Michael Schumacher (r.) wurde 1994 erstmals Formel-1-Weltmeister © imago

Der 43-Jährige ist nach seinem dritten Ausfall in dieser Saison sauer. Der Brasilianer schießt zurück und bekommt Recht.

Von Felix Götz

München - Michael Schumachers Hoffnung war groß.

Nach dem schlechten Saisonstart mit zwei Punkten aus vier Rennen sollte beim ersten Europa-Grand-Prix der Saison in Spanien endlich der Durchbruch gelingen.

Doch dieser Traum platzte auf dem Circuit de Catalunya bereits in der 12. Runde, als der Mercedes-Pilot nach einer Kollision mit Bruno Senna zum dritten Mal in diesem Jahr frühzeitig die Segel streichen musste (Rennbericht).

In Australien gab es Probleme mit dem Getriebe, in China wurde ein Reifen nicht richtig festgezogen. Diesmal also die Sache mit Senna.

"Er zieht mir links vors Auto, ich versuche ihm auszuweichen und knalle in ihn rein. Er fährt mir auf eine Art und Weise vor das Auto, die inakzeptabel ist", sagte Schumi anschließend sichtlich frustriert ( 558427 DIASHOW: Die Bilder des Rennens ).

Senna als "Idiot" bezeichnet

Immerhin blieb der 43-Jährige nach dem Rennen sachlich. Kurz nach der Situation hatte Schumacher via Teamfunk nämlich Senna noch als "Idiot" beschimpft.

"Es ist im Prinzip eine relativ unvernünftige Sache, in der Bremsphase plötzlich noch einmal eine Bewegung in eine Richtung zu machen, in die er nicht mehr darf", analysierte der Deutsche.

Er hoffe, dass "die Rennkommissare genügend Kameraeinstellungen haben, um das zu erkennen, was ich gerade zu erklären versucht habe".

Die Stewards entschieden allerdings, dass Schumacher die alleinige Verantwortung für den Unfall trägt und zogen ihm für das nächste Rennen am 27. Mai in Monte Carlo fünf Startplätze ab.

Senna weist Schuld von sich

Williams-Pilot Senna, dessen Teamkollege Pastor Maldonado sensationell in Barcelona gewann, wollte sich ohnehin nicht die Schuld an Schumachers Aus in die Schuhe schieben lassen (DATENCENTER: Das Ergebnis des Rennens).

"Er versuchte, sich auf die Innenseite zu setzen, tat das aber nicht früh genug. Er hatte zu diesem Zeitpunkt viel bessere Reifen als ich. Ich musste eher bremsen als er. Da traf er mich halt", erklärte der Brasilianer.

Ein Schuldeingeständnis des Rekord-Weltmeisters erwartet Senna allerdings nicht: "Ich glaube nicht, dass Michael jemals sagen wird: 'Es war mein Fehler, tut mir Leid'."

"Beide Fahrer haben sich verschätzt"

Während die beiden Piloten sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschoben, äußerte sich Norbert Haug etwas diplomatischer.

"Beide Fahrer haben sich verschätzt. Michael hat gedacht, er macht Platz - das war wohl nicht der Fall", meinte der Mercedes-Motorsportchef bei "Sky":

"Vielleicht ein Missverständnis, aber Michael fährt mit Sicherheit nicht mit Absicht in das Auto rein."

Haug glaubt an Schumi

Es war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass Schumacher das Pech an den Reifen klebte und er letztlich ohne etwas Zählbares dasteht (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Er fuhr früher von Sieg zu Sieg. Er hat nach wie vor den Speed. Wir müssen sehen, dass wir ihm ein Auto geben, das ganz vorne fahren kann, dann wird Michael wieder große Leistungen abliefern", nahm Haug den Formel-1-Oldie in Schutz.

Rosberg: "Ein Rückschlag"

Weniger Sorgen bereitet Nico Rosberg seinem Team, auch wenn die Formkurve des 26-Jährigen nach unten zeigt.

Nach seinen beiden Nullrunden zum Auftakt gewann Rosberg den Großen Preis von China.

In Bahrain reichte es immerhin noch zum fünften Platz, in Spanien wurde er Siebter. "Das war ein Rückschlag für uns", gab Rosberg unumwunden zu.

Haug sah es ähnlich: "Wir sind nicht zufrieden, aber es gibt gerade große Überraschungen, was sicherlich gut ist für den Sport. Ich glaube nicht, dass jemand auf Maldonado und Williams getippt hat."

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