Kimi Räikkönen feierte im vergangenen Jahr ein erfolgreiches F1-Comeback © imago

Räikkönens Entscheidung über seine Zukunft würde einen Domino-Effekt bewirken. Doch noch schweigt der Lotus-Pilot genüsslich.

Spa - Putzmunter saß Kimi Räikkönen im Vorfeld des Großen Preises von Belgien (DATENCENTER: Ergebnisse des Qualifyings) vor den Journalisten, einen Tag nach seiner "Krankmeldung" für die eigentlich obligatorischen Presserunden.

"Mir geht es gut, vielen Dank", sagte der frühere Weltmeister schmunzelnd. Der Finne, Mittelpunkt der aktuellen Transfergerüchte, machte kaum einen Hehl aus dem Hauptgrund für sein Fernbleiben: "Es macht doch keinen Unterschied. Ihr hättet die gleichen Fragen wie immer gestellt."

Räikkönen hat keine Lust auf die Spekulationen um seine Zukunft, doch er ist der Schlüssel zum Transfermarkt für 2014.

Vertrag des "Iceman" läuft aus

Der Vertrag des 33-Jährigen bei Lotus läuft aus. Er ist der begehrteste "free agent", und vor seiner Entscheidung dürfte sich rundherum wenig tun. So hat die Wahl des aktuellen WM-Zweiten auch Einfluss auf die nahe Zukunft Nico Hülkenbergs (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Doch Räikkönen, bekannt für seine geringe Begeisterung für Pressetermine, lässt sich nicht in die Karten schauen.

Nach dem anscheinend gescheiterten Wechsel zu Sebastian Vettels Red Bull Racing bleiben hauptsächlich zwei Optionen: Ein Verbleib bei Lotus und die Rückkehr zu Ferrari, wo er Felipe Massa (Brasilien) ersetzen würde. Diesbezüglich vermeldeten verschiedene Medien zuletzt bereits eine Einigung.

Comeback bei den Roten?

Für Räikkönen wäre es ein Comeback bei dem Rennstall, den er 2009 im Unfrieden verließ. Trotz laufenden Vertrages bis 2010 war er damals ausgemustert worden, er musste den Platz räumen für Fernando Alonso.

Der Spanier wäre nun sein Teamkollege, für die Scuderia eine brisante Mischung. Die beiden früheren Weltmeister würden das wohl stärkste Fahrer-Duo der Königsklasse bilden, eine gute Grundlage für den ersten WM-Titel seit 2007, den Räikkönen geholt hatte.

Streit wäre programmiert

Harmonie wäre allerdings nicht zu erwarten, das klingt auch aktuell schon durch. Auf das Thema angesprochen, klappen beide Fahrer das Visier runter. "Ich denke nicht, dass Fernando das zu entscheiden hat", sagt Räikkönen auf die Frage, ob sein Wechsel zu Ferrari dem Spanier gefallen würde. Und der stellt klar: "Ich habe keine Angst vor Räikkönen."

Angesichts dieser Ausgangslage ist auch ein Verbleib bei Lotus denkbar, denn dort fühlt sich der Finne nachweislich wohl. Allerdings hat das Team finanzielle Probleme, Räikkönen muss immer wieder auf sein Gehalt warten.

Ob Lotus zudem seine Konkurrenzfähigkeit im kommenden Jahr mit den neuen Turbomotoren konservieren kann, ist fraglich. Hier sind die Werksteams grundsätzlich im Vorteil - wie eben Ferrari.

Hülk: Lotus oder Ferrari?

Den Einfluss Räikkönens auf das Fahrerlager 2014 zeigt exemplarisch ein Blick auf Hülkenberg. Der Rheinländer genießt weiterhin einen hohen Stellenwert in der Königsklasse, trotz der enttäuschenden Saison im überraschend schwachen Sauber.

Und er darf sich berechtigte Hoffnungen machen - sowohl auf ein Cockpit bei Lotus als auch bei Ferrari. Die Scuderia sei "eines der besten Teams", sagte der 26-Jährige in Spa: "Und wenn du die Chance bekommst, dort zu fahren, dann machst du es wahrscheinlich."

Mehr will er nicht sagen, ohnehin hängt zunächst vieles von Räikkönen ab. Und der ist eben ein denkbar schlechter Ansprechpartner, was Transfergerüchte angeht. "Bis alles 100 Prozent klar ist", sagt er, "können wir gerne so weitermachen: Ihr stellt die gleichen Fragen, ich gebe die gleichen Antworten." Es sei denn, er macht blau.

Weiterlesen