Sebastian Vettel ging 2007 beim USA-GP erstmals in der Formel 1 an den Start © getty

Der Weltmeister siegt in Singapur und rückt Alonso auf die Pelle. Der Ferrari-Star ist glücklich. Hamilton ist der große Verlierer.

Von Felix Götz

München - Sichtlich gerührt, aber völlig erschöpft lauschte Sebastian Vettel nach seinem Sieg beim Großen Preis von Singapur (Bericht) den Klängen der deutschen Nationalhymne.

Der Red-Bull-Pilot hatte beim Flutlichtrennen auf dem Marina Bay Street Circuit soeben Jenson Button und Fernando Alonso auf die Plätze zwei und drei verwiesen.

Es war sein zweiter Triumph in dieser Saison - exakt 154 Tage nach seinem Sieg in Bahrain.

"Alles in allem war es ein fantastisches Wochenende. Wir sind zurück in der WM. Ich bin sehr glücklich", sagte Vettel.

Vettel widmet Watkins den Sieg

Der Heppenheimer, der seinen Sieg dem am 12. September verstorbenen Formel-1-Rennarzt Sid Watkins widmete, behielt in einem spektakulären Rennen die Nerven. ( 615796 DIASHOW: Die Bilder des Rennens )

Der Grand Prix in dem südostasiatischen Stadtstaat war nach 59 von 61 vorgesehenen Runden aufgrund der erreichten Maximal-Rennzeit von zwei Stunden beendet.

"Es war eines der härtesten Rennen des Jahres, volle zwei Stunden lang - ein echter Killer", meinte Vettel.

"Ein klasse Sieg"

ln der Fahrerwertung liegt er somit nur noch 29 Zähler hinter dem Führenden Alonso. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Ein klasse Sieg", freute sich Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei "Sky Sports F1": "Nach der Enttäuschung von Monza war es wichtig für Sebastian und das Team, hier in Singapur zurückzuschlagen. Wir haben eine tolle Leistung gezeigt."

Vergessen waren die Probleme mit der Lichtmaschine und der damit verbundene Ausfall in Italien.

Vom Hamilton-Aus profitiert

Zwei Dinge kamen Vettel in Singapur zugute: Der Ausfall des von der Pole-Position gestarteten Lewis Hamilton und ein guter Auftakt ins Rennen.

"Ich hatte einen guten Start, konnte an Pastor Maldonado vorbeigehen und direkt die Jagd auf Lewis beginnen. Von seinem Ausscheiden haben wir später sicher profitiert. Ansonsten wäre es schwer geworden, aber nicht unmöglich", analysierte der 25-Jährige.

Bitter für Williams-Pilot Maldonado: Er ging von Rang zwei aus ins Rennen, musste aber in der 36. Runde aufgrund eines Hydraulik-Problems vorzeitig die Segel streichen. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Safety-Car-Phase als Handicap

Als Vettel schließlich in der 23. Runde in Führung ging, wurde es nur noch durch die beiden Safety-Car-Phasen ein wenig eng.

Ein Mal krachte HRT-Pilot Narain Karthikeyan in die Mauer, später musste Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer noch nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) ausrücken. (BERICHT: Schumi hart bestraft)

"Das hat uns nicht unbedingt geholfen, denn das bisschen Puffer nach hinten war damit weg", meinte Vettel.

Und weiter: "Aber dann konnte ich wieder etwas Abstand aufbauen. Wir hatten die Kontrolle und ich konnte relativ entspannt ins Ziel fahren."

Alonso "wirklich glücklich"

Entspannt und cool war erneut auch Alonso. Obwohl der Scuderia über das komplette Wochenende so ein wenig der Speed fehlte, sammelte der Spanier 15 Zähler.

"In Monza hat Lewis gewonnen und Sebastian ist ausgefallen, hier siegte Sebastian und Lewis schied aus. Solange sich das so fortsetzt und ich gleichzeitig immer Punkte hole, bin ich wirklich glücklich", freute sich der Ferrari-Star.

Ein letztlich ordentliches Ergebnis erreichte zudem Kimi Räikkönen.

Der "Iceman" ging im Lotus als Zwölfter ins Rennen und verbesserte sich immerhin noch um sechs Plätze.

Hamilton der große Verlierer

Alonso (194 Punkte) führt im Gesamtklassement also vor Vettel (165) und Räikkönen (149).

Hamilton (142), der aufgrund von Getriebeproblemen ausschied, wurde vom zweiten auf den vierten Rang durchgereicht und ist somit von den Titelkandidaten der große Verlierer des Singapur-Grand-Prix.

"Eigentlich war es ein gutes Rennen für mich. Wir hatten eine tolle Geschwindigkeit, doch es hat wohl nicht sollen sein", sagte der McLaren-Pilot.

"Ich gebe nicht auf"

Der Weltmeister von 2008 sieht trotz der Enttäuschung keinen Grund, die Flinte in Sachen Titel bereits ins Korn zu werfen.

"Ich gebe nicht auf, sondern schaue nach vorn zum nächsten Rennen", stellte Hamilton klar.

Am 7. Oktober in Japan kann er zurückschlagen.

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