Fernando Alonso debütierte 2001 in der Formel 1 © getty

Fernando Alonso erlebt eine bittere Durststrecke. In Barcelona will er zurück an die Spitze. Dafür ist ihm jedes Mittel recht.

Von Carsten Arndt

München - Fernando Alonso verliert nicht gern.

Der Spanier ist regelrecht besessen vom Erfolg. Seine Willensstärke, die Fähigkeiten ein Team mitreißen zu können und natürlich sein außergewöhnliches fahrerisches Können, brachten ihn 2010 zu Ferrari.

Dort sollte er an die Erfolge von Rekordweltmeister Michael Schumacher anknüpfen.

Doch bisher hat die Ehe zwischen dem Spanier und dem legendären Rennstall noch nicht den erwünschten Ertrag gebracht.

Auch in dieser Saison gab es vor dem Grand Prix in Barcelona (Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) für die Scuderia noch nichts zu holen - und Alonso verliert so langsam die Geduld.

Brawn vor Ferrari-Comeback?

Passend dazu gibt es jetzt Gerüchte um eine Rückkehr von "Superhirn" Ross Brawn zu seiner alten Liebe. Der Brite bestätigte mittlerweile Meldungen, wonach er sich mit dem neuen Teamchef Marco Mattiaci in Maranello getroffen habe (News).

Allerdings sei es sich dabei um einen privaten Besuch gehandelt haben "und mehr nicht". Den Gerüchten um die spektakuläre Rückkehr tut das aber natürlich keinen Abbruch.

Alonso als Drahtzieher?

Doch damit nicht genug. Hinter vorgehaltener Hand wird in iatlienischen Medien schon länger darüber spekuliert, dass Alonso selbst der Drahtzieher hinter dem mehr oder weniger erzwungenen Rücktritt Domenicalis war. Längst gilt der Spanier als heimlicher Chef der Scuderia.

Eigentlich galt er als großer Freund Domenicalis und widmete ihm sogar seinen dritten Platz beim vergangenen Rennen in Schanghai. (DATENCENTER: Ergebnisse Rennen)

Doch Alonso hat es satt, nur noch hinterher zu fahren, er will endlich wieder ganz oben stehen - dort wo er nach eigenem Ermessen hingehört.

Lange Durststrecke

Seit mittlerweile 18 Rennen ist der stolze Spanier jetzt ohne Sieg, die längste Durststrecke, seit er für die Scuderia fährt. Lediglich nach seinem letzten Triumph mit Renault in Fuji 2008 und nach dem Premierensieg 2003 in Ungarn musste er länger auf einen weiteren Sieg warten. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Alonso, der sowohl im Fahrerfeld, als auch bei vielen Experten als komplettester Fahrer gilt, läuft nun schon seit Jahren dem Titel hinterher - was augenscheinlich nicht an seinem fahrerischen Können liegt - sondern an seinem Team.

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Ferrari in der Krise

Seit dem Abgang von Ross Brawn im Jahr 2006 hat Ferrari bis auf den Titel von Kimi Räikkönen im Jahr darauf, den David Coulthard aber eher der Tatsache zuschreibt, "dass sich die McLaren-Fahrer gegenseitig das Leben schwer gemacht haben", keinen Titel mehr geholt.

Brawn hingegen bewies als Teamchef seines eigenen Rennstalls Brawn GP eindrucksvoll, was er innerhalb kürzester Zeit imstande ist zu leisten. 2009 holte er mit der Fahrerpaarung Jenson Button und Rubens Barrichello sowohl den Fahrer-, als auch den Konstrukteurs-Titel.

Hat Alonso deshalb den Sturz Domenicalis in kauf genommen, in dem Wissen, künftig mit einem ausgewiesenen Fachmann an seiner Seite noch einmal um den Titel zu fahren?

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Einer der besten aller Zeiten

Brawn jedenfalls, ist ein ausgemachter Alonso-Fan. Schon in früheren Zeiten schwärmte er in höchsten Tönen vom Spanier.

"Er ist einer der größten aller Zeiten", sagte Brawn 2012 in Silverstone: "Er gewinnt Rennen, die er eigentlich nicht gewinnen sollte, Rennen die er eigentlich gar nicht gewinnen kann. Und das ist es, was einen großartigen Fahrer ausmacht."

Auch damals war Alonso, wie auch in der aktuellen Saison in einem unterlegenen Auto unterwegs: "Er hatte in diesem Jahr kein gutes Auto, aber er führt die WM an. Er hat es geschafft dort oben zu stehen, durch das was er ist, ein fantastischer Fahrer", sagte Brawn.

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Gutes Omen

In diesem Jahr konnte er das allerdings noch nicht wirklich unter Beweis stellen. Doch vielleicht sehen die Fans in Maranello schon bald ein neues Traum-Duo.

Bis dahin muss und wird Alonso mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für das Ende seiner Durststrecke kämpfen.

Seinen letzten Sieg feierte er vor fast genau einem Jahr - beim Heim-Grand-Prix auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona.

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