Maria de Villota heiratete im Juli 2013 Rodrigo Garcia Millan © imago

Mit 33 Jahren wird die 2012 verunglückte Testfahrerin tot aufgefunden. Die Polizei ermittelt. Nicht nur Alonso ist bestürzt.

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Berlin - Die ehemalige Formel-1-Testfahrerin Maria de Villota ist tot.

Im Juli vergangenen Jahres hatte sie traurige Berühmtheit durch einen schweren Unfall auf einem Flugfeld in England erlangt, am Freitag wurde die Spanierin mit nur 33 Jahren tot in einem Hotel in Sevilla aufgefunden.

"Liebe Freunde, María ist von uns gegangen. Sie musste wie alle Engel in den Himmel. Wir danken Gott für die zusätzlichen eineinhalb Jahre, die er sie bei uns gelassen hat", schrieb ihre Familie auf der Facebook-Seite der Rennfahrerin.

"Maria wurde von allen geliebt"

Die Nachricht von ihrem plötzlichen Tod löste in Spanien und in der Formel 1 im fernen Suzuka Bestürzung, Trauer und Fassungslosigkeit aus.

"Ich habe es gerade eben erfahren, gleich nachdem ich den Helm abgesetzt hatte. Ich bin sprachlos. Ich bete für sie und für ihre Familie", sagte ihr Landsmann Fernando Alonso am Freitag in Japan: "Maria wurde von allen geliebt."

Sie sei eine fantastische Fahrerin gewesen, sagte Jean Todt, der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA: "Maria war ein Vorbild für alle Frauen im Motorsport."

Polizei glaubt an einen natürlichen Tod

Der ärztliche Notdienst war nach sieben Uhr gerufen worden, konnte die Tochter der spanischen Rennfahrerlegende Emilio de Villota aber nicht mehr wiederbeleben. Alles deute auf einen natürlichen Tod, hieß von der Polizei.

Dennoch wurden Ermittlungen aufgenommen. "Das ist ein schrecklicher Schlag für unsere Familie. Sie war ein Mensch, der sehr viel Optimismus und Lebensfreude verbreitet hat", sagte ihr Cousin Javier Perez dem Fernsehsender "TVE" und mutmaßte, dass ihr Tod wohl mit dem Unfall von 2012 und den vielen Operationen zu tun habe.

Augenklappe seit dem Horrorcrash

Maria de Villota hatte am 3. Juli 2012 einen Formel-1-Test absolviert und war dabei schwer verunglückt. Sie war auf dem Flugfeld in Duxford mit ihrem Marussia-Rennwagen in die Ladeklappe eines Teamtransporters gerast und hatte sich Schädel- und Gesichtsverletzungen zugezogen.

Ihr Zustand war kritisch. Ihr rechtes Auge konnten die Ärzte nicht mehr retten. Sie trug seitdem eine Augenklappe.

"Deine Familie liebt dich genauso, ob du nur ein Auge hast oder beide", hatte de Villota im Juli dieses Jahres noch erzählt. Sie habe aber Angst gehabt, als sie selbst sich das erste Mal gesehen habe. Angst, dass niemand sie mehr lieben würde. Ende Juli heiratete sie ihren Freund. "Wir sind sehr glücklich", sagte sie am Tag ihrer Hochzeit.

Eine Inspiration für Frauen

Mit ihrem ungebrochenen Lebensmut wurde sie für viele zu einem Idol. Sportverbände, Vereine, Politiker und Sportler hoben vor allem ihren Kampfgeist und ihre Lebensfreude hervor.

"Sie war nicht nur eine Inspiration für Frauen in diesem Sport, sondern auch für alle jene, die einmal lebensgefährliche Verletzungen erlitten haben", sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh als Vorsitzender der Formel-1-Teamvereinigung FOTA.

Buchvorstellung stand kurz bevor

Maria de Villota engagierte sich in der Kommission des Internationalen Automobilverbandes für Frauen im Motorsport, sie liebte und lebte den Motorsport. "Würde ich wiedergeboren, würde sich meine Geschichte genauso wieder ereignen", sagte sie einmal.

"Ich hatte so großen Respekt für den Mut, den sie hatte, sie hatte gegen alle Schwierigkeiten angekämpft und ich erinnere mich immer an ihre Lächeln", sagte Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn "BBC Radio 5 live". "Egal was passierte, sie hat immer gelächelt."

Und sie hatte ein Buch geschrieben. Titel: "Das Leben ist ein Geschenk." Es sollte Medienberichten zufolge am kommenden Montag vorgestellt werden.

"Wenn dir so etwas Schreckliches passiert, wenn du das Gefühl hast, eine zweite Chance im Leben zu bekommen, dann vergisst du Dinge, die dir früher wie Probleme vorkamen und entscheidest dich, das Leben mehr zu genießen", hatte sie im Sommer noch gesagt. Ihre Erfahrungen wollten sie teilen.

Auch Glock ist "unendlich traurig"

Nun aber ereilte die traurige Nachricht von ihrem Tod den spanischen Sport und die ehemaligen Kollegen und Kolleginnen.

"Mit großer Traurigkeit haben wir erfahren, dass Maria de Villota von uns gegangen ist. Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihrer Familie und ihren Freunden», schrieb ihr ehemaliges Marussia-Team, für das damals auch Timo Glock fuhr.

"Maria war eine tolle Kollegin sowie eine ambitionierte und leidenschaftliche Rennfahrerin! Angesichts ihres Todes bin ich unendlich traurig", schrieb der aktuelle DTM-Pilot nun.

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