Fernando Alonso gewann in dieser Saison bislang drei Rennen © getty

Der WM-Zweite Alonso macht sich vor der Premiere im texanischen Austin Mut im WM-Duell - mal wieder mit Fernost-Weisheiten.

Von Tobias Wiltschek

München - Fernando Alonso glaubt noch an seine Chance.

Der Ferrari-Pilot liegt zwar vor dem Großen Preis der USA (Training, Fr., ab 16 Uhr im LIVE-TICKER) zehn Punkte hinter seinem Rivalen Sebastian Vettel.

Doch der Spanier denkt nicht daran, vor dem Duell in Texas die Waffen zu strecken (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Ein Samurai arbeitet ohne Unterlass, ohne Ermüdung und ohne sich auch nur im Geringsten entmutigen zu lassen, bevor er sein Ziel erreicht hat", spricht sich der bekennende Fan der alten japanischen Kampfkunst per Twitter Mut zu. Und das nicht zum ersten Mal.

Motivation mit Samurai-Sprüchen

Seit seinem Ausfall im 15. Saisonrennen Rennen in Suzuka motiviert sich der zweimalige Weltmeister in regelmäßigen Abständen mit Samurai-Weisheiten.

Viel genutzt hat es ihm noch nicht. Seit er seine WM-Führung vor rund einem Monat beim Südkorea-Grand-Prix an Vettel verloren hat, ist er im Kampf um den Titel nur noch Außenseiter.

Daran änderte auch sein zweiter Platz beim jüngsten Rennen in Abu Dhabi nichts, auch wenn Alonso danach demonstrativ Zuversicht verbreitete:

"Rückstand verkürzt"

"Wir haben den Rückstand auf den Führenden verkürzt. Es bleiben noch zwei Rennen. Da werden wir alles versuchen, um ihn noch abzufangen."

Auf dem Podium in Abu Dhabi war ihm aber anzusehen, dass er sich erhofft hatte, näher an Vettel heranzukommen. Schließlich musste der Red-Bull-Pilot als Letzter ins Rennen gehen, nachdem er im Anschluss an das Qualifying nicht mehr genügend Benzin im Tank hatte.

Dann aber raste er nur so durchs Feld und landete als Dritter noch auf dem Podest - neben Alonso.

Trotziger Alonso

"Sie haben das schnellere Auto, wir haben das bessere Team", sagt der Asturier trotzig. Doch das reicht offensichtlich nicht. Seit Monaten hinkt die Scuderia in der Entwicklung des Autos hinterher.

Deshalb bestellte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo schon zum wiederholten Mal Teamchef Stefanom Domenicali und die wichtigsten Techniker zum Rapport. "Wir müssen es ganz einfach schaffen. Fernando verdient ein Auto, mit dem er in Austin um den Sieg mitkämpfen kann", forderte di Montezemolo.

"Ich verlange von unserem Technikerstab, dass er in den wenigen Tagen bis Austin 150 Prozent leistet."

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Prompt legten die Mechaniker Sonderschichten ein und bastelten mit Hilfe von Simulatoren eifrig an der Abstimmung des F2012.

Hoffnung auf neues Aero-Update

"Wenn wir in Austin ankommen, werden wir nicht zum ersten Mal über das Setup nachdenken", erklärte Chefdesigner Nikolas Tombazis. Das besteht auch aus einem Aerodynamik-Update, mit dem Ferrari endlich den Nachteil gegenüber Red Bull im Qualifying wettmachen will.

Im Rennen könnte der 31-Jährige seine Stärken ausspielen. Der neue Kurs in Texas gilt als sehr anspruchsvoll und kommt daher dem Fahrkünstler Alonso entgegen.

Der Spanier erkundete als einer der ersten Piloten bereits am Mittwoch die Strecke und war sofort angetan.

Positive Eindrücke

"Natürlich wird erst am Freitag klar, was uns hier erwartet, aber die ersten Eindrücke sind sehr positiv", wird er von "Speedweek" zitiert.

Ein Sieg am Sonntag würde sein Bild von der Strecke noch weiter verbessern - und das WM-Rennen weiter offen halten.

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