Lewis Hamilton fuhr in seiner Formel-1-Karriere bisher 20 Siege ein © getty

Hamilton entwickelt sich erstaunlich, nun zieht es den McLaren-Piloten zu Mercedes. Er polarisiert und hat nicht nur Freunde.

München - Mit zwölf Jahren nahm Lewis Hamilton seine Zukunft kurzentschlossen selbst in die Hand.

Im schwarzen Anzug und mit vor Ehrfurcht bebender Stimme sprach der Sohn eines Einwanderers aus der Karibik bei einer Preisverleihung den damaligen McLaren-Boss Ron Dennis an: "Ich möchte eines Tages für ihr Formel-1-Team fahren."

Elf Jahre später war Hamilton Weltmeister. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

1998 nahmen ihn McLaren und Mercedes im Young Driver Support Programme unter Vertrag, da war der rennsportbegeisterte Junge 13 Jahre alt.

2005 gewann er die Formel-3-Euroserie, 2006 die GP2, den "Unterbau" der Formel 1.

Rasanter Aufstieg aus einfachen Verhältnissen

Seit 2007 fährt Hamilton, der deshalb Lewis heißt, weil seine Eltern den neunmaligen Leichtathletik-Olympiasieger Carl Lewis verehrten, ohne Unterbrechung für McLaren-Mercedes in der Formel 1.

Den rasanten Aufstieg aus einfachen Verhältnissen hat Hamilton seinem einzigartigen Talent und seinem Ehrgeiz zu verdanken.

Papa Anthony, der seinem Sohn einst das teure Hobby Motorsport mit Nebenjobs finanzierte, führte zu Beginn der Karriere ein eisernes Regiment: "Es gibt keine Partys, wenn du Rennen fährst. Kein Rauchen, kein Trinken, keine Frauen - nur Arbeit."

Hamilton polarisiert

Zumindest das mit den Frauen hat sich ein bisschen geändert, seit Jahren ist Nicole Scherzinger, Frontfrau der "Pussycat Dolls", Hamiltons ständige Begleiterin - mit der einen oder anderen kleinen Unterbrechung.

Lewis Hamilton ist schnell, er sieht gut aus, polarisiert wie einst Schumacher und ist dazu noch der erste Schwarze in der Formel 1.

[kaltura id="0_dn3xed7b" class="full_size" title="Ralf Schumacher Michael ist das gar nicht so unrecht "]

"Meine Hautfarbe ist insofern ein Vorteil, dass die Leute darüber sprechen", sagte er einst: "Es freut mich, wenn vor allem schwarze Kinder sehen, was ich zustande bringe, und mir nacheifern."

Nicht nur Freunde

Hamilton hat aber nicht nur Freunde.

Kritiker finden ihn zu glatt, bisweilen arrogant, seine Beziehung zu Scherzinger und die Verpflichtung des nicht weniger polarisierenden Managers Simon Fuller garantieren ständigen Gesprächsstoff.

Vor allem 2011 war Lewis Hamilton für die Medien ein "Rambo", für Kollege Felipe Massa ein "Möchtegern-Superman" und in den Augen von Niki Lauda "komplett wahnsinnig".

Der schnellste Fahrer

Das hat sich 2012 komplett geändert, Hamilton ist der schnellste Fahrer im derzeit schnellsten Auto der Formel 1.

Ab 2013 soll er Mercedes dabei helfen, endlich den ersehnten WM-Titel zu gewinnen (Bericht).

Man darf es ihm getrost zutrauen.

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