Nico Hülkenberg fuhr zuletzt für Sauber © getty

Die Rückkehr zu seinem Ex-Team ermöglicht Hülk den Verbleib in der Königsklasse. Sogar der Abschied war möglich.

Köln - Quälend lange hatte Nico Hülkenberg auf sein Happy End warten müssen, dann war es doch so weit.

Nach über einstimmenden Medieninformationen kehrt der 26-Jährige kehrt zur kommenden Saison vom Schweizer Sauber-Rennstall zu Force India zurück und bleibt der Formel 1 damit auch 2014 erhalten. Noch im Laufe des Tages sollte der Wechsel zum britisch-indischen Mittelfeldteam auch offiziell verkündet werden.

Damit enden die monatelangen Spekulationen um einen der talentiertesten Fahrer im Feld, sogar Hülkenbergs Aus in der Königsklasse schien dabei zeitweise möglich zu sein.

Unübersichtliches Fahrerkarussell

Die Einigung mit Force India ist damit ein Erfolg für Hülkenberg - auch wenn der angepeilte Wechsel zu einem Topteam erneut nicht zustande kam.

Denn wie unübersichtlich das aktuelle Fahrerkarussell ist, zeigt eine weitere Personalie: Ob Hülkenberg bei Force India, das er erst Ende 2012 in Richtung Sauber verlassen hatte, im kommenden Jahr ein deutsches Duo mit dem aktuellen Stammpiloten Adrian Sutil bilden wird, steht weiterhin nicht fest.

Der Gräfelfinger wird mit Sauber in Verbindung gebracht, Sutils Manager Manfred Zimmermann konnte am Dienstag noch keine Entscheidung verkünden.

Sutils Zukunft unsicher

"Noch ist nichts entschieden, wir sind mitten in den Verhandlungen und hoffen auf eine schnelle Lösung", sagte er dem sid: "Was den Fahrermarkt betrifft ist die Formel 1 so komplex und kompliziert wie nie zuvor, man kann sich nie sicher sein."

Als höchst wahrscheinlich gilt, dass der Schotte Paul di Resta keine Zukunft beim Rennstall des Multi-Millionärs Vijay Mallya hat.

Stattdessen ist nun der Mexikaner Sergio Perez ein heißer Kandidat auf den Platz neben Hülkenberg. Nach seinem Aus bei McLaren soll der 23-Jährige beste Chancen bei Force India haben, Sponsorengelder eines Telekommunikationsunternehmens in Höhe von etwa 15 Millionen Euro sind dabei ein wichtiges Argument.

Wechsel zu Top-Team gescheitert

Denn sogenannte Bezahlfahrer sind begehrt in der klammen Königsklasse, mehr als die Hälfte der Teams kämpft mit wirtschaftlichen Problemen.

Daran scheiterte auch Hülkenbergs Wechsel zu einem der Top-Rennställe, lange hatte der Emmericher aussichtsreich auf einen Platz bei Lotus gehofft.

Doch die Engländer warten seit Wochen vergeblich auf einen Millionendeal mit der zweifelhaften Investorengruppe Quantum Motorsports, ohne dieses frische Geld war der Wechsel letztlich nicht möglich - in Pastor Maldonado aus Venezuela heuerte ein anderer Pay-Driver bei dem Team aus Enstone an und brachte geschätzte 30 Millionen US-Dollar mit.

Neue Chance 2015?

Den Traum vom Sieger-Auto dürfte Hülkenberg dennoch weiter hegen.

So könnte der Wechsel zu Force India eine Art Übergangslösung sein, denn 2015 könnten sich attraktivere Möglichkeiten eröffnen: Entweder bei McLaren, wenn der unerfahrene Däne Kevin Magnussen sich im Jahr vor dem Einstieg von Honda nicht wie gewünscht entwickelt.

Oder bei Ferrari, denn das neue Duo aus Fernando Alonso und Kimi Räikkönen birgt Konfliktpotential.

Potential zum Star vorhanden

Dass Hülkenberg das Potential zum künftigen Star mitbringt, stellt in der Formel 1 kaum jemand in Frage. Auch im schwierigen Jahr bei Sauber betrieb der Rheinländer noch Eigenwerbung.

Mit nur sieben Punkten aus elf Rennen hatte die Saison 2013 für Hülkenberg enttäuschend begonnen, das Auto des wirtschaftlich angeschlagenen Traditionsteams ermöglichte zunächst keine Top-Platzierungen. Sauber bekam seine Probleme jedoch im Sommer in den Griff, Hülkenberg holte in der Folge 44 Zähler aus den letzten acht Rennen - und ärgerte dabei regelmäßig Branchengrößen wie den früheren Weltmeister Alonso im Ferrari.

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