Fernando Alonso (l.) wurde 2005 und 2006 Formel-1-Weltmeister © getty

Die WM-Konkurrenten bereiten sich unterschiedlich auf den Showdown in Brasilien vor. Kühler Kopf gegen Risiko lautet die Devise.

Austin - Sebastian Vettel suchte in Texas die Ruhe und tankte Kraft, Fernando Alonso lenkte sich bei Sponsorenterminen und einem Herbstspaziergang in New York ab.

Vor dem Showdown von Sao Paulo gehen die beiden Titelrivalen in der Formel 1 völlig unterschiedliche Wege. (BERICHT: Vettels fünf Schlüssel zum Titel)

Vettel blieb nach dem Rennen am Sonntag noch einen Tag in Austin/USA, absolvierte leichtes Training und ruhte sich aus.

Akku aufladen war angesagt, ehe am Dienstagmittag der Flieger nach Brasilien abhob, wo am Sonntag im 20. und letzten Saisonrennen die endgültige Entscheidung fällt.

"Zurück an die Arbeit"

"Jetzt geht es zurück an die Arbeit, um unser großes Ziel endlich zu erreichen", sagte Vettel vor dem Abflug.

Nach dem vollendeten Hattrick in der Konstrukteurs-Wertung will er nun im Herzschlagfinale auch den dritten Fahrertitel in Folge perfekt machen.

"Ich hoffe, dass wir in Brasilien gleich mit dem Feiern weitermachen können", sagte er: "Ich weiß aber, dass wir das nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen."

Alonso in New York

Sein Konkurrent Alonso stürzte sich dagegen ins pralle Leben der Metropole New York und absolviert bis Mitte der Woche noch zahlreiche Sponsorentermine.

Zwischendurch suchte auch er die Ruhe, symbolisch twitterte er ein Foto von Fahrrädern und Herbstlaub in Manhattan.

Doch eigentlich gibt es für Alonso nur eins: Vollgas!

Kühler Kopf gegen Risiko

Kühler Kopf gegen Risiko, das ist auch für Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko die Devise am kommenden Wochenende. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

"Die Jetons liegen bei uns. Vom Blutdruck her müssen wir jetzt noch eine Woche aushalten", sagte der Österreicher:

"Alonso muss gewinnen. Er muss volles Risiko fahren. Und Brasilien ist bekannt für verrückte Rennen."

Dennoch ist Marko siegessicher: "Wir haben das schnellste Auto und einen Fahrer, der keinen einzigen Fehler gemacht hat."

"Wollen das Rennen gewinnen"

Doch keinen Fehler machen, den rettenden vierten Platz nach Hause fahren, das reicht Vettel im Vorfeld nicht als Maßgabe.

Der Titelverteidiger amüsiert sich darüber, wie viele Leute ihm "die verschiedenen Szenarien zu erklären versuchen".

Dabei gibt es für ihn angeblich auch nur eine Rechnung: "Wir wollen das Rennen gewinnen. Und wenn das nicht geht, wollen wir Zweiter oder Dritter werden. Was die anderen machen, liegt nicht in unseren Händen. Also volle Kraft voraus."

Regenschlacht droht

Dies mag sicherlich bis zum Qualifying in Interlagos gelten, das laut Vorhersage zu einer Regenschlacht werden soll. Wenn die Ampel am Sonntagmittag auf Grün wechselt, wird Vettel auch taktieren müssen.

So wie er es in Texas tat, als er nach dem Überholmanöver des späteren Siegers Lewis Hamilton seinen Ärger verdrängte, kein Risiko mehr einging und Rang zwei nach Hause fuhr.

So oder so, in den Augen der Experten kann der Champion eigentlich nur Sebastian Vettel heißen. (BERICHT: Red Bull beschimpft Karthikeyan)

"Ich garantiere, dass Sebastian Weltmeister wird", sagte "RTL"-Experte Niki Lauda. Und auch sein "Sky"-Pendant Marc Surer versicherte: "Wir können normalerweise davon ausgehen, dass Vettel das nach Hause fahren wird."

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