Der Brite Lewis Hamilton wurde im McLaren 2007 Formel-1-Weltmeister © getty

Lewis Hamilton und Teamkollege Jenson Button sichern sich in Monza die ersten beiden Plätze. Schumacher und Vettel rücken vor.

Monza - Breit grinsend stand Weltmeister Sebastian Vettel neben seinem Auto.

Ziemlich unverhofft und trotz der klaren Dominanz von McLaren-Mercedes herrschte beste Laune bei dem Red-Bull-Piloten.

Vom fünften Startplatz geht Vettel in den Großen Preis von Italien am Sonntag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER), das ist besser als befürchtet - und deutlich besser als die Leistung seines großen Rivalen.

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso hatte große Probleme mit seinem Ferrari und startet nur von Rang zehn. (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis)

Rückversetzung von di Resta

Dabei profitierten die Piloten vorne alle von der Rückversetzung von Paul di Resta.

Der Force-India-Pilot hatte bei der Quali den vierten Platz geholt, muss aber wegen eines Getriebewechsels um fünf Plätze nach hinten.

Für Rekordweltmeister Michael Schumacher, bislang fünfmal siegreich in Monza, sprang somit der vierte Platz raus, er ist damit bester Deutscher. Ein freundschaftlicher Klapps war das erste Duell mit Vettel, das zweite könnte am Sonntag in der ersten Kurve folgen. ( 609903 DIASHOW: Bilder des Qualifyings )

"Wenn Michael mich hier schneidet, komme ich nicht so glücklich um die Ecke", sagte der 25-Jährige lachend mit Bezug auf die grenzwertige Aktion Schumachers beim Rennen am vergangenen Wochenende in Spa.

McLaren in Startreihe eins

Die erste Startreihe ist im Königlichen Park von Monza für McLaren reserviert. Der frühere Weltmeister Lewis Hamilton und sein britischer Landsmann Jenson Button gehen beim letzten Europa-Grand-Prix von den Plätzen eins und zwei ins Rennen.

Dahinter sorgte der Brasilianer Felipe Massa mit seinem besten Qualiying-Ergebnis in diesem Jahr für Schadensbegrenzung bei Ferrari.

Für Vettel war das Ergebnis "mehr oder weniger das Maximum, deutlich besser als wir erwartet haben. Und morgen ist noch ein bisschen mehr drin."

In den freien Sessions hatte es zuvor wenig Anlass zu großer Hoffnung gegeben für Red Bull. Weder Vettel noch Teamkollege Mark Webber auf Platz elf waren in der Lage, die Zeiten der McLaren mitzugehen - und auch WM-Spitzenreiter Fernando Alonso schien außer Reichweite.

Alonso hadert

Doch der Spanier, der zuvor für große Hoffnung bei den Tifosi gesorgt hatte, fiel im Schlussspurt des Qualifyings aus allen Wolken. Nicht annähernd war er im Q3 in der Lage, seine Zeiten aus den ersten beiden Abschnitten zu fahren.

"Leider ist bei mir am Auto etwas gebrochen, die Zeit es zu reparieren, hatten wir nicht", sagte Alonso, der zuvor auf gutem Kurs lag: "Das ist sehr schade, es wäre wohl die einfachste Pole-Position des Jahres für uns geworden."

Auch Mercedes hatte in Monza bislang reichlich Arbeit mit dem Auto, pünktlich zum Qualifying hatten die Stuttgarter diese aber offensichtlich im Griff. Nico Rosberg komplettierte das gute Ergebnis mit dem sechsten Platz.

Schumacher lobt Team

"Das Auto hat sich gut verhalten. Kompliment an die Jungs in der Fabrik, die unser Problem von gestern haben lösen können", sagte Schumacher.

Am Freitag waren bei Schumacher und Rosberg Probleme an den Heckflügeln aufgetreten. In der Nacht zu Samstag arbeiteten Mercedes-Mechaniker daher noch während der Sperrzeit an den Boliden. Es war das erste Mal in der laufenden Saison, viermal darf sich jedes Team eine solche Nachtschicht erlauben.

Zum Lohn gab es Platz vier für Schumacher.

"Damit darf man zufrieden sein. Wir stehen beim Start auf der wohl etwas besseren Seite, und wir haben einen Platz geschenkt bekommen", so Schumacher.

Für Marussia-Pilot Timo Glock reichte es in der Lombardei zu Platz 19.

Hülkenberg startet von ganz hinten

Nico Hülkenberg musste das Qualifying derweil beenden, bevor es richtig angefangen hatte.

Der Emmericher musste seinen Force-India-Boliden schon in der ersten Schikane wegen Schaltproblemen abstellen und startet damit vom letzten Platz.

Im WM-Klassement führt Alonso mit 164 Punkten vor Vettel (140) und Webber (132). Auf Rang vier folgt Lotus-Pilot Kimi Räikkönen (131/Finnland/Siebter im Qualifying) vor Hamilton (117). (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Mit einem Sieg und gleichzeitiger Nullrunde Alonsos könnte Vettel sogar die Führung übernehmen.

Weiterlesen