Lewis Hamilton wurde im McLaren 2008 Formel-1-Weltmeister © getty

Nacht-Quali in Singapur: Hamilton ist im McLaren Erster vor Maldonado. Vettel ist bester Deutscher, Mercedes schenkt ab.

Singapur - Die leichtfertig vergebene "Sieg-Garantie" ärgerte Sebastian Vettel sichtlich, doch dem Qualifying von Singapur (Rennen, So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) folgte gleich die nächste Kampfansage.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht. Wenn man im entscheidenden Moment nicht vorne ist, sind die Trainings-Einheiten wurscht", sagte der aktuelle WM-Vierte, der in allen vorherigen Sessions der Schnellste war.

"Wir verstehen selbst nicht, warum ich den letzten Schritt nicht gegangen bin. Aber der dritte Platz ist eine gute Ausgangsposition. Es wird lang und heiß, wir stehen auf der sauberen Seite, das Auto läuft gut - es kann viel passieren.", sagte der aktuelle WM-Vierte, dem auch sein blinkender Glückshelm und seine Dominanz in allen drei Trainingseinheiten nicht die Bestzeit einbrachten.

Im blinkenden Glückshelm will Vettel am Sonntag also aus der zweiten Reihe voll angreifen.

"Wir wollen schauen, dass wir vielleicht beim Start schon einen Platz gutmachen. Und man kann hier etwas über die Strategie probieren", sagte der 25-Jährige: "Auch wenn die hier nicht so klar ist, wie bei anderen Rennen. Die wird sich erst entscheiden, wenn die Ampeln angehen." (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis)

Maldonado überrascht

Startplatz eins, der in den vergangenen drei Jahren immer den Sieg nach sich zog, holte sich der WM-Zweite Lewis Hamilton (McLaren) mit fast einer halben Sekunde Vorsprung auf den Überraschungs-Zweiten Pastor Maldonado (Williams). ( 615485 DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings )

"Sebastian war das ganze Wochenende unglaublich schnell. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir im entscheidenden Momente diese Klasse-Runde und diese Zeit aus dem Auto herauszuholen", meinte der von Mercedes umworbene Brite.

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) startet von Platz fünf hinter Jenson Button im zweiten McLaren. "Der fünfte Platz ist okay", meinte der Spanier: "Ich habe im Rennen genug Möglichkeiten, aufzuholen. Dafür muss aber alles stimmen." Der aktuell Drittplatzierte Kimi Räikkönen (Lotus) belegte nur Rang 12.

Die beiden Mercedes-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg gehen trotz Updates am Auspuff nur von den Plätzen neun und zehn aus ins Rennen.

Mercedes schenkt ab

Die dritte Qualifikationsrunde schenkten sie praktisch ab, dafür haben sie am Samstag einen Vorteil mit den Reifen.

"Wir wollten unbedingt mit frischen Reifen ins Rennen starten. Deswegen bin ich nur einmal zum Check rausgefahren und dann wieder reingekommen", erklärte Schumacher:

"Wir hatten nicht unbedingt die Aussicht darauf, in der Startaufstellung noch weiter nach vorne zu kommen. Der neunte Platz war wohl das Optimum, das wir erreichen konnten."

Rosberg war mit der Strategie offenbar nicht hundertprozentig einverstanden. "Ich wäre ja lieber eine Runde gefahren, aber wahrscheinlich war es strategisch besser", meinte er wenig begeistert.

Hülkenberg auf Rang elf

Nico Hülkenberg schied mit dem Force-India-Mercedes als Elfter im Q2 aus: "Das ist sehr ärgerlich, das war ziemlicher Mist", sagte der Force-India-Pilot: "Ich bin gar nicht zufrieden, denn das ging mächtig in die Hose", erklärte er: "Wir haben definitiv ein Q3-Auto." Timo Glock (Marussia) startet von Rang 21.

Glock beschwerte sich, dass er im Q1 von Red-Bull-Pilot Mark Webber behindert wurde. Der Australier, der die Quali auf Rang sieben abschloss, kommt allerdings ohne Strafe davon. Die FIA sprach lediglich eine Verwarnung aus.

In der WM-Wertung führt Alonso mit 179 Punkten vor Hamilton (142), Räikkönen (141) und Vettel (140). (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

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