Nico Rosberg kündigt bei SPORT1 an, die Serie seines Kollegen in Monaco stoppen zu wollen. Dem Team droht die Spaltung.

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Von Tobias Wiltschek und Alex Hofmann

München/Monaco - Nur 55 Kilometer südwestlich von Monaco geben sich in diesen Tagen die Leinwand-Stars die Klinke in die Hand.

In Cannes läuft gerade das berühmteste Filmfestival der Welt.

Der spannendste Thriller geht am kommenden Wochenende aber auf dem legendären Stadtkurs von Monaco (Training, Do. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) über die Bühne: der sechste Teil des Formel-1-Klassikers "Krieg der Sterne".

Nach fünf Rennen in dieser Saison hat Mercedes-Pilot Lewis Hamilton nicht nur nach Siegen die Nase vorn, bei seinem Triumph in Barcelona vor zwei Wochen nahm er seinem Teamkollegen Nico Rosberg auch die Führung in der WM-Wertung ab.

Rosberg will Hamiltons Lauf brechen

Der Deutsche hat nach seinem Auftaktsieg in Melbourne jeden Grand Prix als Zweiter hinter Hamilton beendet - und will nun den Spieß endlich umdrehen.

"Er hat jetzt gerade einen Lauf und ich muss schauen, dass ich den breche", erklärte Rosberg im SPORT1-Interview.

Dass ihm das ausgerechnet vor seiner Haustür in seiner Wahlheimat Monte Carlo gelingen kann, ist gut möglich.

"Letztes Jahr habe ich in Monaco gewonnen, es ist also ein gutes Pflaster für mich", macht sich der 28-Jährige vor dem Glamour-Grand-Prix Mut und verspricht eine Neuauflage des packenden Teamduells.

"Ich werde auf jeden Fall angreifen, um sein Momentum zu brechen. Das ist jetzt wichtig, dass ich das wieder umdrehe", setzt sich Rosberg bei SPORT1 selbst unter Druck. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

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Auch an schlechten Tagen Zweiter

Was aber bleibt ihm auch anderes übrig? Es sei zwar auch beruhigend zu wissen, dass er aufgrund der Überlegenheit der Silberpfeile auch an schlechten Tagen Platz zwei erreichen könne. Doch für ihn zählt in dieser Saison nur Platz eins. Den musste er aber in den vergangenen vier Rennen ausnahmslos seinem Stallgefährten überlassen.

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Das nagt mittlerweile so sehr an Rosberg, dass er sein zu Saisonbeginn abgegebenes Bekenntnis zurückgenommen hat.

"Wenn ich nicht gewinnen kann, ist es mir am liebsten, wenn mein Teamkollege den Sieg holt", hatte er noch vor ein paar Monaten festgehalten. "Jetzt ist das nicht mehr der Fall", stellt er klar.

Mit anderen Worten: Ihm wäre es lieber, wenn ein Fahrer eines rivalisierenden Rennstalls seinen eigenen Teamkollegen schlägt.

Alarmglocken schrillen

Was mit Blick auf seine persönlichen Titel-Ambitionen absolut nachvollziehbar ist, dürfte bei den Verantwortlichen von Mercedes dennoch die Alarmglocken schrillen lassen.

Sie haben beide Piloten zur Einhaltung eines umfangreichen Verhaltenskodex' verdonnert, mit dem sie unter allen Umständen verhindern wollen, dass sich beide Piloten gegenseitig von der Strecke schießen.

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Genau das aber scheint in Monaco nicht mehr ausgeschlossen. Rosberg wird nach vier Niederlagen in Serie noch mehr Risiko eingehen. Außerdem kann es auf dem engen Stadtkurs leichter zu Kollisionen kommen als auf den meisten anderen Strecken.

Spaltung des Teams droht

Dazu kommt, dass sich das teaminterne Duell längst nicht mehr nur auf die beiden Piloten beschränkt. Mittlerweile droht der Zweikampf das gesamte Team zu spalten.

Zur Hamilton-Fraktion gehört neben dessen Mechaniker-Truppe auch Aufsichtsratsboss Niki Lauda, der den Briten in letzter Zeit auffällig oft in den Himmel gelobt und ihn als "unschlagbar" bezeichnet hatte.

Auf der anderen Seite kann sich Rosberg auf den Zuspruch von Motorsportchef Toto Wolff verlassen.

Der Österreicher nennt einen Grund, warum der gebürtige Wiesbadener in den letzten Rennen gegen Hamilton den Kürzeren gezogen hat.

"Der Schnellere aus der Qualifikation hat die erste Wahl bei der Reifenstrategie", wird Wolff von "Motorsport aktuell" zitiert. Auch deshalb gewann Hamilton sämtliche vier Rennen, in die er von der Pole-Position aus gestartet war.

Wolff warnt die beiden Lager

Alle Versuche von Rosberg, diese Reihenfolge während des Rennens noch einmal zu ändern, schlugen fehl. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass er in Barcelona mit der besseren Abstimmung unterwegs war.

Was diesen Bereich angeht, ruft Wolff beide Lager zur Mäßigung auf: "Bei der Abstimmungsarbeit versuchen die beiden, sich ständig hinters Licht zu führen. Es liegt an uns zu managen, dass die Dinge im Rahmen bleiben."

Dennoch gehe er davon aus, dass sich das Duell noch zuspitzen werde.

Für Nico Rosberg geht es nun hauptsächlich darum, am Samstag endlich einmal wieder schneller zu sein als sein Teamkollege, um am Sonntag nicht nur von der Pole zu starten, sondern auch die Strategien zu bestimmen.

Dann winkt ihm zwar nicht die Goldene Palme, dafür aber die nicht minder wertvolle Siegertrophäe von Monaco.

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