Nico Rosberg (l.) begann seine Formel-1-Karriere 2006 bei Williams © getty

Rosberg respektiert seinen Teamkollegen sehr. Er sieht keinen Grund, weshalb Mercedes nicht bald das beste Auto haben sollte.

Austin - 2010 prophezeiten ihm die Experten das entscheidende Jahr seiner Karriere. Fast drei Jahre später tun sie es wieder.

Nico Rosberg gewinnt im April in Schanghai, er wird auch im dritten gemeinsamen Mercedes-Jahr besser abschneiden als Rekord-Champion Michael Schumacher, und er holt jenen Sieg, den die Experten für Schumacher reserviert glaubten:

Den ersten Silberpfeil-Erfolg seit Juan Manuel Fangio fast 57 Jahre zuvor.

Wenn er jetzt gefragt wird, ob nun, gegen Lewis Hamilton, die ultimative, noch härtere Herausforderung folgt, muss Rosberg schmunzeln. (NEWS: Alles zur Formel 1)

"Härter als der Beste aller Zeiten", fragt er: "Ich weiß nicht, ob das möglich ist."

"Es hat sehr gut geklappt"

Das Verhältnis zwischen dem 27-Jährigen und dem 16 Jahre älteren Schumi war stets von gegenseitigem Respekt geprägt.

"Es hat sehr gut geklappt", bilanziert Rosberg. Und ergänzt sogar: "Also hätte es von mir aus sehr gerne auch so weitergehen können."

Wieviel Anteil an den schwachen Ergebnissen Schumachers Auto hatte und wieviel er selbst, wird sich nie klären lassen.

Rosberg mit Selbstvertrauen

Fakt ist, dass Rosberg ihn seit 2010 drei Mal bezwungen hat.

"Natürlich war das wichtig", gesteht er unumwunden ein: "Plötzlich sitzt der Beste aller Zeiten neben dir im gleichen Auto. Da weiß man erst mal nicht, was einen erwartet. Deswegen bin ich nun happy, dass ich vor ihm sein konnte."

Große Töne spucken ist nicht die Sache des Sohns von Ex-Weltmeister Keke Rosberg, dennoch strotzt er nur so vor Selbstvertrauen.

Fragen haben genervt

Selbst 110 Formel-1-Rennen ohne Sieg konnten ihn nicht beunruhigen.

"Das Einzige, was mich genervt hat, waren die ständigen Fragen danach", berichtet er:

"Ich war immer überzeugt, dass ich gewinnen werde, wenn ich das Auto dazu habe, und dass ich nur Geduld haben muss. Dennoch war der Sieg natürlich eine Erlösung. "

Absturz nach Schanghai

Der zweite Sieg, das sagte ihm Niki Lauda schon, als er noch nicht als Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams auserkoren war, werde leichter. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Davon hat Rosberg nach jenem Sonntag im April in Schanghai nichts gespürt.

Nach knapp der Hälfte der Saison lag er noch in Schlagdistanz zur absoluten Spitze, inzwischen kann er froh sein, wenn er mit dem lahmenden Silberpfeil Punkte nach Hause fährt.

"Aber wenn ich wieder in der Situation bin, das stärkste Auto zu haben, wird es einfacher werden", sagt Rosberg immer noch: "Weil es dann keine ungewohnte Situation mehr ist."

Rosberg ist überzeugt

Dass sie bald "das beste Auto" haben werden, steht für den in Wiesbaden geborenen und in Monaco aufgewachsenen Sohn einer Deutschen und eines Finnen außer Frage.

"Ich sehe keinen Grund, warum es nicht klappen kann. Keinen einzigen, null", sagt er im Brustton der Überzeugung: "Wir haben alles, was es braucht."

Dennoch ist es wichtig, dass er nach Schumacher auch Hamilton die Stirn bietet.

"Der Vergleich mit dem Teamkollegen ist immer wichtig", weiß Rosberg: "Wenn wir mal das beste Auto haben, wird der Schnellere von uns gewinnen. Und deshalb muss ich schauen, dass ich schneller bin."

Ein seltsamer Zweikampf

Es wird ein seltsamer Zweikampf zwischen den beiden, die seit vielen Jahren ernsthaft befreundet sind.

Die Rivalität wird der Freundschaft nicht schaden, glaubt Rosberg:

"Wir waren schon einmal zwei Jahre Teamkollegen im Kart. Da sind wir auch um EM- und WM-Titel gefahren. Und wir sind auch Freunde geblieben. Deshalb glaube nicht, dass es eine Belastungsprobe wird."

Nur eine für ihn und seine Karriere. Doch wer den "Besten aller Zeiten" schlägt, muss sich wahrscheinlich vor niemandem verstecken.

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