Mercedes-Pilot Michael Schumacher wurde erstmals 1994 Weltmeister © getty

Der Mercedes-Pilot will nach seinem Qualifying-Coup im Rennen nachlegen. Haug ist erleichtert. Der Weltmeister ist frustriert.

Von Felix Götz

München - In den ersten beiden Abschnitten des Qualifyings für den Monaco-Grand-Prix (So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) wurde Michael Schumacher jeweils Fünfter.

Nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass der Mercedes-Pilot am Ende die schnellste Zeit einfahren könnte.

Doch genau diese faustdicke Überraschung gelang dem 43-Jährigen.

In 1:14,301 Minuten sicherte sich der Rekordweltmeister die erste Bestzeit in einer Quali seit dem 15. Juli 2006 im französischen Magny-Cours (BERICHT: Schumi Schnellster in Monaco).

"Mehr als begeistert"

"Ich bin mehr als begeistert. Hier auf die Pole zu fahren, nach allem, was in den vergangenen zweieinhalb Jahren passiert ist, ist einfach fantastisch", jubelte Schumi ( 564631 DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings ).

Ein bitterer Nachgeschmack bleibt: Da der Formel-1-Oldie beim letzten Rennen in Barcelona nach einer Kollision mit Williams-Pilot Bruno Senna mit einem Plus-Fünf-Handicap ins Fürstentum geschickt wurde, muss er am Sonntag von Rang sechs aus starten.

Bereits unter der Woche hatte er - mehr aus Spaß - angekündigt, dann eben vom sechsten Platz zu starten.

Haug ist erleichtert

"Ich hoffe, dass wir am Sonntag noch was folgen lassen können", meinte er nun: "Natürlich ist es unglücklich, dass ich nicht von ganz vorne starten werde, aber so ist es nun einmal. Mit DRS und KERS könnte man es auch probieren - man kann sich sicher sein, dass ich das machen werde."

Die Pole-Position wird übrigens dennoch in der Statistik berücksichtigt - es ist die 69. in seiner langen Karriere.

"Wir wussten, dass er es noch drauf hat. Dass er auf einer so aufregenden Strecke die Bestzeit fährt, zeigt: Das Auto ist okay und auch er ist gut in Form", sagte der sichtlich erleichterte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Webber auf Startplatz eins

Mark Webber darf von Rang eins aus starten, obwohl der Red-Bull-Pilot um 0,081 Sekunden geschlagen wurde (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis).

Und es ist kein Geheimnis, dass so eine Ausgangssituation auf dem engen Stadtkurs von Monte Carlo die halbe Miete ist.

"Es ist ganz sicher von Vorteil, ganz vorn zu starten. Ich freue mich sehr auf das Rennen. Unser Auto ist sonntags normalerweise sehr gut", meinte Webber, der mit Nico Rosberg beim Start trotzdem einen Mercedes direkt im Nacken sitzen hat.

"Die erste Reihe ist super für das Rennen. Ich bin guter Dinge, dass wir einen guten Rennspeed und eine gute Chance haben, vorne reinzufahren", meinte der in Monte Carlo wohnhafte Rosberg.

Vettel stinkt es

Riesengroße Probleme hatte einmal mehr Sebastian Vettel, der nur Zehnter wurde und aufgrund der Strafe gegen Pastor Maldonado als Neunter starten darf.

"Ich hoppele hier rum wie ein Kaninchen", hatte der Weltmeister bereits während des Qualifyings via Funk gemotzt.

Und als alles vorbei war, hatte sich Vettel noch immer nicht beruhigt: "Im dritten Training waren wir noch gut unterwegs, dann haben wir das Falsche gemacht. Das stinkt mir."

Für das Rennen bliebe jetzt nur noch "Hoffnung", meinte Vettel.

Enttäuschung bei McLaren und Lotus

Ähnlich frustriert waren die Beteiligten bei McLaren und Lotus. Romain Grosjean, vor dem Qualifying als Geheimfavorit auf die Pole gehandelt, fuhr nur die fünftschnellste Zeit und war damit nicht glücklich.

"Wir stehen in der Startaufstellung nicht so weit vorne, wie wir das wollten", gab der Franzose, der drei Plätze vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen landete, zu Protokoll: "Meiner Meinung nach war die Pole-Position in Reichweite."

Und während bei McLaren der gewohnt konstante Lewis Hamilton immerhin als Dritter los fahren darf, musste Jenson Button schon in Q2 die Segel streichen.

Aufwärtstrend bei Massa

"Ich habe keinen Fehler gemacht", wunderte sich Button und schob seinem Boliden den Schwarzen Peter zu: "Aber ich war schlichtweg nicht schnell genug."

Ein deutlicher Aufwärtstrend zeichnet sich dagegen bei Felipe Massa ab.

Der Ferrari-Pilot wurde endlich einmal nicht von seinem Teamkollegen in Grund und Boden gefahren und landete nur einen Platz hinter Fernando Alonso.

Weiterlesen