Adrian Sutil ging in der Formel 1 erstmals in Australien 2007 an den Start © imago

Ein weiterer Deutscher startet in der Formel 1: Der indische Rennstall verkündet das Engagement von Adrian Sutil. Der ist happy.

München/Barcelona - Die Rückkehr von Adrian Sutil ins Cockpit von Force India ist perfekt.

Das gab der indische Rennstall am Rande der offiziellen Testfahrten in Barcelona bekannt.

Der 30-Jährige bildet mit seinem britischen Teamkollegen Paul di Resta das Fahrergespann im neuen VJM06.

Neben Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull), Nico Rosberg (Mercedes) und Nico Hülkenberg (Sauber) ist Sutil 2013 der vierte deutsche Pilot in der "Königsklasse". (NEWS: Alles zur Formel 1)

"Ich bin sehr glücklich"

"Ich bin sehr glücklich, zurück in der Formel 1 zu sein, gerade bei einem Team, das ich so gut kenne", sagte Sutil: "Ich muss Force India danken, dass sie mir eine zweite Chance geben."

Sutil kehrt nach nur einem Jahr Pause zum Team des schillernden Milliardärs Vijay Mallya zurück und wird Nachfolger von Hülkenberg, der nach einem Jahr bei den Indern zu Sauber gewechselt war.

"Nachdem ich für eine Weile raus aus diesem Sport war, bin ich nun noch entschlossener, meine Ziele in der Formel 1 zu erreichen", sagte Sutil.

Sutil glaubt, stärker zu sein

Der Gräfelfinger war 2007 beim Force-India-Vorgängerteam Spyker in die Formel 1 eingestiegen und hat somit praktisch seine gesamte Karriere bei diesem Rennstall verbracht.

Im Vorjahr hatte der vorherige Ersatzfahrer Hülkenberg den seinerzeit wegen Körperverletzung angeklagten und letztlich zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilten Sutil abgelöst.

"Ich habe immer gesagt: Wenn wir es schaffen, zurückzukommen, war das Jahr Pause das Beste, was mir passieren konnte. Es hat mich viel stärker, erwachsener und fokussierter gemacht", sagte Sutil dem "Express".

Die Vergangenheit sei nun vergessen. "Ich will der Welt beweisen, dass ich diese zweite Chance verdient habe", sagte Sutil, der 2012 als TV-Experte fungiert hatte.

Auch Hamilton freut sich

Ex-Weltmeister und Mercedes-Neuzugang Lewis Hamilton freut sich für Sutil:

"Ich habe Adrian schon zu Beginn des Jahres eine E-Mail geschrieben, wie sehr ich hoffe, dass er das Cockpit bekommt und wie sehr er es verdient hat. Als ich gestern von der guten Nachricht gehört habe, habe ich ihm ebenfalls per Mail gratuliert. Ich freue mich sehr für ihn", sagte Hamilton bei "Auto Bild Motorsport":

"Er hat so hart dafür gearbeitet."

Eine schwierige Entscheidung

"Die Entscheidung über unsere Teambesetzung war sehr schwierig, und wir haben in den vergangenen Monaten gründlich darüber nachgedacht", erklärte Mallya, der Sutil lange auf eine Entscheidung hatte warten lassen:

"Aber Adrians Erfahrung und seine Verbindung zum Team haben den Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben."

Sutil wird bereits am Freitag und Samstag in Barcelona den neuen Boliden testen. Am Sonntag bekommt di Resta noch einmal Gelegenheit zur Vorbereitung auf den Saisonstart im australischen Melbourne am 17. März.

"Als wäre ich nie weg gewesen"

"Mein Fokus liegt jetzt darauf, soviel wie möglich aus den Tests zu ziehen, mit dem Team im Simulator zu arbeiten und mich in die bestmögliche Verfassung für Melbourne zu bringen", sagte Sutil. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

Bereits in der vergangenen Woche hatte der 90-malige Grand-Prix-Starter den Force India in Barcelona getestet und damit nach 452 Tagen wieder in einem Formel-1-Boliden gesessen.

"Es hat alles sehr gut geklappt, es fühlt sich beinahe so an, als wäre ich nie weg gewesen", so Sutil: "Das Auto zu fahren, hat sich sehr natürlich angefühlt."

Bianchi geht leer aus

Neben Sutil hatte lange Zeit der Franzose Jules Bianchi als Kandidat für das letzte freie Cockpit in der "Königsklasse" des Motorsports gegolten.

Bianchis Manager Nicolas Todt hatte jedoch der französischen Nachrichtenagentur "AFP" mitgeteilt, dass sein Klient nicht Stammfahrer bei den Indern werde.

Sutils Rückkehr war damit immer wahrscheinlicher geworden.

Finanznot bei Force India?

Mallya, dem die Kingfisher Airline gehört, und der Mitbesitzer von Force India, die Sahara Group, sollen in erheblichen finanziellen Nöten stecken.

Bereits in den vergangenen Jahren kamen immer wieder Gerüchte auf, dass Force India vor dem Aus stehe.

Sutil holte in bislang 90 Rennen in der Königsklasse 95 WM-Punkten. In seiner bisher letzten Saison fuhr er 2011 mit Gesamtrang neun zu seinem besten Ergebnis.

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