Nico Hülkenberg begann seine Formel-1-Laufbahn 2010 bei Williams © getty

Hülkenberg spricht im SPORT1-Interview der Woche über die Ferrari-Gerüchte. Er äußert sich auch zu Schumi und den Titelkampf.

Von Felix Götz

München - Nach einem Jahr ohne Cockpit ist Nico Hülkenberg zu Saisonbeginn bei Force India in die Königsklasse zurückgekehrt.

Und der 25-Jährige macht seine Sache gut. In 18 Rennen sammelte er 49 Zähler, er belegt in der WM-Fahrerwertung den zwölften Platz. (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung)

Doch "Hülk" will höher hinaus.

Deshalb wechselt er den Rennstall, in der kommenden Saison wird er für Sauber fahren. 2014 dann vielleicht für Ferrari.

Im SPORT1-Interview spricht Nico Hülkenberg über seine Entwicklung, die Gerüchte um einen Wechsel zur Scuderia, Michael Schumachers Abschied und den WM-Kampf zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso. (NEWS: Alles zur Formel 1)

SPORT1: Herr Hülkenberg, in der bisherigen Saison haben Sie 49 Zähler geholt. Das bedeutet Platz zwölf in der Fahrerwertung. Sind sie damit zufrieden?

Nico Hülkenberg: Damit kann ich gut leben. Natürlich habe ich, wie jeder andere Fahrer auch, ein paar Rennen im Kopf, von denen ich im Rückblick denke: Da wäre aber mehr drin gewesen. Manchmal reichte es technisch bedingt nicht, manchmal war auch ein Fehler von mir dabei. Aber insgesamt kann ich mit der Ausbeute - vor allem in der zweiten Saisonhälfte - sehr zufrieden sein.

SPORT1: In welchem Bereich haben Sie sich in dieser Saison am meisten verbessert und wo müssen Sie noch eine Schippe drauflegen?

Hülkenberg: Verbessern kann ich mich noch in allen Bereichen. Schließlich ist es erst das zweite Jahr für mich als Fahrer in der Formel 1 und unser Sport ist sehr komplex. Dabei geht es um technische Dinge am Auto und das Fahrerische an sich. Ich habe noch viel Luft nach oben.

SPORT1: Welche Rolle spielt die Erfahrung?

Hülkenberg: Eine sehr große. Ich merke, dass mit jedem Kilometer im Auto und jedem Rennwochenende ein besserer Rhythmus reinkommt. Das fühlt sich gut an.

SPORT1: In der kommenden Saison fahren Sie für Sauber. Was gab den Ausschlag für den Wechsel?

Hülkenberg: So eine Entscheidung hat viele Gründe, die ich nicht in allen Details nennen möchte. Aber die Performance von Sauber war ein sehr wichtiger Punkt. Sie haben in diesem Jahr einen ganz hervorragenden Job gemacht, waren auf dem Podium und haben sogar zwei Mal am Sieg gekratzt.

SPORT1: Aber Sie haben doch vor kurzem gesagt, dass der Sprung von Force India zu Sauber nicht so groß ist?

Hülkenberg: Es ist mir erst mal wurscht, wie groß der Sprung ist. Das Ziel ist die Zukunft, wir wollen gut performen. Nur darum geht es.

SPORT1: Welche konkreten Ziele stecken Sie sich für die Saison 2013?

Hülkenberg: Momentan bin ich noch voll auf Force India fokussiert. Deshalb hab ich darüber noch nicht so viel nachgedacht. Klar ist: Ich will mit Sauber erfolgreich sein.

SPORT1: Sie haben, nachdem Ihr Wechsel zu Sauber feststand, lose Gespräche mit Ferrari bestätigt. Es gibt immer noch Spekulationen, dass Sie 2014 das Cockpit von Felipe Massa übernehmen könnten. Was ist da dran?

Hülkenberg: Das sind alles Spekulationen. Fakt ist, dass der Sauber-Deal von meiner weiteren Zukunft völlig losgelöst ist.

SPORT1: Aber Ferrari würde Sie schon reizen, oder?

Hülkenberg: Der Mythos, die Geschichte: Ich will nicht verneinen, dass Ferrari etwas sehr Spezielles ist. Wenn ich irgendwann einmal bei Ferrari landen sollte, dann wäre das ganz, ganz toll. Aber davon bin ich momentan noch ein Stück entfernt.

SPORT1: Die Spekulationen werden zusätzlich davon angeheizt, dass Sie bisher nicht verraten haben, wie lange ihr Vertrag bei Sauber läuft. Können Sie dazu mittlerweile etwas sagen?

Hülkenberg: Über Vertragsdetails spreche ich nicht.

SPORT1: Sebastian Vettel und Fernando Alonso liefern sich derzeit einen heißen Fight um den Titel. Wer wird Weltmeister?

Hülkenberg: Ich weiß es natürlich auch nicht. Aber Sebastian ist in der Favoritenrolle. Er hat zehn Punkte Vorsprung, das bessere Auto und das bessere Paket bei Red Bull.

SPORT1: Lewis Hamilton und Alonso haben in den letzten Tagen immer wieder Giftpfeile in Richtung Vettel geschossen. Nach dem Motto: Adrian Newey ist hauptverantwortlich für den Red-Bull-Erfolg. Täuscht der Eindruck, oder ist Vettel im Fahrerlager nicht sonderlich beliebt?

Hülkenberg: Der Eindruck täuscht. Sebastian ist sehr beliebt. Ich denke, dass es sich bei den Aussagen um die Psycho-Spielchen handelt, die im WM-Kampf eben immer mit dabei sind. Red Bull ist ein gutes Team. Dazu gehört ein guter Fahrer und eine gute Crew im Hintergrund.

SPORT1: Die große Karriere von Michael Schumacher neigt sich endgültig dem Ende entgegen. Da bei Mercedes wenig klappt, droht ein unwürdiger Abschluss. Wie sehen Sie das?

Hülkenberg: Michael hat sich das sicher auch anders vorgestellt. Er hatte in einigen Situationen einfach nur Pech. Aber so ist eben der Sport. Die Formel 1 ist ein schnelllebiges Geschäft, da können sich die Dinge eben schnell ändern.

SPORT1: Was müsste in Austin und in Sao Paulo passieren, damit Sie sagen, dass ihr Abschied von Force India gelungen ist?

Hülkenberg: Da müssen definitiv zwei Platzierungen in den Punkten her. Ich möchte die Saison unbedingt auf einem Hoch beenden.

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