Lukas Podolski und Michael Schumacher
Michael Schumacher (v. mit Lukas Podolski) wurde siebenmal Weltmeister in der Formel 1 © getty

Schumacher beendet seine Laufbahn. Kollegen und Prominente singen Lobeshymnen auf den Rekord-Weltmeister. Die Reaktionen.

München - Franz Beckenbauer will extra eine "Formel Schumacher" gründen, Lukas Podolski freut sich aufs gemeinsame Kicken, und viele Weggefährten glauben an eine Erlösung für den "Größten aller Zeiten".

Vor dem endgültig letzten Rennen von Michael Schumacher verneigt sich die gesamte Sportwelt vor dem Rekord-Weltmeister.

Doch vor allem seine Weggefährten sind sich auch sicher: Der Rücktritt ist mehr als richtig, die Zeit des siebenmaligen Weltmeisters, den Mercedes-Sportchef Norbert Haug unter anderem als "eines der Top-Ten-Lebewesen auf dieser Erde" oder "das Renntier schlechthin" bezeichnet hatte, ist vorbei. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

SPORT1 fasst die Reaktionen zu Schumachers Karriereende zusammen:

Franz Beckenbauer (Fußball-Kaiser): "Extra wegen ihm habe ich wieder angefangen, Formel 1 zu schauen. Es ist natürlich schade, dass er jetzt aufhört. Aber auf der anderen Seite hat er auch ein gewisses Alter erreicht, da wird ihm die Ruhe gut tun. Aber ich kann mir vorstellen, dass er irgendeine Betätigung brauchen wird, da er ein sehr aktiver und willensstarker Mensch ist. Selbst, wenn sie dafür extra eine 'Formel Schumacher' gründen müssen."

Lukas Podolski (Fußball-Nationalspieler und guter Freund Schumachers): "Schade, dass er nach der Saison seine Karriere beendet. Über 20 Jahre hat Michael Schumacher die Formel 1 geprägt. Ich schätze ihn als Menschen und großen Sportsmann. In Zukunft hat er dann mehr Zeit für den Fußball, und ich hoffe, dass wir dann mal zusammen kicken können."

George Lucas (Hollywood-Regisseur, u.a. Krieg der Sterne, in der "Bild-Zeitung"): "Er war der Beste, und ich bin ein großer Fan von ihm. Schade, dass er geht. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass er Spaß hatte und sich nicht mehr am Erfolg messen lassen musste. Das heißt nicht, dass er keinen Erfolg haben wollte."

Sven Ottke (frühere Box-Weltmeister): "Er ist und bleibt der Größte. Es wird lange dauern, bis jemand dahinkommt, wo er schon war. Mit ihm verbinde ich die deutschen Tugenden: Kontinuität, Zuverlässigkeit - er war einfach ein ganz Großer. Die Saison war eher durchwachsen in diesem Jahr. Ob es an ihm oder dem Auto lag - das weiß kein Mensch."

Sebastian Vettel (Red Bull): "Sein Rücktritt ist ein großer Verlust und schade. Es gab viele Leute, mich eingeschlossen, die sich sehr gefreut hätten, wenn er weitergemacht hätte. Für mich ist er immer noch einer der Größten. Es war immer etwas Besonderes, gegen ihn zu fahren. Auf der Strecke war er manchmal hart, aber immer fair. Ich hoffe, dass er uns in irgendeiner Funktion erhalten bleibt und wir ihn von Zeit zu Zeit noch sehen."

Ralf Schumacher (Bruder, DTM-Pilot, früher Formel 1): "Ich glaube, es ist ganz gut so, weil Michael sich selbst nicht ganz sicher war, ob er weitermachen will. Ihm war auch bewusst, dass mit Lewis Hamilton eine Option da war, die eine gute für Mercedes ist. Für Mercedes ist es gut, für Michael ist es gut, von daher sehe ich da keinen Fehler."

