Platz 5: Mit 32 Siegen teilt sich Fernando Alonso den fünften Rang mit Hamilton, was bei der aktuellen Dominanz von Mercedes aber wohl nur von kurzer Dauer ist. Am erfolgreichsten ist der Spanier in seiner Zeit bei Renault, als er 17 Rennsiege und zwei WM-Titel einfährt
Fernando Alonso begann seine Formel-1-Karriere 2001 bei Minardi © getty

WM-Leader Alonso wird mit Lobeshymnen überschüttet. Briatore behauptet: "Er ist der beste Fahrer der letzten 20 Jahre."

Von Felix Götz

München - Fernando Alonso fährt die wohl beste Saison seines Lebens.

Der Rennfahrer aus Oviedo führt die WM-Fahrerwertung mit 179 Zählern seit mittlerweile sechs Rennen an, der Vorsprung auf seinen aktuell ärgsten Verfolger Lewis Hamilton beträgt 37 Punkte.(DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, dass der Ferrari-Bolide des Spaniers vor allem zu Saisonbeginn eigentlich nicht konkurrenzfähig war.

Deshalb verneigen sich nun Wegbegleiter und Kollegen vor dem 31-Jährigen.

"Besser als Schumacher"

"Er ist der beste Fahrer der letzten 20 Jahre", sagte Alonsos Manager Flavio Briatore zu "Sky Sports 24": "Er ist besser als Michael Schumacher."

Die nackten Zahlen widerlegen das allerdings: Alonso wurde bisher zwei Mal Weltmeister und gewann insgesamt 30 Rennen. Schumi ist mit sieben Titeln Rekord-Champion, er feierte 91-Grand-Prix-Siege.

"Wir sprechen da natürlich über ein sehr hohes Niveau und minimale Unterschiede", schob Briatore hinterher.

Und der 62-jährige Italiener, der als Teamchef mit Schumacher bei Benetton zusammenarbeitete, weiter: "Fernando macht aber sehr wenige Fehler - selbst unter Druck. Und es ist spektakulär, wie er ein Rennen lesen kann."

Nur ein Mal ohne Zähler

In den bisherigen 13 Saisonrennen holte Alonso nur ein einziges Mal keinen Zähler. Und das in Belgien aufgrund eines unverschuldeten Startcrashs.

"Wenn er einmal vorne ist", so Briatore: "Dann wird er in 90 Prozent der Fälle das Rennen gewinnen. Selbst wenn das Auto nicht konkurrenzfähig ist."

Dass der Ferrari nicht das beste Auto im Feld ist, sieht man schon allein an Felipe Massa.

Der Brasilianer sammelte bislang satte 132 Punkte weniger als sein Teamkollege.

De la Rosa feiert Alonso

"Er holt immer das Maximum heraus", fand deshalb auch Landsmann Pedro de la Rosa, der in seinem HRT permanent am Ende des Feldes anzutreffen ist, gegenüber "Motorsport-Total.com" lobende Worte.

Er habe noch keinen Fahrer gesehen, der sich so gut wie Alonso anpassen kann: "Er ist mit jedem Auto und mit jedem Reifen schnell. Er ist sehr gut darin, seinen Fahrstil an jedes erdenkliche Auto anzupassen. Das ist einzigartig."

Und der 41-Jährige zählte auf: "Fernando war auf Michelin-Reifen Weltmeister, hat mit Bridgestone Rennen gewonnen und auch mit den Pirellis."

Auf den Tennis-Sport übertragen, verdeutlichte de la Rosa, sei es folgendermaßen: "Auf Hartplatz ist Roger Federer der Beste, auf Sand Rafael Nadal. Das Gute bei Alonso ist, dass er auf jedem Boden der Beste wäre."

Kubica ist begeistert

Auch Robert Kubica, der sich von seinem schweren Rallye-Unfall 2010 noch immer nicht vollständig erholt hat (News), schwärmt vom "heiligen Fernando", wie Alonso schon mehrfach von italienischen Medien betitelt wurde.

"Er hatte bei den ersten Grands Prix alle im Griff, weil er einer der wenigen ist, wenn nicht der Einzige, der in einem nicht konkurrenzfähigen Auto den Unterschied machen kann", sagte Kubica dem italienischen Motorsport-Magazin "Omnicorse".

Für den Polen gibt es keinen Zweifel daran, dass Alonso Weltmeister wird: "Er fährt, als wäre er nicht von dieser Welt. Ich sehe keinen Rivalen für ihn."

Keine Neuigkeiten bei Massa

Während Alonso hochgejubelt wird, kämpft Massa bei der "Scuderia" um seinen Job. ( 576155 DIASHOW: Fahrerkarussell )

Immerhin: Platz fünf in Belgien und Rang vier in Italien bei den vergangenen Rennen lassen einen Aufwärtstrend erkennen.

"Es gibt im Moment keine Neuigkeiten zu meiner Zukunft, aber zweifellos helfen gute Resultate", gab der Vizeweltmeister von 2008 vor dem Singapur-Grand-Prix am Sonntag zu Protokoll.(DATENCENTER: Der Rennkalender)

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