Für Sebastian Vettel folgte nach dem Bahrain-Sieg in Barcelona die Ernüchterung © imago

Sebastian Vettel weiß auch nach dem fünften Saisonrennen nicht, wo er steht. Lewis Hamilton ist stolz auf das Team. Die Stimmen.

München/Barcelona - Er ist der erste Pilot in dieser verrückten Saison, der seine WM-Führung behaupten konnte (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Doch echte Freude wollte bei Sebastian Vettel nach dem Spanien-Grand-Prix nicht aufkommen, zumal der Weltmeister nur noch punktgleich mit Fernando Alonso an der Spitze steht ( 558427 DIASHOW: Die Bilder des Rennens ).

Nach Platz sechs in Barcelona rätselt der Red-Bull-Pilot weiter über das tatsächliche Leistungsniveau seines neuen RB8. Dazu kommt der Frust über eine seiner Meinung nach ungerechtfertigte Durchfahrtstrafe.

Hamilton stolz auf Aufholjagd

Zwei Plätze hinter dem Deutschen kam Lewis Hamilton ins Ziel. Im Gegensatz zu Vettel gehörte der Brite aber zu den glücklicheren Piloten des Nachmittags. Schließlich machte er ganze 16 Plätze gut, nachdem er sich beim Start wegen eines Regelverstoßes im Qualifying ganz hinten anstellen musste.

Keiner aber war so begeistert wie Sensationssieger Pastor Maldonado aus Venezuela (DATENCENTER: Das Ergebnis des Rennens).

SPORT1 hat die Stimmen zum Rennen in Barcelona zusammengestellt:

Pastor Maldonado (Williams), Platz 1:

"Heute ist ein wunderschöner Tag für mich, aber auch für das ganze Team. Wir haben seit vergangenem Jahr hart gearbeitet, um Rennen für Rennen immer besser zu werden, und jetzt stehen wir hier. Das Qualifying gestern war schon klasse, auch wenn wir die erste Pole lieber aus eigener Kraft geholt hätten, und heute ist uns das wieder gelungen. Mein erstes Podium und gleich der erste Sieg - ihr könnt euch vorstellen, was in mir vorgeht!"

Fernando Alonso (Ferrari), Platz 2:

"Es war ein fantastischer Start! Bis zur ersten Kurve runter war es eng, aber dann hatte ich beim Bremsen die bessere Seite der Strecke. Am Ende war es knapp. Unsere Reifen waren neuer als die von Pastor. Ich habe es ein paar Mal probiert, aber aus der letzten Kurve heraus war er immer sehr schnell. Am Ende muss wohl irgendein Aerodynamik-Teil kaputt gegangen sein, denn das Auto wurde sehr langsam. Fast hätte mich sogar Kimi noch eingeholt."

Kimi Räikkönen (Lotus), Platz 3:

"Ich bin enttäuscht, denn ich hatte erwartet, schneller zu sein, vor allem zu Beginn des Rennens. Darum konnten wir nicht um den Sieg kämpfen. Am Anfang, als ich nicht mitkam, war die Enttäuschung gar nicht so groß, aber als ich binnen weniger Runden 20 Sekunden aufholen konnte, wurde mir erst klar, was heute drin gewesen wäre."

Sebastian Vettel (Red Bull), Platz 6:

"Es gibt auch für uns noch jede Menge zu verstehen. Es war ein Drunter und Drüber. Wir kamen gut ins Rennen rein in den letzten zwei, drei Stints, aber die Durchfahrtstrafe hat uns natürlich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich kann's nicht verstehen, denn ich habe die gelben Flaggen gesehen und beachtet. Aber das aus dem Cockpit zu beurteilen, ist schwierig. Sehr viel mehr wäre sowieso nicht drin gewesen."

Nico Rosberg (Mercedes), Platz 7:

"Dass ich kurz vor Schluss noch den Angriff von Lewis Hamilton abwehren konnte, war das kleinste Erfolgserlebnis dieses Tages. Aber wenn man bedenkt, dass er als Letzter losgefahren ist, ist das auch nichts Besonderes. Unser Auto hat zu viel Reifen gefressen. Da liegt immer noch Arbeit vor uns."

Michael Schumacher (Mercedes), Ausfall:

"Vor dem Unfall mit Bruno Senna versuche ich, ihn aus dem Windschatten heraus zu attackieren. Er macht mir deutlich, dass er die Innenbahn zumachen wird, zieht nach rechts. Ich sage: 'Okay, ziehst du halt nach links rüber.' Kurz nach dem Bremspunkt zieht er mir aber nach links vor das Auto. Da ich nicht weiß, wie weit er nach links rüberzieht, versuche ich halt auszuweichen. Da knalle ich ihm ins Heck rein. Es ist eine relativ unvernünftige Sache, in der Bremsphase plötzlich noch einmal eine Bewegung in eine Richtung zu machen, in die er nicht mehr hindarf."

Bruno Senna (Williams), Ausfall:

"Ich musste eher bremsen als er. Ich war auf der Innenseite und wollte ihm den Weg frei machen. Das war wohl ein Missverständnis. Er würde nie zugeben, dass es sein Fehler war. Ich sehe es aber auch nicht als meinen an. So etwas kann eben mal passieren."

Norbert Haug (Mercedes-Motorsportchef):

"Mit Platz sieben sind wir nicht zufrieden. Aber in der Formel 1 gibt es große Überraschungen, was gewiss gut ist für den Sport. Ich denke nicht, dass jemand vor dem Rennen auf die Sieger Pastor Maldonado und Williams getippt hatte. Schade für Michael, dass es zu diesem Unfall kam. Für ihn waren sicherlich ebenfalls Punkte drin. Wir schauen jetzt nach Monte Carlo und Montreal. Das sind Strecken, die wir hoffentlich ein bisschen besser handlen können."

Lewis Hamilton (McLaren), Platz 8:

"Ich bin auf meine heutige Leistung stolz. Und ich bin auch auf das Team stolz. Sie leisteten großartige Arbeit, bei den Boxenstopps gab es eine echte Verbesserung nach den Problemen, die wir auf diesem Gebiet kürzlich hatten. Alles in allem denke ich, dass das heutige Ergebnis das beste ist, das wir erreichen konnten."

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