Lewis Hamilton startet im Rennen sechs Plätze hinter seinem Teamkollegen Button © imago

Lewis Hamilton ärgert sich über eine falsche Wahl. Nico Rosberg erklärt seinen folgenschweren Blackout. Die Stimmen.

München - So dicht können Freude und Frust in der Formel 1 zusammenliegen:

Während sich Jenson Button in Spa (Rennen, So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) über seine erste Pole-Position seit über drei Jahren freute, war sein McLaren-Teamkollege Lews Hamilton restlos bedient.

Für den Weltmeister von 2008 reichte es beim Großen Preis von Belgien nur zu Startplatz sieben, weil er sich nach eigenen Worten für den falschen Heckflügel entschieden hatte ( 607144 DIASHOW: Bilder des Qualifyings ).

Deutsche Piloten unzufrieden

Auch im Lager der deutschen Piloten herrschte Unzufriedenheit. Erstmals in dieser Saison erreichte keiner von ihnen den entscheidenden Durchgang der schnellsten zehn Fahrer (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis).

Schon nach Q1 musste Nico Rosberg die Segel streichen. Das ist dem Sieger des China-Grand-Prix in diesem Jahr noch nicht passiert. "Es war mein Fehler", nahm der Mercedes-Pilot die Schuld auf sich.

Rosberg vergisst die Zeit

Er hatte es schlicht verpasst, vor Ablauf der Zeit die Startlinie für eine weitere schnelle Runde zu passieren. Schwerer mit der Analyse tat sich da Weltmeister Sebastian Vettel. Mit dem Auto habe alles gestimmt, meinte er.

Und dennoch reichte es nur zur elftbesten Zeit. Von Startplatz zehn darf er nur ins Rennen gehen, weil sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber wegen eines Getriebewechsels um fünf Plätze zurückversetzt wird.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Belgien-Qualifying zusammen.

Jenson Button (McLaren): Startplatz 1

"Meine letzte Pole liegt lange zurück. Ich glaube, das war 2009 in Monaco. Das ist wirklich schon eine ganze Weile her. Die Sonntage liefen in den vergangenen Jahren oft recht gut, sie Samstage eher weniger. Es war eine richtig gute Qualifikation. Es war dermaßen wichtig, jetzt aus der langen Sommerpause mit einem solch guten Ergebnis wieder durchzustarten. Das Rennen ist natürlich viel wichtiger. Aber diese Pole ist für mich fast wie ein Rennsieg, weil ich so lange darauf warten musste." (BERICHT: So lief das Qualifying).

Kamui Kobayashi (Sauber): Startplatz 2

"Es war ein großartiges Qualifying. Noch gestern hatten wir keine Ahnung, was wir tun sollten. Am Vormittag lief es schon wesentlich besser, obwohl wir bei den Bedingungen auf der Strecke doch ziemlich im Dunkeln tappten."

Kimi Räikkönen (Lotus), Startplatz 3:

"Das war nicht unbedingt unser einfachstes Qualifying. Das Auto ist okay, aber wir hatten heute nicht das Tempo der anderen und waren ganz klar nicht schnell genug, um auf die Pole zu fahren."

Fernando Alonso (Ferrari), Startplatz 5:

"Am wichtigsten wird sein, vor unseren Titelkonkurrenten ins Ziel zu kommen. Die Chancen sind ganz gut, weil sie hinter uns stehen, zumindest Hamilton, Webber und Vettel. Sollten wir das im Rennen umsetzen, wäre das schon fantastisch. Wir wollen natürlich das Auto weiter verbessern."

Lewis Hamilton (McLaren), Startplatz 7:

"Es war ein Desaster für mich. Aber wir sind noch immer in den Top 10 und müssen Schadensbegrenzung betreiben. Ich gratuliere Jenson zu seiner ersten Pole-Position für das Team. Wir hatten nicht den richtigen Flügel am Auto. Wir haben den falschen, nämlich den alten Flügel gewählt."

Sebastian Vettel (Red Bull), Startplatz 10:

"Heute Nachmittag schien nichts zusammenzulaufen. Ich habe keinen Fehler gemacht, mit dem Auto hat alles gestimmt. Hätte ich noch eine weitere Runde fahren können, hätte die Sache vielleicht anders ausgesehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich ziemlich zufrieden mit dem schnellen Umlauf, den ich gefahren hatte."

Nico Hülkenberg (Force India), Startplatz 11:

"Ganz zufriedenstellend ist das nicht. Q3 wäre sicher drin gewesen. Mein Mittelsektor war nicht ganz so gut, wie ich es mir vorgestellt hatte. Da wäre schon noch ein bisschen was gegangen. Es ist wieder sau eng, mit einem Zehntel mehr wäre Q3 drin gewesen. Auf solch einer langen Strecke ist das extrem hart, aber das ist jetzt so."

Michael Schumacher (Mercedes), Startplatz 13:

"Das war schade heute. Es tut mir sehr leid für meine Fans. Ich muss leider feststellen, dass ich heute mein Möglichstes getan habe. Das Auto war nicht schnell genug. Besonders im mittleren Sektor sind wir zu langsam. Wir müssen es akzeptieren und versuchen, im Rennen das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Wir werden bald Schritte machen und weiterkämpfen."

Nico Rosberg (Mercedes), Startplatz 23

"Vom Ende der Startaufstellung zu starten, ist sehr enttäuschend. Ich hatte durch die Getriebeprobleme keine Möglichkeit, am Morgen mein Auto vorzubereiten. Es dauerte also eine gewisse Zeit, bis ich im Qualifying das richtige Setup fand. Dann habe ich mich auch noch vertan mit der Zeit. Das war kein Pech, einfach von mir falsch gemacht."

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