Nico Rosberg (Teamkollege bei Mercedes): "Es hat sehr gut geklappt mit Michael in den drei Jahren. Also hätte es von mir aus sehr gerne auch so weitergehen können. Es war sehr interessant und eine gute Erfahrung. Es war deutlich erkennbar, warum er siebenmaliger Weltmeister ist. Vor allem seine Einstellung zum Sport ist genial. Wir haben uns hervorragend ausgetauscht und gegenseitig gepusht."

Norbert Haug (Mercedes-Sportchef): "Ich würde Michael jederzeit wieder verpflichten. Wir haben außer einzelner Highlights und unserem Sieg in China nicht das erreicht, was wir uns in diesem Zeitraum vorgenommen hatten, aber das ist nicht Michaels Fehler. Ich kann mich bei Michael nur für seine Arbeit, seinen kompromisslosen Einsatz für unser und in unserem Team bedanken. Und ich muss mich bei ihm entschuldigen, dass unser Team die technischen Voraussetzungen in den ersten drei Jahren nicht so dargestellt hat, dass Michael und Nico regelmäßig um Podiumsplätze hätten fahren können."

Ross Brawn (Mercedes-Teamchef): "Das letzte Rennen wird für alle Teammitglieder ein sehr emotionales Wochenende, an dem Michael zum zweiten und letzten Mal aus der Formel 1 zurücktritt. Wir haben in den vergangenen drei Jahren mit großer Freude mit Michael zusammengearbeitet, und beide Seiten haben sehr von dieser Zusammenarbeit profitiert." (NEWS: Alles zur Formel 1)

Timo Glock (Marussia-Pilot): "Ich bedaure Michaels Rücktritt alleine schon deshalb, weil mir mein härtester Schach-Partner verloren geht. Dann muss ich mir eben den Seb etwas mehr heranziehen. Er spielt ja auch Schach. Gegen Michael hatte ich zuletzt eine gute Serie, aber dann gibt es wieder Tage, da denke ich, ich sitze Garri Kasparow gegenüber."

Felipe Massa (früherer Teamkollege bei Ferrari): "Michael hält alle möglichen und unmöglichen Rekorde. Seine Karriere ist unglaublich, fantastisch. Die zweite Karriere kann man aber mit der ersten nicht vergleichen, das zeigen schon die Zahlen. Auch Michael wird eben nicht jünger. Das ist doch ganz normal. Oder glaubt jemand, dass ein Fußballer mit 43 Jahren noch weltklasse spielen könnte? Ich möchte Michaels Erfolge nicht schmälern, aber er hatte in seiner ersten Karriere zum perfekten Zeitpunkt aufgehört. Da war er 37."

Niki Lauda (dreimaliger Weltmeister und künftiger Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams): "Michael Schumacher hat nichts zu bereuen, auch wenn sein Comeback nicht so verlaufen ist, wie er sich das vorgestellt hat. Sein Denkmal hat dadurch keine Risse erhalten. Von ihm wird immer in Erinnerung bleiben, dass er siebenfacher Weltmeister ist. In den drei Jahren hatte er einfach kein Top-Auto, da wird es auch für einen Schumacher schwierig. Sein Abschied reißt ein Riesenloch. Aber mit Lewis Hamilton hat Mercedes einen super Mann geholt, der das Team weiter nach vorne bringen wird."

Mario Andretti (Weltmeister 1978): "Er hat die Liebe und Freude am Rennfahren nie verloren. Und das ist das, was ich am meisten bewundere. Natürlich war sein Comeback kein großer Erfolg, aber das Wichtigste ist doch, dass er es genossen hat. Und wenn er nun endgültig geht, werden wir ihn natürlich vermissen. Er ist immer noch der Beste aller Zeiten."

Hans-Joachim Stuck (langjähriger Rennfahrer): "Er hatte keine Wahl mehr. Mercedes hat Lewis Hamilton verpflichtet, und Michael hat kein adäquates Cockpit mehr gefunden. Ich hätte ihn gerne noch weiter dabei beobachtet, wie er es den jungen Piloten auf der Strecke immer noch zeigt."

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