Robert Kubica bestritt sein bislang letztes F-1-Rennen im November 2010 in Abu Dhabi © imago

Der Pole peilt nach seiner schweren Verletzung ein Comeback in der Formel 1 an. Im Rallye-Auto bringt er sich dafür in Schwung.

Von Tobias Wiltschek

München - Mehr als 19 Monate sind mittlerweile vergangen, seit sich Robert Kubica bei einem Rallye-Unfall in Italien schwerste Verletzungen zugezogen hatte.

Damals gehörte der Pole zu den besten Piloten in der Formel 1. Zwölfmal fuhr er bis dato aufs Podium, beim Kanada-Grand-Prix 2008 stand er sogar ganz oben.

Lange Zeit schien eine Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports ausgeschlossen.

Doch seit ein paar Wochen rückt dieses Ziel für den 27-Jährigen wieder in realistische Nähe (NEWS: Kubica gibt nicht auf).

Rückkehr zur übernächsten Saison?

"Zurück in die Formel 1? 2014", sagte Kubica bei "Sky Sport 24" auf die Frage nach einem möglichen Comeback, schränkte aber ein: "Noch weiß ich nicht, ob mich meine Reise dorthin bringen wird."

Bislang hat sie ihn zumindest wieder hinter das Steuer von Rallye-Autos geführt - mit Erfolg.

Nach geheimen Tests mit einem Ford Focus Ende August gewann er am vergangenen Sonntag in einem Subaru Impreza eine kleinere Rallye in Italien mit klarem Vorsprung.

"Ich wollte meine körperliche Verfassung im Wettbewerb überprüfen, und ich hatte ein gutes Gefühl", erklärte der WM-Vierte der Formel-1-Saison 2008.

Probleme am rechten Ellbogen

Allerdings ist die Beweglichkeit seines rechten Ellbogens immer noch stark eingeschränkt, weshalb der Subaru für Kubica maßgeschneidert angefertigt wurde.

Die Wippschaltung war an der linken Seite des Lenkrads positioniert, seinen rechten Arm konnte er ausstrecken.

Auch an diesem Wochenende wird er wieder ein Rallye-Auto steuern. Neben ihm sitzt dann erstmals wieder sein Beifahrer Jakub Gerber, mit dem er im Februar 2011 den verhängnisvollen Unfall hatte.

Rundkurse statt Schotterpisten

Der Blick des gebürtigen Krakauers richtet sich aber nach vorn. In Zukunft will er die Schotterpisten wieder verlassen und auf Rundkursen fahren.

"Ich plane einige Tests auf einer Rundstrecke, vielleicht in einem GT-Auto", sagte Kubica, der sich sein Comeback nach seinem schweren Unfall eigentlich anders vorgestellt hatte.

"Wenn mich jemand gefragt hätte, wie ich zurückkehren möchte, dann hätte ich natürlich geantwortet, dass es am liebsten in der Formel 1 sein soll", erklärte er bei "autosport.com".

"Zusätzlicher Schub"

Auf dem Weg dorthin wird er wohl noch mehrere Zwischenstopps einlegen müssen. Seinen Optimismus lässt er sich aber nicht nehmen:

"Ich bin überzeugt davon, dass mir das Fahren einen zusätzlichen Schub verleiht, durch den meine Heilung schneller voranschreitet. Es wird mir auch helfen, meine Beweglichkeit zu verbessern."

Bis er sich aber möglicherweise tatsächlich wieder in den engen Formel-1-Cockpits beschwerdefrei bewegen kann, wird noch einige Zeit vergehen.

Kein Kontakt mehr zu Boullier

Ein Comeback im kommenden Jahr ist daher so gut wie ausgeschlossen. Auch eine Rückkehr zu seinem ehemaligen Rennstall wird es nach dem öffentlich ausgetragenen Konflikt rund um den im Dezember 2011 aufgelösten Vertrag wohl nicht geben.

Der Kontakt zu Lotus-Teamchef Eric Boullier ist nach dessen Aussagen jedenfalls abgebrochen.

Dies dürfte jedoch das kleinste Hindernis auf der Reise zurück in die Formel 1 sein.

Weiterlesen