In Monaco sorgte Nico Rosberg im Qualifying mit einem Verbremser kurz vor Schluss für gelbe Flaggen und damit dafür, dass Hamilton seine Zeit nicht mehr verbessern konnte. Der Brite unterstellte dem Teamkollegen anschließend indirekt, er habe sich absichtlich verbremst, um seine Pole-Position zu behalten
Nico Rosberg fuhr in Monte Carlo zur zweiten Pole-Position in dieser Saison © imago

Der Verbremser von Nico Rosberg im Qualifying zum Großen Preis von Monaco könnte eine Regeländerung zur Folge haben.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting regte an, die Qualifikationen künftig bei besonderen Vorkommissen verlängern zu lassen.

"Warum verlängern wir nicht die Quali-Runden um jeweils eine Minute, wenn in den letzten drei Minuten eine gelbe Flagge gezeigt wird?", zitiert "auto, motor und sport" den Briten. "Das gäbe den betroffenen Fahrern die Chance, es noch einmal zu versuchen."

In Monaco stellte Rosberg seinen Mercedes im Auslauf der Mirabeau-Kurve ab, nachdem er sich verbremst hatte. Da das Fahrzeug in der Auslaufzone eine Gefahr für nachfolgende Piloten darstellte, wurden gelbe Flaggen geschwenkt.

Die Fahrer mussten vom Gas und konnten keine schnelle Runde mehr fahren. Rosberg hatte zu diesem Zeitpunkt die Bestzeit inne und legt mit der Pole-Position die Basis für seinen Sieg im Rennen.

Sein Teamkollege Lewis Hamilton hatte dem Deutschen indirekt unterstellt, sich absichtlich verbremst zu haben, und erinnerte damit an einen ähnlichen Fall von 2006. Damals stellte Michael Schumacher seinen Ferrari nach einem Fahrfehler in der Rascasse-Kurve ab.

Im Gegensatz zu Rosberg wurde Schumacher für das Rennen auf die letzte Startposition strafversetzt, weil er nach Ansicht der Rennleitung vorsätzlich handelte.

2007 wurde Hamilton schon einmal in einem Qualifying von seinem Teamkollegen gestoppt.

Beim Ungarn-GP blieb sein damaliger McLaren-Teamkollege Fernando Alonso beim letzten Reifenwechsel so lange in der Box stehen, bis der hinter ihm wartende Brite keine Zeit mehr für eine schnelle Runde hatte. Alonso wurde daraufhin beim Rennstart um fünf Plätze zurückversetzt.

Mit seinem Vorschlag für eine Verlängerung des Qualifyings wären derartige Aktionen in Zukunft überflüssig, erklärte Whiting: "Wer auch immer so etwas plant, hätte keinen Grund mehr es zu tun."

Die Idee könnte aber erst dann ins Regelwerk aufgenommen werden, wenn die Teams ihre Zustimmung dafür geben.

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