Sebastian Vettel gewann bisher 39 Grand Prix in der Formel 1
Sebastian Vettel wartet seit November 2013 auf einen GP-Sieg © getty

Sebastian Vettel will weiter um den WM-Titel kämpfen. Helmut Marko setzt Renault unter Druck und nennt eine Alternative.

Von Tobias Wiltschek

München - Erstaunlich schnell hat Sebastian Vettel den erneuten Rückschlag verkraftet.

Wenige Tage nach seinem frühen Ausfall wegen eines technischen Defekts in Monte Carlo (Bericht) sprüht er schon wieder vor Zuversicht.

"Wir haben definitiv Fortschritte gemacht, was beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte der Heppenheimer am Rande eines PR-Events auf dem runderneuerten Red-Bull-Ring im österreichischen Spielberg.

Hoffnung auf den Titel

Natürlich hören sich die Aussagen bei einer Sponsoren-Veranstaltung immer etwas positiver an als direkt nach einer Enttäuschung auf der Rennstrecke.

Aber Vettel hat die Saison wohl tatsächlich noch nicht abgehakt und macht sich sogar noch Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.

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Auch durch den stolzen Rückstand von 77 Punkten auf WM-Spitzenreiter Nico Rosberg lässt sich der viermalige Weltmeister seinen Optimismus nicht nehmen (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Noch alles drin"

"Mathematisch ist noch alles drin", macht sich Vettel Mut im Duell mit den Mercedes-Piloten, das der derzeit eigentlich gar keines ist.

Zu dominant treten Rosberg und sein Teamkollege Lewis Hamilton in dieser Saison auf, machten bislang bei allen sechs Rennen den Sieg unter sich.

Doch je härter das interne Duell der Silberpfeile wird und je länger die Mercedes-Bosse ihre beiden Streithähne gegeneinander fahren lassen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide gegenseitig von der Strecke räumen.

Dann will Vettel zur Stelle sein und den Titelkampf noch einmal spannend machen.

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Erinnerungen machen Mut

Hoffnung könnten ihm nicht nur seine eigenen beiden erfolgreiche Aufholjagden von 2010 und 2012 machen, sondern auch die WM-Entscheidung im Jahr 2007.

Damals führten die McLaren-Piloten Hamilton und Fernando Alonso mit ihren überlegenen Fahrzeugen ebenfalls lange die WM-Wertung an. Allerdings stritten sich die beiden Fahrer so leidenschaftlich, dass am Ende keiner von ihnen Weltmeister wurde ? sondern Kimi Räikkönen im Ferrari.

Vettel in einem Ferrari von 1988 auf dem Red-Bull-Ring

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Auf die Unterstützung seines Teams kann sich Vettel jedenfalls verlassen. "Es gibt eine Taskforce aus Toro Rosso, Renault und uns, in der wir eng zusammenarbeiten und Lösungen suchen, die wir sicherlich auch finden", versicherte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

"Wir werden nicht aufhören, den RB10 weiterzuentwickeln, um uns bereits auf 2015 zu konzentrieren. Der Fokus bleibt auf 2014", betonte der Österreicher.

Verbesserte Antriebseinheit

Für den Heim-Grand-Prix der ?Bullen? in Spielberg am 22. Juni kündigte er an, dass Renault eine stark verbesserte Antriebseinheit präsentieren werde.

Nach den erneuten Problemen an Vettels Auto in Monaco, als der Turbo-Motor wegen des fehlenden Ladedrucks keine Leistung erzeugte, sind die Franzosen wieder verstärkt in die Kritik geraten.

Für Renault dürfte das Rennen in der Steiermark die letzte Chance sein, sich auch als zukünftiger Motorenlieferant von Red Bull zu empfehlen.

Alternative für Renault?

"Dort müssen wir über unseren künftigen Motorenpartner entscheiden", bekräftigte Marko in der "Sport-Bild" die Frist bis zum Österreich-GP - und bringt bereits eine Alternative ins Spiel.

"VW setzt heute schon in anderen Rennserien Motoren ein, die der Formel-1-Technik ähnlich sind", betonte er.

Der Volkswagen-Konzern hatte jedoch zuletzt Spekulationen über eine Teilnahme an der Formel 1 immer wieder zurückgewiesen. Als einziger Neuzugang unter den Motoren-Herstellern steht für 2015 bislang lediglich Honda fest.

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