Sebastian Vettel ging in der Formel 1 bisher 99 Mal an den Start © imago

Die internationale Presse feiert Vettel für seine Abu-Dhabi-Fahrt, die Alonso in den Schatten stellt. Räikkönen "muss man lieben".

München - Sebastian Vettels verrückte Fahrt in Abu Dhabi (Bericht) vom 24. auf den dritten Platz hat nicht nur in Deutschland für mächtig Begeisterung gesorgt.

"Der kaltblütige Buchhalter auf der Flucht ist zu einem Barbaren geworden, zum Überholpiloten, der alle hinter sich lassen will", titelte der "Corriere dello Sport".

Aber auch Lotus-Pilot Kimi Räikkönen, der vor Ferrari-Star Fernando Alonso gewann und seinen ersten Grand-Prix-Sieg seit seinem Comeback feierte, wird gelobt.( 634532 DIASHOW: Die Bilder des Rennens )

"Räikkönen gewinnt, der "Iceman" bleibt an einem verrückten Tag in der Wüste cool. Man muss ihn lieben" schrieb "The Independent".

SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Abu-Dhabi-GP zusammen:

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Kräftemessen zwischen Vettel und Alonso. Aufholjagd des Deutschen in Abu Dhabi, Herzklopfen in der Wüste. Vettel weiß, dass er ein außerordentliches Auto in den Händen hat und nutzt es bis zum Ende. Räikkönen feiert seinen ersten Erfolg in der zweiten Phase seiner Karriere in der Formel 1 und seine Revanche gegenüber Ferrari, wo er 2009 für Alonso Platz machen musste".

Corriere dello Sport: "Alonsos Show genügt nicht. Vettel holt auf und schafft Platz drei. Er hat ein wahnsinniges Auto. Vettel hat in Abu Dhabi all sein Talent als Pilot gezeigt, das bisher hinter dem absoluten Wert seines Red Bull versteckt war. Der kaltblütige Buchhalter auf der Flucht ist zu einem Barbaren geworden, zum Überholpiloten, der alle hinter sich lassen will. Vettel ist als Pilot auf Alonsos Ebene gestiegen und vielleicht darüber hinaus. Es ist immer sicherer, dass er seinen dritten Titel in Folge erobern wird".

Corriere della Sera: "Im schönsten Grand Prix der Saison bestreitet Vettel ein spektakuläres Rennen, in dem er vom letzten bis zum dritten Platz aufholt. Ferrari ist nicht zu enttäuscht: Drei Punkte sind immer nützlich. Die Wunderwaffe bleibt für Maranello Starpilot Alonso, der in Texas den Unterschied machen kann, auf einer Rennbahn, die keiner kennt. Der Spanier erwartet keine Wunder, doch der Titel ist noch nicht verraucht".

Repubblica: "Vettels Aufholjagd vom letzten bis zum dritten Platz ist eine legendäre Leistung. Auch Alonso hat ein Meisterwerk hinter sich. Der Spanier hat drei Punkte gewonnen, doch in zwei Wochen in Austin sind keine Fehler mehr erlaubt". (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung).

SPANIEN

AS: "Alonso verkürzt um drei Punkte. Doch die Aufholjagd von Vettel überstrahlt ein weiteres großes Rennen des Asturiers. Der irreale Traum ist weiter möglich."

SPORT: "Kimi gewinnt, zwischen Alonso und Vettel hängt alles in der Luft. Alonso konnte im Kampf um die WM nur um drei Punkte auf Vettel verkürzen. Vettels Rennen war eine spektakuläre Aufholjagd."

EL PAIS: "Wieder eine stratosphärische Herausforderung für Red Bull: Vettel legt die größte Aufholjagd in 20 Jahren hin."

ENGLAND

The Sun: "Vettel wird gegen jede Wahrscheinlichkeit Dritter. Das Red-Bull-Ass legt das Rennen seines Lebens hin, fährt zweimal vom Ende des Feldes vor und landet auf dem Podium. Räikkönens Sieg zu unterschätzen wäre falsch, aber der herausragende Vettel stahl ihm die Show - als Star des Rennens der Saison 2012. Die Bezinpumpe lässt Lewis Hamilton deprimiert zurück."

Mirror: "Kimi Räikkönens Gebete wurden erhört: Der Iceman der Formel 1 rast in der in der Gluthitze der Wüste zum ersten Lotus-Sieg in 25 Jahren und seinem ersten Erfolg seit der Rückkehr. Aber einmal mehr ist es der Tag von Sebastian Vettel. Der Red-Bull-Pilot ist der Mann der Stunde und fährt sensationell vom letzten auf den dritten Platz."

The Telegraph: "Ein dramatisches, atemloses Rennen hatte Kimi Räikkönen als Sieger, der die Fans mit seiner bewährten Mischung erfreute: ausdrucklos und schräg zugleich. Alonso fährt nach einem weiteren tapferen Rennen auf den zweiten Platz, das war absehbar. Vettels dritter Platz nach all den Problemen war es sicherlich nicht. Es war eine außerordentliche Leistung, mutig und entschlossen, und sie könnte am Ende entscheidend sein und dem Deutschen den dritten WM-Titel in Folge bescheren."

The Independent: "Räikkönen gewinnt, der Iceman bleibt an einem verrückten Tag in der Wüste cool. Man muss ihn lieben. In Zeiten der politisch korrekten Rennfahrer wischte er Fragen zu seiner Gefühlslage nach dem Sieg in Abu Dhabi einfach weg. Vettel kombinierte unbarmherzige Fahrweise mit einer exzellenten Strategie und fuhr vom letzten auf den dritten Rang vor."

The Daily Mail: "Räikkönen gewinnt, doch Super Seb zeigt seinen Titelhunger in einem Rennen, an das man sich erinnert wird. Es gab Zweifel, ob Vettel einen dritten WM-Titel in Folge verdient. Nach der wohl besten Rennleistung siner Karriere gibt es sie nicht mehr."

SCHWEIZ

Blick: "Das geilste Rennen der Saison! Was für eine Show. Immer wenn es dunkel wird, wacht die Formel 1 auf. Einfach geil. Crashes, Dramen und Helden. Der ehrgeizige Teufelskerl Vettel steht auf dem Podest, was für eine Show des Doppel-Weltmeisters. Kimi Räikkönen, der beliebteste Formel-1-Fahrer, gewinnt endlich sein erstes Comeback-Rennen. Selbst im Medienzentrum brandete Applaus auf."

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