Der 25-jährige Sebastian Vettel kam 2009 von Toro Rosso zu Red Bull © getty

Der Weltmeister ist mit Rang drei in der Singapur-Quali nicht glücklich. Schumi und Rosberg setzen auf die freie Reifenwahl.

Von Felix Götz

München - Als Sebastian Vettel nach dem Qualifying zum Singapur-Grand-Prix (Rennen, So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) bei der Pressekonferenz der drei bestplatzierten Fahrer auftauchte, sprach sein Gesichtsausdruck Bände.

In den drei Trainings-Sessions hatte sich der Red-Bull-Pilot jeweils die Bestzeit gesichert, doch als es um die Vergabe der Startplätze ging, reichte es nur zu Rang drei hinter Lewis Hamilton und Pastor Maldonado (Bericht).

Für den Heppenheimer kein zufriedenstellendes Ergebnis.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht", sagte Vettel: "Ich konnte die Zeit, die ich im zweiten Abschnitt relativ locker erreicht habe, in Q3 einfach nicht mehr fahren."

Und der 25-Jährige weiter: "Wenn du im Training vorn bist, dann ist das wurscht. Man muss da sein, wenn es darauf ankommt." (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis)

Pole in Singapur besonders wichtig

Vettel weiß, dass gerade auf dem Marina Bay Street Circuit der erste Startplatz eine besondere Bedeutung hat.

In drei von den bisher vier Rennen in dem südostasiatischen Stadtstaat stand am Ende der Fahrer oben auf dem Podest, der auch am Samstag am schnellsten unterwegs war.

"Überholen ist hier nicht einfach, McLaren ist stark und Topspeed ist nicht gerade unsere Stärke", gab sich der 22-malige Grand-Prix-Sieger pessimistisch, um kurz darauf eine Kampfansage zu machen:

"Unser Ziel ist es dennoch, das Rennen zu gewinnen."

"Brauchen einen guten Start"

Dazu benötigen die "Bullen" eine gute Strategie.

"Wir brauchen einen guten Start. Vielleicht können wir da schon einen Platz gutmachen. Außerdem wären gute Boxenstopps wichtig", erklärte Vettel.

Die gute Nachricht für den jüngsten Doppel-Weltmeister der Formel-1-Historie: Von den vier heißen Titelkandidaten ist nur Hamilton besser.

Fernando Alonso wurde Fünfter, Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen musste sogar bereits in Q2 die Segel streichen und geht als Zwölfter in den 14. Grand Prix des Jahres.

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Hamilton hochzufrieden

Hamilton war mit seiner insgesamt 24. Pole beim einzigen Nachtrennen der Saison hochzufrieden.

"Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, diese Zeit aus dem Auto herauszuholen", sagte der Weltmeister von 2008.

Für McLaren war es die vierte Pole-Position in Folge. Dieses Kunststück war dem englischen Rennstall zuvor letztmals 1999 gelungen.

"Wir müssen versuchen, vorneweg zu fahren", meinte Hamilton, der auf den zweitplatzierten Maldonado gut vier Zehntel Vorsprung hatte.

Wurz feiert Maldonado

Für den Rennfahrer aus Venezuela ist Rang zwei dennoch ein tolles Ergebnis.

"Bravo, Pastor! Platz zwei ist mega", war Williams-Fahrermentor Alex Wurz begeistert. ( 615485 DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings )

Maldonado selbst war glücklich, dass er und sein Team eine gute Balance gefunden haben.

"Nun freue ich mich auf das Rennen. Dieses Mal kann es für uns gut laufen", glaubt der 27-Jährige.

Ferrari fehlt der Speed

Weniger Zuversicht herrschte bei Ferrari. Der Scuderia fehlte es im Training und in der Quali an Speed.

WM-Leader Alonso muss also wohl mal wieder sein gesamtes Können abrufen. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Das Rennen wird schwierig. Radaufhängungen, Getriebe, Bremsen und auch die Konzentration des Fahrers werden hier stark gefordert. Vielleicht haben wir eine Chance auf das Podium", meinte der Spanier.

Mercedes mäßig

Ein mäßiges Qualifying erlebte Mercedes. Michael Schumacher startet als Neunter direkt vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg.

Da die "Silberpfeile" von der Spitze meilenweit entfernt waren, verzichtete der schwäbische Rennstall im letzten Quali-Abschnitt sogar auf eine Rundenzeit.

Die Idee dahinter: Mercedes sparte sich so einen Reifensatz und kann sich entscheiden, ob Schumi und Rosberg mit den weichen oder superweichen Reifen ins Rennen gehen.

Updates machen Hoffnung

"Sicher hätten wir ein oder zwei Positionen besser sein können. Wir haben uns aber gegen diese Variante und für frische Reifen und die freie Reifenwahl für das Rennen entschieden. Ich hoffe, dass wir daraus das Beste machen", erläuterte der Rekord-Champion den Mercedes-Poker.

Hoffnung machen den Beteiligten die Updates.

"Wir haben uns bisher mit unserem neuen Aerodynamik-Paket gut entwickelt", gab Teamchef Ross Brawn zu Protokoll.

Und Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug fügte hinzu: "Wir haben unsere Performance verbessert."

Gerüchte um Schumi

Unterdessen wurde auch in Singapur über Schumachers Zukunft spekuliert.

Bleibt der 43-Jährige als Fahrer bei Mercedes, wird er Motorsport-Chef oder zieht es ihn womöglich zu Sauber?

Schumi reagierte darauf gelassen: "Ich habe mir sagen lassen, dass es in der Boxengasse ziemlich viele interessante Geschichten zu hören gibt. Ich würde dem ein oder anderen das gleiche raten, was ich mache - nämlich nicht die Boxengasse entlangzulaufen."

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