Nur knapp vier Monate später müssen die Chefärzte des Uni-Klinikums in Grenoble der versammelten Weltpresse Auskunft über die schweren Verletzungen des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters geben
Die Mediziner in Grenoble berichten über den Zustand von Michael Schumacher © Getty Images

Michael Schumacher liegt nach seinem Skiunfall im Koma. Die Ärzte lassen auf einer zweiten Pressekonferenz ein wenig hoffen.

Grenoble - Nach ihrer Pressekonferenz am Montag schildern die Mediziner der Universitätsklinik in Grenoble den Gesundheitszustand des lebensgefährlich am Gehirn verletzten Michael Schumacher (BERICHT: Ärzte Denken von Stunde zu Stunde).

Die behandelnden Ärzte geben auf einer zweiten Pressekonferenz die neuesten Informationen zu Schumachers Status. SPORT1 berichtet.

Helm zerbrochen

Vor der Pressekonferenz in Grenoble wird bekannt, dass Michael Schumachers Helm beim Sturz in Meribel gebrochen sein soll. Dies berichtet die französische Nachrichtenagnentur "AFP" unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister hatte sich bei dem Unfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen und ringt seither um sein Leben.

Pressekonferenz beginnt

Die behandelnden Ärzte kommen, um ihre Erklärung abzugeben. Auch Chefanästhesist Jean-Francois Payen, der gestern bereits berichtet hatte, ist mit dabei. Auch die Leiterin der Klinik und die anderen behandelnden Mediziner, darunter Neurochirurgie-Professor Emmanuel Gay, der Schumacher operiert hatte, nehmen Platz.

Situation leicht verbessert

Es wurde nachts eine Operation durchgeführt. Die Situation habe sich leicht verbessert, teilt die Klinik-Leiterin mit. Payen präzisiert: Es habe eine vorübergehende Verbesserung bei Schumi gegeben. Sein Zustand sei stabiler.

Eingriff davor nicht beschlossen

Der Eingriff sei zunächst nicht vorhergesehen gewesen. Aber da sich Schumachers Lage leicht verbessert habe, habe ein Scan des Gehirns durchgeführt werden können.

Schwierige Entscheidung

Professor Gay teilt mit, dass man mit sich gerungen habe, ob die Operation durchgeführt werden soll. Es ging darum, ein weiteres Hämatom zu entfernen und den Gehirndruck zu verringern. "Die Situation hat sich verbessert", sagt Gay. Aber es gebe noch weitere Hämatome.

Ärzte: Besser unter Kontrolle

Die Medizinier präsentieren sich deutlich zuversichtlicher als gestern noch. Aber Schumacher sei noch nicht außer Lebensgefahr. Es habe sich bei der Operation um einen klassischen Eingriff gehandelt. "Das ist nichts Ungewöhnliches", sagt Payen: "Wir glauben, dass wir die Situation besser kontrollieren können. Aber ich kann nicht sagen, dass er außer Gefahr ist. Wir haben etwas Zeit gewonnen."

Entscheidung mit der Familie

Die Entscheidung zur Operation sei in enger Abstimmung mit Schumachers Familie getroffen worden. Aber Schumi sei immer noch auf der Intensivstation, und man könne nicht sagen, ob und wann man ihn aufwecken könne.

Mediziner überrascht

"Wir können ihn nicht verheimlichen, dass wir überrascht über die Verbesserung waren", teilt Professor Gay mit. Aber über Schumachers Zukunft könne und wolle man jetzt nichts sagen. "Es liegt noch ein weiter Weg vor ihm."

Keine Spekulationen

Michael Schumachers befreundeter Arzt Gerard Saillant, der ebenfalls in Grenoble ist, verbietet nachdrücklich Spekulationen über die Zukunft von Michael Schumacher. Man wolle nur darüber berichten, was objektiv zu belegen sei.

Kampf gegen die Zeit

"Jede Stunde, die er stabil bleibt, ist sehr wichtig", berichtet Payen. Man werde immer wieder beraten, wie es mit der Behandlung des Superstars weitergeht. Anschließend werde mit der Familie gesprochen, ergänzt Gay. Schumis Familie sei immer informiert.

Vorerst keine weitere OP

Im Moment sei keine weitere Operation geplant, teilt Payen mit. Nach den Ergebnissen des Scans habe man festgestellt, dass man angesichts der Verbesserung von Michael Schumachers Zustand die Operation in der Nacht durchführen konnte.

Payen warnt

Der Chefarzt teilt mit, dass Schumachers Zustand sich nicht zwingend nur noch verbessern werde. Es könne auch noch eine Verschlechterung eintreten. Professor Gay, der Operateur, teilt mit, dass es im Gehirn weitere Blutergüsse gebe sowie diffuse Verletzungen.

Viele Hämatome

Es gebe noch zahlreiche Hämatome im Schädel von Michael Schumacher, die nach jetzigem Stand nicht operiert werden. "Wir können das nur beobachten", teilt Professor Gay mit. In der Operation in der Nacht sei es vor allem darum gegangen, den Druck auf das Gehirn zu senken.

Familie vor Ort

Michael Schumachers Familie sei nach wie vor beim verunglückten Sportler. Sie werde über alle Entscheidungen informiert. Mehr könne man zur privaten Situation nicht sagen, so die Ärzte.

Zukunft ungewiss

Gay präzisiert nochmals auf Nachfrage. Man habe lediglich ein Hämatom entfernen können. Es gebe aber noch zahlreiche weitere, wie bei einem Schädel-Hirn-Trauma üblich. Diese könne man im Moment nicht operieren. Schumachers Zustand könne sich verbessern, aber auch verschlechtern.

Kein Sonderstatus für Schumi

"Wir verfahren mit allen Patienten genau so. Es ist dasselbe wie bei Michael Schumacher. Unser Beruf dreht sich nicht nur um Michael Schumacher oder zwei, drei andere. So promintent sie auch sein mögen", erklärt Jean-Francois Payen.

Dank an die Ärzte

Schumachers Vertrauter Gerard Saillant, ebenfalls Arzt, bedankt sich im Namen der Familie bei den behandelnden Medizinern. Er stellt klar, dass man nichts über die Zukunft des früheren Formel-1-Rennfahrers sagen könne. Er fordert die Journalisten auf, keinen Druck auf die Mediziner auszuüben. Er bittet um Zurückhaltung, damit helfe man Schumacher am meisten.

Weitere Pressekonferenz

Man werde nicht täglich Pressekonferenzen abhalten, heißt es in Grenoble. Es werde aber neue Informationen geben, wenn sich eine Entwicklung von Schumis Gesundheitszustand abzeichne.

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