den Plattfuß musste ich sehr spät noch einmal an die Box fahren und habe dadurch wertvolle Positionen verloren. Natürlich ist das Teil des Sports, und man kann da nichts machen, aber es war doch schade, weil wir eigentlich ganz gut unterwegs waren und durchaus ein paar Punkte hätten holen können. Natürlich habe ich zum Rennende noch gehofft, an die Punkteränge heran fahren zu können, und ich bin auch gut näher gekommen. Aber ganz gereicht hat es dann leider nicht."

Mark Webber (Red Bull): Ausfall

"Ich wollte da (an Romain Grosjean und Sergio Perez, Anm. d. Red.) nur vorbei, dann gab es einen Kontakt, was nicht ungewöhnlich ist. Ich wollte sie das vor mir ausfechten lassen, aber dann habe ich eine Chance gesehen. Grosjean ist selbst touchiert worden oder hat das Auto verloren und war dann direkt vor mir."

Nico Rosberg (Mercedes): Ausfall

"Der Unfall fühlte sich im Auto nicht so heftig an wie es von außen vielleicht ausgesehen hat. Beim Karthikeyan ist die Lenkung gebrochen. Er ist dann voll in die Eisen gestiegen. Dort ist es fast noch die Gerade, man fährt dort locker noch Vollgas. Das konnte ich natürlich nicht ahnen. Ich bin ihm voll hinten drauf gefahren. Es war ein Schreckmoment. Ich sah blauen Himmel und hoffte, dass ich nicht irgendwo kopfüber lande. Es ist aber recht gut gegangen. Das Auto lag gut, ich hätte im Rennen gut dabei sein können. Es ist schade."

Nico Hülkenberg (Force India): Ausfall

"Ich hatte einen ziemlich schlechten Start, bin schlecht weggekommen. Dann war mein Teamkollege Paul (di Resta, Anm. d. Red.) innen, ein Williams oder ein Sauber außen. Ich wurde mehr oder weniger zerquetscht und dann war ein Kontakt nicht mehr zu verhindern. Ich war definitiv auf halber Höhe von beiden anderen Autos. Die haben beide in mich reingelenkt und ich konnte nirgendwo mehr hin."

Lewis Hamilton (McLaren): Ausfall

"Es lief eigentlich alles bestens. Dann gab es ein Problem mit der Benzinzufuhr, die Benzinpumpe war offenbar defekt. Als ich in eine Kurve einbog, starb der Motor einfach ab. Es ist niederschmetternd, denn wir hatten wirklich einen tollen Speed. Es war fast sicher, dass wir hier einen Sieg hätten feiern dürfen. Dennoch: Das Team hat einen guten Job gemacht. Das Rennen insgesamt war toll anzuschauen."

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