Kimi Räikkönen feierte bislang 18 Grand-Prix-Siege in der Formel 1 © imago

Kimi Räikkönen klettert in der Fahrerwertung nach oben und lehrt Ferrari das Fürchten. Ein Landsmann könnte als Vorbild dienen.

Von Tobias Wiltschek

München - Sieben verschiedene Sieger hat diese Formel-1-Saison in bislang 13 Rennen hervorgebracht.

Kimi Räikkönen gehört nicht dazu.

Dennoch liegt der finnische Lotus-Pilot in der WM-Fahrerwertung mit nur 38 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Fernando Alonso auf Platz drei und ist damit der Beweis für die These, die Christian Horner schon im Mai aufgestellt hatte. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Zahlreiche Top-Platzierungen

"Konstanz übers Jahr hinweg ist es, was entscheidend sein wird", hatte der Red-Bull-Teamchef nach dem Großen Preis von Spanien prognostiziert.

Während es Horners "Bullen" derzeit genau daran fehlt, besticht der Iceman seit Monaten mit Top-Platzierungen.

Zehn Rennen hintereinander beendete der 32-Jährige in den Punkterängen, sechsmal landete er in diesem Zeitraum auf dem Podium.

Diese Bilanz erinnert stark an die Platzierungen seines Landsmanns Keke Rosberg vor 30 Jahren. Der damalige Williams-Pilot fuhr fünfmal aufs Podest, ehe er im 14. Rennen den ersten und einzigen Sieg in der Saison holte - und schließlich Weltmeister wurde.

Räikkönen, der erst zu Saisonbeginn sein Comeback im PS-Elitezirkel gab, wird mittlerweile ein ähnliches Kunststück zugetraut.

"Er rückt immer näher"

"Ich habe schon immer gesagt, dass Kimi ein gefährlicher Konkurrent ist, jetzt rückt er immer näher an die Spitze heran", erklärte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali,nachdem Räikkönen als Fünfter in Monza in die Top 3 der Gesamtwertung vorgedrungen ist.

Auch der Iceman orientiert sich mittlerweile an der WM-Spitze, weshalb er mit Blick auf den dritten Platz für Alonso beim Ferrari-Heimspiel in Monza ( 610180 DIASHOW: Die Bilder des Rennens ) nicht vollkommen zufrieden war:

"Es ist gut, dass ich jetzt in der Fahrerwertung auf Platz drei geklettert bin, aber wir haben ein paar Punkte auf Fernando verloren. Das ist nicht ideal."

Permane lobt Räikkönen

Mehr aber war für ihn auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Lombardei nicht drin. "Er ist auf einem Kurs, der uns nicht unbedingt liegt, außergewöhnlich gefahren", lobte Lotus-Chefingenieur Alan Permane (BERICHT: Lotus packt Iceman in Watte).

Und Teamchef Eric Bouiller sagte in Anlehnung an Horners These: "Der Schlüssel zu einer guten Position in der Meisterschaft am Ende der Saison ist es immer, Punkte zu holen, selbst wenn es sich um ein schwieriges Wochenende handelt."

Räikkönen habe in Monza genau das getan und damit den Kontakt zur Spitze gehalten.

Rätselraten um Vertrag

Außerdem habe sich durch seine starken Auftritte der leistungsbezogene Vertrag des Finnen bei Lotus mittlerweile automatisch um ein Jahr verlängert.

Das berichtet zumindest "Motorsport-Total.com" und beruft sich dabei auf Aussagen von Teambesitzer Gerard Lopez.

"Kimi bleibt bei uns, zumindest auf kurze Sicht gesehen", sagte der Geschäftsmann aus Luxemburg der finnischen Tageszeitung "Turun Sanomat":

"Wir haben eine Vereinbarung, die auf Performance basiert, und diese wurde erfüllt."

Lopez betonte aber auch, dass er niemanden dazu zwingen würde, beim Team zu bleiben.

Lotus, Ferrari oder McLaren?

Über die Zukunft des Finnen dürfte also so lange diskutiert werden, bis auch er sich zu Lotus bekennt.

Erst dann werden die Gerüchte verstummen, in denen er wahlweise mit seinen Ex-Teams Ferrari und McLaren in Verbindung gebracht wird.

Einstweilen wird sich Räikkönen auf den Titelkampf konzentrieren und darauf, es seinem Landsmann Rosberg gleichzutun.

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