Sebastian Vettel hat bislang 39 GP-Siege auf seinem Konto © getty

Vor seinem 100. GP für Red Bull ist bei Sebastian Vettel die Zuversicht zurückgekehrt. In Monaco will er weiter angreifen.

Monte Carlo - Sebastian Vettel schmunzelt und lässt seinen Blick über das Hafenbecken von Monaco schweifen.

Sein 100. Rennen für Red Bull Racing steht im Fürstentum (Training, Do. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) bevor, und die Frage nach seinen Gefühlen vor diesem Jubiläum ist nicht ganz einfach zu beantworten.

"Die Zeit fliegt, wir waren erfolgreicher, als wir es jemals erwartet hätten", sagt der viermalige Weltmeister dann, "aber natürlich gab es für uns deutlich schönere Zeiten, als die vergangenen Monate."

WM-Chancen fast verspielt

Chancenlos fuhr der Heppenheimer dem überlegenen Mercedes-Duo da hinterher, haderte mit seinem zickigen neuen Boliden und hat seine WM-Chancen nach fünf Rennen schon fast verspielt - doch der Meilenstein am Sonntag soll eben nicht als weiterer Rückschritt in Vettels Geschichtsbuch eingehen.

Und es gibt durchaus Gründe, die vor dem sechsten Saisonlauf für Zuversicht beim 26-Jährigen sorgen - trotz der Dominanz von Lewis Hamilton und Nico Rosberg in den Silberpfeilen. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

Vettel kämpferisch

"Hier in Monaco konnte man immer zeigen, wo man als Rennfahrer steht", sagt der viermalige Weltmeister kämpferisch, und auch seinem unterlegenen RB10 könne die Charakteristik der Strecke mit ihren verwinkelten Straßenzügen entgegen kommen.

"Man braucht dort etwas weniger Motorenleistung als auf anderen Rennstrecken", sagt Vettel, dies sei im Kampf gegen den starken Mercedes-Antrieb viel wert. SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen

Das mag klingen wie ein frommer Wunsch, denn zumindest bei trockenen Bedingungen spricht wenig dagegen, dass Mercedes auch an der Cote d'Azur die erste Startreihe bildet. Der fünfte Doppelsieg in Folge wäre auf dem engen Kurs dann wohl nur noch Formsache.

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"Sie sind der Maßstab"

"Die beiden gilt es auch hier zu schlagen, sie sind der Maßstab", sagt Vettel, der seit Saisonbeginn nachhaltige Probleme mit seinem neuen Auto hat und von diesem regelmäßig im Stich gelassen wurde.

Doch da ist eben noch etwas, das Vettels Laune und Zuversicht deutlich verbesserte: Beim Großen Preis von Spanien Anfang des Monats schloss er vorerst Frieden mit seiner "Suzie", und der Weltmeister durfte sich mal wieder als Rennfahrer fühlen.

Nach einem verkorksten Qualifying funktionierte der neue RB10 am Rennsonntag endlich, vom 15. Startplatz fuhr Vettel auf Rang vier vor, zeigte zahlreiche wilde, meisterhafte Überholmanöver.

Einstellung geändert

Aus heiterem Himmel kam das wohl nicht, mental hat sich in den vergangenen Wochen etwas getan bei Vettel, das glaubt zumindest sein sportliches Umfeld.

"Sebastian hat sich stark mit der Situation auseinandergesetzt und seine Einstellung überprüft", sagte etwa Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei "Auto Bild Motorsport": "Er hat viel darüber nachgedacht, was er ändern muss, um seinen Biss zurückzubekommen."

Der WM-Titel scheint Mercedes trotz allem kaum zu nehmen, daran hat auch Vettels Auftritt in Spanien nichts geändert. Doch immerhin, der Titelverteidiger hat das Vertrauen in sich und sein Auto zurückgewonnen, das ist die Grundlage für erste Erfolgserlebnisse.

Und es zeigt sich nun auch in kleinen Seitenhieben in Richtung der Zweifler. "Dass ich von heute auf morgen das Fahren verlernt haben soll", sagt Vettel, "fand ich schon sehr lustig."

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