Adrian Sutil ging in der Formel 1 bisher 90 Mal an den Start © imago

Der Deutsche überzeugt in Barcelona. Ein möglicher Motorenwechsel 2014 beeinflusst wohl die Entscheidung von Force India.

Von Felix Götz

München - Als Adrian Sutil nach 78 Runden auf dem Circuit de Catalunya aus seinem Boliden stieg, lächelte er zufrieden.

Der 30-Jährige hatte soeben für Force India in Barcelona einen Testtag absolviert und dabei die in den beiden vorangegangenen Tagen aufgestellte Bestzeit von Paul di Resta um mehr als eine Sekunde verbessert. (BERICHT: Sutil gibt Comeback)

"Ich habe bewiesen, dass ich immer noch schnell bin. Das war sehr wichtig", sagte Sutil nach seinem Formel-1-Comeback nach 452 Tagen Pause.

Besonders stark: Sutil war nach Angaben von Force-India-Chefingenieur Jakob Andreasen mit einem ähnlich ausgestatteten Auto unterwegs wie di Resta zuvor. ( 677815 DIASHOW: Die Tests in Barcelona )

"Haben alles getan"

Nun kann der Gräfelfinger nur noch hoffen und bangen. Bekommt er den zweiten Platz beim indischen Rennstall, oder erhält der 23-jährige Franzose Jules Bianchi den Vorzug?

"Warten wir die nächsten paar Tage ab. Mein Manager und ich haben alles getan, was wir tun konnten, um dem Team die Entscheidung leicht zu machen", erklärte Sutil:

"Jetzt können wir nur noch abwarten und die Daumen drücken."

Es wäre wohl seine letzte Chance. 2012 blieb Sutil wohl auch wegen seiner Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung ohne Cockpit. Er hatte in einer Disco in Shanghai einen Geschäftsmann mit einem Glas am Hals verletzt.

Sutil mit mehr Erfahrung

Sutil ist davon überzeugt, dass Force India genau weiß, was es an ihm haben würde.

"Sie kennen mich besser als jedes andere Team hier. Ich bin sechs Jahre für sie gefahren - sie wissen, was ich kann", erklärte der WM-Neunte von 2011.

Während Sutil schon so manche Schlacht in der "Königsklasse" geschlagen hat, kommt Bianchi nicht über ein paar Erfahrungen als Testfahrer hinaus.

Ingenieure pro Sutil?

Deshalb glaubt Sutil auch, dass die Force-India-Ingenieure ihn gerne als Stammfahrer sehen würden.

"Die stehen hinter mir", sagte der japanische Formel-3-Meister von 2006.

"Glückwunsch. Das war exzellente Arbeit. Ich hoffe, dass wir uns wiedersehen", meinte Force-India-Teammanager Rob Fernley nach dem erfolgreichen Test in Spanien, der für Sutil auf Rang acht der Tageswertung endete. (DATENCENTER: Die Ergebnisse aus Barcelona)

Politik spielt eine Rolle

Allerdings geht es bei der Besetzung eines Cockpits in der Formel 1 oft eben auch um Geld - und Politik.

Deshalb sind die Force-India-Verantwortlichen Gerüchten zufolge hin- und hergerissen.

Nehmen sie Bianchi, der Mitglied des Ferrari-Juniorenkaders ist und 2014 dem Rennstall einen Wechsel von Mercedes- auf Ferrari-Motoren ermöglichen könnte?

Oder bekommt der bei Mercedes seit Jahren hoch im Kurs stehende Sutil den Job, um den Vertrag mit den Schwaben zu verlängern?

Gerüchte gehören dazu

"Es ist die Formel 1, da gehören Gerüchte dazu. Ich konzentriere mich ehrlich gesagt auf das Fahren", sagte Sutil zu diesem Thema und bestätigte dann indirekt, dass doch etwas dran sein könnte:

"Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Mercedes, und hoffentlich sind sie sehr daran interessiert, mich diese Saison in einem Auto zu haben."

Fakt ist: So langsam wird es höchste Zeit für eine Entscheidung.

Entscheidung naht

Am kommenden Donnerstag beginnt erneut in Barcelona die letzte Testphase vor dem 1. Freien Training der Saison, das am 15. März in Australien ausgetragen wird. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

Alles deutet daraufhin, dass in der kommenden Woche der letzte freie Platz in der Formel 1 für 2013 vergeben wird.

"Wir werden versuchen, den Anteilseignern am Wochenende alle Informationen zu übermitteln. Dann ist es ihre Entscheidung", wird Fernley von der "Evening Times" zitiert.

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