Weltmeister Sebastian Vettel ist der Prototyp eines modernen Sporthelden. Dies erklärte Prof. Dr. Elk Franke, einer der führenden Sportphilosophen Deutschlands, in einem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag.

"Gelingt es einem jungen Mann im Alter von 25 Jahren, drei Mal in Folge Weltmeister zu werden, spricht vieles dafür, ihn zum Vorreiter des modernen Sportheldentums zu erklären", schrieb der in Bremen lehrende Franke schon vor der möglichen Titelentscheidung am Sonntagabend in Austin/Texas.

"Sebastian Vettel hat es selbst in der Hand, sich unsterblich zu machen." Allgemein scheine sich "eine neue Form von Sportheld herausbilden: Er erscheint nicht als Opfer der Technik, sondern als deren Herrscher."

Ausgehend von der Frage, ob die Formel 1 aufgrund der Abhängigkeit von Material und Technik "nur Sieger oder auch Helden wie Max Schmeling oder Fritz Walter" erschafft, kam Franke zu dem Schluss: "Vettel scheint Voraussetzungen entwickelt zu haben, durch die er zu einem Prototyp moderner Sporthelden werden könnte."

Er erklärte: "In seinem öffentlichen Bild gibt es eine Verbindung von anerkannten persönlichen Leistungsmerkmalen (zielstrebig, willensstark, etc.) mit der coolen Distanz gegenüber dem Medienrummel bei gleichzeitigem Bemühen um Basisnähe in einem Bereich der Hochtechnologie."

Damit verbinde er "Symptome traditioneller Mythenbildung mit den Bedingungen eines zeitgemäßen technologischen Sports, dem man nicht nur ausgeliefert ist, sondern den man auch beherrschen kann."

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