Sebastian Vettel begann seine Formel-1-Karriere 2007 bei BMW Sauber © getty

Nach den mäßigen Trainings-Sessions ist der Weltmeister nicht sonderlich optimistisch. Sein Teamchef fordert: Ruhe bewahren.

Von Felix Götz

München - Der Monaco-Grand-Prix wird wegen der engen Straßen, die nicht gerade zum Überholen einladen, oft schon im Qualifying (Sa., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) entschieden.

Bei den vergangenen fünf Rennen im Fürstentum gewann vier Mal der Fahrer, der von der Pole-Position aus startete.

Daher rechnet man sich bei Red Bull nach dem mäßigen Training mit Platz zehn für Mark Webber und Rang elf für Sebastian Vettel kaum Chancen aus.

Weder auf die Pole, noch auf das Podest am Sonntag.

"Dürfte schwierig werden"

"Die Top Ten sind schon möglich, denke ich", stapelt Weltmeister Vettel, der in der Fahrerwertung gemeinsam mit Ferrari-Pilot Fernando Alonso Platz eins belegt, tief (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Und Webber ergänzte mit Blick auf das Qualifying: "Das dürfte ziemlich schwierig werden."

Der Pessimismus der beiden Piloten ist durchaus begründet. Im Training hatte Webber satte 1,402 Sekunden Rückstand auf Jenson Button, der die Tagesbestzeit einfuhr.

Vettel, der 2011 das Rennen gewann, war sogar nochmal 0,074 Sekunden langsamer (TRAINING: Ein Muster ohne Wert).

Training nicht überbewerten

Dem Red-Bull-Boliden fehlt es nach wie vor an Speed, auch wenn die Trainingssessions in Monte Carlo nicht überbewertet werden sollten.

Am Vormittag sorgte ein Motorschaden bei Heikki Kovalainens Caterham-Bolide für einen vorzeitigen Abbruch, am Nachmittag spielte das Wetter - es regnete leicht - nicht mit ( 563796 DIASHOW: Das Training in Bildern ).

"Aufgrund der Bedingungen haben wir nicht allzu viel gelernt. Das Ergebnis ist, dass es schwer fällt zu sagen, wo wir stehen", meinte Vettel frustriert.

"Monaco ist nun einmal so"

Jammern gilt aber nicht. Die Bedingungen sind schließlich für alle Teams und Fahrer gleich. "Monaco ist nun einmal so, es bietet einige Herausforderungen", stellte Webber klar.

Glücklicherweise ist der Freitag beim Rennwochenende im Stadtstaat traditionell ein Ruhetag. So bleibt ein wenig Zeit, um Änderungen vorzunehmen.

"Wir haben 24 Stunden, es liegt viel Arbeit vor uns. Es gibt hier ganz klar ein paar schnelle Autos, und wir müssen schauen, wo wir uns verbessern können", gab Webber die Richtung vor.

Fast keine Updates

Etwas überraschend ist derweil, dass Red Bull, ganz im Gegensatz zur Konkurrenz, bisher fast keine Updates am Auto vorgenommen hat.

"Wir bringen weniger als letztes Jahr und investieren Zeit, das Auto zu verstehen", erklärte Teamchef Christian Horner.

Fünf Rennen sind absolviert, aber Vettels Bolide "Abbey" ist für Red Bull nach wie vor ein einziges Rätsel.

Red Bull will Ruhe bewahren

Horner fordert trotzdem von seinem ganzen Team, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

"Es kommt nun verstärkt darauf an, dass man in jenen Rennen, die man nicht gewinnen kann, möglichst viele Punkte holt", sagte der 38-Jährige.

Horner geht davon aus, dass es in nächster Zeit noch mehrere überraschende Ergebnisse in der Königsklasse geben wird und sich die besten Fahrer erst ganz am Ende der Saison absetzen werden: "Erst nach 20 Rennen wird man ein entsprechendes Muster an der Spitze erkennen können."

Wie seine Piloten geht Horner offenbar nicht davon aus, an der Cote d'Azur ganz oben stehen zu können. Deshalb baute er schon einmal vor: "In Monaco gewinnt man immer gerne. Allerdings ist dies auch nur eins von insgesamt 20 Rennen im Kalender."

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