ZUM DURCHKLICKEN: Bilder zu Schumachers Ski-Unfall © getty

Wie die Ärzte in einer Pressekonferenz mitteilen, ist Michael Schumacher nach seinem schweren Skiunfall nicht außer Lebensgefahr.

München/Grenoble - Michael Schumacher kämpft weiter um sein Leben.

Der Zustand des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters ist nach dessen Ski-Unfall am Sonntag unverändert kritisch und sehr ernst. Das teilte die Leitung der Universitätsklinik von Grenoble am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz mit.

Es sei zu früh, eine Prognose über die Überlebenschance abzugeben.

Die weltweite Anteilnahme ist nach wie vor riesig (STIMMEN: Reaktionen zu Schumachers Unfall).

Schädel-Hirn-Traumata

Der 44-Jährige hatte bei einem Sturz gegen einen Felsen auf einer Skipiste in Meribel/Frankreich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten ( 826165 DIASHOW: Bilder von Schumachers Unfall-Tag ).

Bereits bei der Ankunft im Krankenhaus habe Schumacher Hirnschädigungen gehabt, ohne Helm wäre er wohl bereits verstorben, teilte Chefarzt Jean-Francois Payen mit.

"Er ist in ein künstliches Koma versetzt worden. Wir versuchen, die Gehirnödeme zu reduzieren und den Druck zwischen Gehirn und Schädel so weit wie möglich zu verringern. Er wurde ein einziges Mal operiert, der Eingriff fand ohne größere Schwierigkeiten statt", sagte der behandelnde Arzt.

"Nicht stabil"

Die Situation sei kritisch, "nicht stabil". Schumachers Körpertemperatur werde derzeit bei 34 bis 35 Grad Celsius stabilisiert, um Stimulierungen des Gehirns von außen so gering wie möglich zu halten.

Dadurch könne das Gehirn stärker mit Sauerstoff versorgt werden. Momentan sei keine weitere Operation geplant, es sei "kein Eingriff notwendig".

Derzeit würden keinerlei Vorhersagen über den weiteren Verlauf angestellt, es werde nur beurteilt: "Wir sprechen noch nicht über Folgeschäden, sondern konzentrieren uns allein auf die akute Behandlung und denken von Stunde zu Stunde. Wir versuchen, Zeit zu gewinnen."

"Mächtiger Aufprall"

Schumachers grundsätzlich gute körperliche Verfassung könne beim Kampf ums Überleben von Vorteil sein.

Die Ärzte sprachen in Bezug auf den Unfall in den französischen Alpen von einem "mächtigen Aufprall" mit "hoher Geschwindigkeit". Dass trotz des Helmes sehr schwere Kopfverletzungen festgestellt worden seien, spreche für ein enormes Tempo, mit dem der ehemalige Rennfahrer unterwegs gewesen sein soll.

Schumacher sei "auf die rechte Seite gestürzt". Aus Rücksicht auf Schumachers Familie, die in Grenoble vor Ort ist, würden keinerlei anatomische Details veröffentlicht.

Kurz nach dem Unfall sei Schumacher "aufgeregt und verwirrt" gewesen. "Er konnte nicht auf Fragen antworten und hat keine normalen Reaktionen gezeigt", teilte das Ärzteteam mit.

Familie bedankt sich

Schumacher Familie bedankte sich indes mit einer offiziellen Stellungnahme (News) explizit bei den Ärzten der Universtätsklinik - und für die weltweite Anteilnahme.

"Wir möchten uns beim Ärzteteam bedanken, von dem wir wissen, dass es alles tut, um Michael zu helfen. Außerdem danken wir den vielen Menschen aus der ganzen Welt, die ihr Mitgefühl ausgedrückt und beste Wünsche für Michaels Genesung übermittelt haben", ließ Schumachers Ehefrau Corinna über das Management des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters mitteilen.

Schumachers Familie bat in der Stellungnahme die Medien darum, die Privatsphäre der Angehörigen und Freunde zu achten.

Sein Sohn war dabei

Schumacher war nach offiziellen Angaben am Sonntag um 11.53 Uhr zunächst per Hubschrauber ins Krankenhaus nach Albertville-Moutiers geflogen worden.

Weil sich seine Verletzungen als lebensbedrohlich erwiesen, wurde er von dort um 12.45 Uhr in die Klinik nach Grenoble verlegt. Informationen über die Umstände des Unfalls werden allmählich konkreter.

Nach Angaben von Olivier Simonin, Geschäftsführer des Ski-Gebietes Meribel Alpina, sei Michael Schumacher mit seinem 14 Jahre alten Sohn etwa 20 Meter abseits der markierten Pisten unterwegs gewesen.

Der Unfall habe sich auf ungefähr 2100 Meter Höhe zwischen den Pisten "Biche" (blau/niedriger Schwierigkeitsgrad) und Mauduit (rot/mittlerer Schwierigkeitsgrad) ereignet.

[kaltura id="0_4wot82hy" class="full_size" title=" rzte So geht es Schumacher"]

Weiterlesen