Michael Schumacher ist mit sieben Titeln Formel-1-Rekordchampion © getty

Für Rekord-Weltmeister Michael Schumacher ist nach der Saison bei Mercedes Schluss. Lewis Hamilton wird sein Nachfolger.

München - Mercedes trennt sich von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher.

Der auslaufende Vertrag des 43-Jährigen mit den Silberpfeilen wird nicht mehr verlängert. Das bestätigte der Formel-1-Rennstall in einer Erklärung.

Die Silberpfeile haben für die Saison 2013 als Nachfolger für Schumi den englischen Ex-Weltmeister Lewis Hamilton von McLaren verpflichtet. (NEWS: Alles zur Formel 1)

Der Weltmeister von 2008 erhält bei Mercedes einen Dreijahresvertrag.

Wie die "Daily Mail" berichtet, wird Hamiltons Vertrag mit 60 Millionen Pfund (rund 75,5 Millionen Euro) dotiert sein. Das Grundgehalt soll bei 15 Millionen Pfund (18,9) liegen.

"Wünsche Lewis alles Gute"

"Ich hatte drei schöne Jahre beim Mercedes-F1-Team, die leider sportlich nicht so gelaufen sind, wie wir uns das alle gewünscht hatten", wurde Schumacher zitiert: "Ich wünsche Lewis alles Gute und der gesamten Mannschaft den Erfolg, für dessen Aufbau wir so hart gearbeitet haben. Jetzt werde ich mich auf die kommenden Rennen konzentrieren."

Der 27 Jahre alte Hamilton, Weltmeister von 2008, fährt seit 2007 für McLaren. Aber auch die Bindung zu Mercedes ist eng, für die Stuttgarter gewann der Brite 2005 die Formel 3 Euro Serie. Mit seinem zukünftigen Teamkollegen Nico Rosberg ist Hamilton seit gemeinsamen Kart-Zeiten gut befreundet.

"Es ist für mich jetzt die Zeit gekommen, eine neue Herausforderung anzunehmen", ließ Hamilton mitteilen: "Mercedes besitzt eine unglaubliche Motorsport-Tradition sowie einen leidenschaftlichen Siegeswillen, den auch ich teile."

Perez verlässt Sauber

Über die Zukunft des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Schumacher darf nur, da der Abschied von Mercedes besiegelt ist, spekuliert werden.

Schon vor dem Rennen in Singapur warb Peter Sauber, Teamchef des gleichnamigen Schweizer Rennstalls, intensiv um den 43-Jährigen: "Ich würde ihn sofort nehmen."

Noch mehr Gewicht gewinnt diese Spekulation durch die Nachricht, dass der mexikanische Pilot Sergio Perez am Freitag seinen Abschied von Sauber in Richtung McLaren bekanntgab, wo er Hamilton ersetzen wird. Die Bestätigung seitens McLaren folgte umgehend.

"Autosport.com" berichtete von "langen Gesprächen" von Schumachers Managerin Sabine Kehm mit Sauber am Rande des GP in Singapur.

Dritter in Valencia

Schumacher war nach seinem Comeback in der Königsklasse in den drei Jahren mit Mercedes nur in diesem Jahr als Dritter in Valencia aufs Podest gefahren und hatte im teaminternen Duell stets das Nachsehen gegenüber Nico Rosberg. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Zuletzt hatte der 43 Jahre alte Schumacher immer wieder Fragen nach seiner Formel-1-Tauglichkeit aufgeworfen.

Konfuse Vorstellung in Singapur

Beim Nachtrennen in Singapur war Schumacher dem Toro-Rosso-Piloten Jean-Eric Vergne ins Heck gerast und ausgeschieden.

Zudem verpasste er die Schweigeminute für den verstorbenen Formel-1-Arzt Sid Watkins auf der Toilette und wirkte bei Interviews ungewohnt fahrig.

Dauernde Spekulationen

Schumachers Vertragssituation war während der gesamten Saison Thema im Formel-1-Zirkus, offizielle Aussagen gab es bis zuletzt aber keine.

In der laufenden Saison sammelte der einstige Überflieger der Branche bisher erst 43 Punkte und rangiert auf Platz zwölf der Fahrerwertung. Trotzdem nahm ihn Mercedes-Sportdirektor Norbert Haug immer wieder in Schutz, verweigerte aber auch ein klares Bekenntnis zu dem "größten Renntier aller Zeiten".

Am Rande des Großen Preises von Belgien hatte Haug dann erstmals bestätigt, dass sich Mercedes mit Plan B beschäftige und Sondierungsgespräche mit potenziellen Nachfolgern für Schumacher führe.

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